feuchte Träume Amirs Atem ging stoßweise, als er in die kalte Nachtluft der Waldwildnis zurückgerissen wurde. Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen wie ein gefangener Vogel im Käfig. Einen Moment lang glaubte er noch immer, das Salz des Meeres auf den Lippen zu schmecken und die unerbittliche Kälte des schwarzen Wassers in seinen Knochen zu spüren. Das Grauen der Tiefe saß ihm im Nacken – seine schlimmste Angst, das endlose, unberechenbare Meer, hatte ihn im Schlaf eingeholt. „Amir ertrinkt nicht... Amir ist an Land...“, krächzte er leise, während er krampfhaft nach seinem Amulett griff. Seine Finger zitterten. Doch er war nicht der Einzige. Ein unterdrückter Fluch von Amarosch und ein gequälter Laut von Myrkon verrieten, dass die Dunkelheit auch ihre Geister heimgesucht hatte. Selbst die Magierin starrte mit geweiteten Pupillen in das sterbende Feuer, ihre Hände fest um ihren Stab geklammert. Die kollektive Unruhe des Waldes, von der die Goblins gesprochen hatten, war nun auch in ihren Träumen angekommen. Es war, als hätte der Wald selbst seine kranken Finger nach ihren Gedanken ausgestreckt. Nach einer Ewigkeit, in der nur das unheilvolle Rauschen der Blätter zu hören war, beruhigte sich Amirs Puls. Er zwang sich, die Bilder des bleichen Auges aus der Tiefe zu verdrängen. „Amir ist sicher. Der Wald ist fest, nicht flüssig“, murmelte er sich selbst zu, fast wie ein Gebet. Die Erschöpfung des Tages siegte schließlich über das Grauen, und er sank zurück in einen traumloen, bleischweren Schlaf.