# Avesgefällige Gedanken eines Zugvogels

<span>Wir sind, wer wir sind. Und wir werden, was wir sehen. Denn weil wir ziehen wie ein Vogel, erfahren wir so viel, das uns formt. </span>  
Zu dem, was Aves von uns erwartet.

# Das artet ja langsam wirklich in Arbeit aus… (13.07.2026)

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Das artet ja langsam wirklich in Arbeit aus…  
  
Im Schutze der Dunkelheit haben Jadwiga und ich uns also aufgemacht, die Flussfestung zu erkunden.  
Wir schlichen daher, ohne von den Patrouillen bemerkt zu werden, in die Nähe des Hafens um uns einen Überblick zu verschaffen.  
  
Dann nahm Jadwiga ihren Stecken und schmierte irgendeine Salbe auf ihn. Anschließend setzte sie sich rittlings darauf und erhob sich in die Lüfte.  
Ich hatte ja schon davon gehört, dass die Töchter Satuarias so etwas zu tun vermögen aber es dann wirklich zu sehen ist schon beeindruckend.  
  
Sie verschwand schnell und ungesehen im regnerischen und wolkenverhangenen Himmel während ich mich ins kalte Wasser hinab lies und zur Hafenkette schwamm.  
Dort angekommen musste ich zu meiner Unbill feststellen, dass die Einlassöffnung der Kette nur etwa Kopfgroß war.  
Somit konnte ich den Gedanken an eine heimliche Infiltration der Festung vergessen.  
  
Zurück und völlig durchgeweicht am Hafen, dauerte es nicht lange bis Jadwiga wieder zur Landung ansetzte. Mit ihrer herzlichen Art teilte sie mir mit, dass sie nicht vorhätte ihre Erkenntnisse zwei Mal zu erzählen und ich mich also gedulden müsste, bis wir wieder bei den anderen sind.  
  
Zurück in der Villa der Familie Elfenberg schliefen die anderen jedoch bereits und so tat ich es ihnen gleich.  
  
Am nächsten Morgen jedoch, rückte die hexe mit ihren Informationen endlich heraus.  
Wie vermutet wimmelte es in der Burg von Orks. Die Wehrgänge wären voll besetzt und auch einige Gerätschaften, die wohl Verteidigungswaffen darstellten, seien dort positioniert.  
  
Große Zelte im Innenhof und ein abgetrennter, separat stark mit Mauern und Tor gesicherter Bereich, im gen Firun gelegener Teil wurde von ihr erspäht.

Somit war der Steingolem meines Erachtens nach wieder im Rennen, um das unerwartete Tor zu öffnen.  
  
Dann kramte Agmorra ein Stück Pergament heraus, auf dem sie uns eine ihrer Erfindungen präsentierte. Eine Art Rammbock. Allerdings mit zwergischen Verbesserungen.  
Ihrer Erklärung nach bohre man sich in das Tor hinein und spreize es dann mit dieser Gerätschaft so weit auf, dass das Holz zersplittert, um uns einen Durchgang zu ermöglichen.  
  
Da der Bau eines solchen modifizierten Rammbocks durchaus etwas Zeit koste, wollte Agmorra so schnell wie möglich bei diesem Schmied vorstellig werden, der ihr einen Platz zum arbeiten in seiner Schmiede angeboten hatte.  
Da wir jedoch nicht wussten, wo diese Schmiede eigentlich genau gelegen war, beschlossen wir uns aufzuteilen um die Vorbereitungen der anstehenden Revolution zeitnah zu erledigen.  
Calarel teilte uns mit, dass sie besondere Steine benötige um dieses Wesen zu erschaffen.  
In einem Nebensatz ließ sie dann die Worte dämonische Essenz fallen, was zu einer großen Irritation Bredos und mir führte.  
Auf Nachfrage erklärte sie uns dann, dass überall in der Luft diese Dämonische Essenz vorhanden sei und jeder Magier sich diese zu Nutze mache.  
Ich hielt dagegen, dass die göttliche Macht der Zwölfe ihren Dienern gezielt zur Verfügung gestellt werde und kein Geweihter auf die idee käme einen anderen gott anzurufen um dessen karmales Geschenk zu nutzen. Vergeblich.  
Die Wüstentochter konnte oder wollte meinen Einwand nicht gelten lassen. Wir kamen aber überein, dass sie den Ausdruck „Dämonisch“ besser aus ihrem Sprachgebrauch verbannen würde, wenn wir bald mit der Bevölkerung über unseren Plan sprechen.  
  
Meister Flammenglanz erklärte sich bereit mit Lancorian zu sprechen und ihm unseren Plan bezüglich der Ablenkung auf dem Platz der Sonne näher zu bringen.  
Jadwiga und Agmorra hingegen, wollten an der gen Praios gelegenen Stadtmauer nach der Schmiede suchen um schnellstmöglich an dem Konstrukt zu arbeiten.  
  
Calarel und meine Wenigkeit würden derweil passende Steine für den Golembau suchen.  
Wir hatten uns auch schon einen Ort dafür auserkoren. Ein unzerstörtes Gebäude in Hafennähe schien uns durchaus geeignet für dieses Vorhaben.  
  
Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass die umliegenden Ruinen nicht das Steinmaterial aufwiesen, welches Calarel zum Bau benötigte.  
Dann fiel uns ein, dass direkt neben dem Haus der Elfenbergs doch der Ingerimm Tempel lag und wer anderes als der Gott des Bergbaus und des Schmiedens würde seinen Tempel mit stabilen und außergewöhnlichen Steinen schmücken lassen.  
Auch wenn der Tempel von den Orks geschändet und eingerissen wurde, würden dort bestimmt noch genug Steine liegen um Calarels Vorhaben zu verwirklichen.  
  
Dort angekommen wurden wir auch tatsächlich schnell fündig. Im Schutze des Schutts, den die Sklavenarbeiter nach dem Abtragen des Praios Tempels aufgetürmt hatten, schleppten wir Stein für Stein in den Garten der Elfenbergs.  
  
Da die Steine zu den anstehenden Proportionen des Golems passen mussten, waren ein Großteil der Steine von ansehnlichen Gewicht. Der Schweiß lief uns in Strömen herunter und es zeigte sich, warum die Adepta schon beim Einbruch in das Lagerhaus, zwecks der Nahrungsmittelbeschaffung ihre Tragehilfe verweigerte. Sie ist für körperliche Anstrengungen einfach nicht geschaffen.  
Diese Studiosi ! Haben nur Muskeln in ihrem Kopf.  
  
  
Also biss ich die Zähne zusammen und schleppte den Großteil der Steine auf das Nachbargrundstück. Nach getaner Arbeit tauchte Meister Flammenglanz wieder auf. So wie man es von einem Marktmagus erwartet, etwas zu spät.  
Nachdem wir dann schließlich gemeinsam die Steinklumpen in das Haus verbracht hatten, begann Cararel damit, die Teile in eine passende Form zu bringen.  
  
Ich bin gespannt wie es Agmorra und Jadwiga ergangen ist und was die beiden nach ihrer Rückkehr zu berichten haben...

# Es geht voran… (06.07.2026)

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<span style="font-family:Arial, sans-serif;"><span style="font-size:large;">Es geht voran…  
  
Die potentielle Greifenfurter Rebellion lässt auf den ersten Blick doch etwas zu wünschen übrig.  
Der Schmied, von dem wir ja im Vorfeld bereits gehört hatten, steht bei unserem Eintreffen auf einer improvisierten Bühne und versucht krampfhaft die etwa zwanzig Bürger davon zu überzeugen, dass sich etwas ändern muss.  
Leider ist seine Rhetorik doch eher dürftig, was nicht gerade zu Ovationen seitens der wenigen Zuhörer führt.  
  
Auch scheint es hier einige wenige Leute zu geben, denen man schon an ihrer Haltung ansieht, dass sie überhaupt kein Interesse an einem möglichen Aufstand haben. Da wäre zum einen der Magistrat Glombo Brom, welcher sich wohl nur aus Alibi Gründen hier eingefunden hat.  
Und dann ist da auch noch ein recht gelangweilt aussehender Mann, der sich durch Mimik und Kleidung deutlich von den anderen unterscheidet.  
  
Es musste also schnell etwas geschehen, um den Leuten das Gefühl von Aufbruch und Wandel zu vermitteln.  
Und wer wäre da wohl besser geeignet als der wortgewandte Meister Flammenglanz. Ein Mann der es allein aufgrund seiner Profession schon versteht die Massen zu begeistern.  
Und so geschah es dann auch.  
Mit einer flammenden und emotionalen Rede drang er durch die Verängstigung und Resignation der kleinen Menge und säte den Funken von einer Hoffnung auf Veränderung in ihnen.  
  
Dann war endlich der Augenblick der Verköstigung gekommen und die erschienenen Greifenfurter rissen mir die mitgebrachten Lebensmittel geradezu aus den Händen.  
Dankbar und gesättigt machte sich schnell eine bessere Stimmung breit.  
  
Der gelangweilt aussehende Mann entpuppte sich auf Nachfrage als der Henker Greifenfurts.  
Und wie man es von einem solchen erwarten konnte, war er niemand mit dem man einfach ins Gespräch kam.  
Er bestätigte, dass er bei der Verteidigung der Stadt ein Dutzend Orks erschlagen hatte aber man spürte keinen Willen zur Veränderung der Situation bei ihm.  
  
Auch schien er trotz seines nicht gerade hohen Alters, schon ganze zwanzig Götterläufe hier in der Stadt seinen unangenehmen Dienst zu verrichten. Zusätzlich sprach er zu Calaras Verwunderung auch noch ein perfektes Tulamidya und wusste über die schon lange vergangenen politischen Gegebenheiten in ihrer Heimat Bescheid.  
Ein komischer Kauz. Aber wenn er es versteht, sein Richtschwert so meisterlich zu schwingen wie man es ihm nachsagt, dann ist es mir einerlei wie mysteriös er auch immer wirken mag.  
  
  
  
Also begannen wir gemeinsam mit Marcian und dem Henker einen Plan zu schmieden.  
Schnell entschieden wir, das die Garnison Dreh und Angelpunkt unseres Erfolges sein würde.  
Schon in dieser Nacht würde Jadwiga über sie hinweg fliegen um sich eine Eindruck der Bewachung zu verschaffen.  
Ich würde sie unterstützen, indem ich an den Gliedern der Hafenkette in den Wehrturm zur Flußseite eindringen um vielleicht herauszufinden, wo die Orks den Meister von Bredo gefangenhalten.  
  
In zwei Tagen, wenn ein Großteil der Besatzer dann die Stadt verlassen hat, schlägt unsere Stunde.  
Mit einem Golem, den Freischärlern und den bereitwilligen Bürgern würden wir dann eine Ablenkung am Platz der Sonne starten um die Schwarzpelze dorthin zu locken.  
Mit der Hilfe von Lancorian und dieser Wynn wäre bestimmt eine große Illusion möglich, die eine Befreiung der Arbeitssklaven ermöglicht und einige der verbliebenen Kräfte aus der Garnison abzieht.  
  
In dem Moment würden wir die Gunst der Stunde nutzen und unsererseits einen Angriff starten.  
Wenn wir erst einmal die Festung erobert haben muss sie nur noch gehalten werden, bis der angekündigte Entsatz eintrifft.  
Die Bürger wären dort vor den Übergriffen sicher und im Zweifel könnten wir alle über den Fluss entkommen.  
  
Morgen Abend würde sich zeigen, ob unsere Aktion heute Früchte getragen hat. Wir haben verlauten lassen, dass die heutigen Besucher ihren Freunden Bescheid geben sollen, doch am morgigen Abend ebenfalls zu erscheinen um ihren Hunger zu stillen und ich bin mir sicher, dass eine weitere Ansprache des rhetorisch so begabten Bredos, noch mehr Bürger ins Boot der Revolution holt.  
Also versteckten wir den immer noch gut gefüllten Wagen in einem nahegelegenen Bootshaus und ließen ihn von Marcian bewachen.  
  
Die anderen schlichen zurück in das Haus der Elfenbergs um eine Mütze voll Schlaf zu nehmen, während Agmorra und ich dieses im Schiff gelegene Etablissement mit dem Namen Möwe einmal inspizieren würden.  
  
Dort angekommen bot sich uns ein eher enttäuschendes Bild. Nur noch der Wirt und ein fast Nackter Verrückter der uns beim Eintreten mit dem Satz „Der Tod trägt rot“ begrüßte bevor er hinaus rannte.  
Auf Nachfrage beim Wirt handelte es sich bei ihm wohl um einen ehemaligen Helfer aus dem hiesigen Ingerimm Tempel, der nun aber doch eher in einem Hospital der Noioniten besser aufgehoben wäre.  
  
  
Auch konnten wir in Erfahrung bringen, dass hier kein Alkohol ausgeschenkt wird, sondern nur ein Bierartiges Malzgetränk um die Bürger bei Laune zu halten.  
Ohne Erfolg, denn der Wirt erzählte uns von immer wiederkehrenden Schlägereien unter den Gästen.  
  
Das muss man den Orks lassen, sie sind nicht annähernd so dumm wie man vermuten würde. Wer Unfrieden unter der Bevölkerung stiftet, der muss sich weniger Sorgen um einen Aufstand machen.  
Auch ein Thema, welches Bredo vielleicht in seiner morgigen Ansprache thematisieren sollte.  
  
Noch zwei Tage, dann wird sich zeigen ob unsere Bemühungen Früchte tragen werden...  
</span></span>

# Etwas zu viel Praiosgefälligkeit für meinen Geschmack... (29.06.2026)

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Etwas zu viel Praiosgefälligkeit für meinen Geschmack...  
  
Nachdem wir die Gefahr für Leib und Leben abgewendet, den Ork Schamanen seiner Kleidung und seinen Utensilien entledigt hatten, entschieden wir, dass es keinen weiteren Grund gibt, noch weiter hier im Haus zu bleiben.  
Jedoch nutzten wir die geschaffene Sicherheit Wynns noch dazu, uns ein wenig auszuruhen.  
Als die Praiosscheibe wieder in ihrer vollen Pracht am Himmel erstrahlte, verabschiedeten wir uns schließlich von der freundlichen, wenn auch seltsamen jungen Frau, die uns noch mit auf den Weg gab, dass wir noch drei Tage hierher zurück kommen könnten, um das sichere magische Versteck zu nutzen.  
  
Jadwiga und ich wählten im Gegensatz zu den anderen, den Weg, welchen wir auch für unseren Einstig und eine eventuelle Flucht genutzt hatten, um meinen Kletterhaken und das Seil zu bergen. Das hing schließlich immer noch im Kaminschlot.  
Die grantige Halbelfe, von der ich nun überzeugt bin, dass es sich um eine waschechte Hexe handelt, kletterte nach anfänglichen Schwierigkeiten, überraschenderweise nur mit ihren Händen und Füßen am nackten Stein empor.  
  
Oben angekommen verschafften wir uns einen Überblick, über die inzwischen erleuchtete Stadt.  
Hier oben auf dem hochgelegenen Tempelberg, konnte man sämtliche Gebäude überblicken.  
Natürlich auch den direkt vor uns liegenden Platz der Sonne, auf dem die von den Orks versklavten Arbeiter, just in dem Moment als wir einen Blick riskierten von diesen gezüchtigt wurden, weil sie noch härter arbeiten sollten.  
Entsetzt über die Brutalität stiegen wir hinab zu den anderen, die bereits ungeduldig auf uns warteten.  
  
Gemeinsam begaben wir uns also zurück in die Fuchshöhle, wo wir dann auf diesen Marcian und seine Untergebene Lysandra trafen, die während unserer Abwesenheit nicht untätig gewesen waren.  
Er informierte uns darüber, dass es hier in Greifenfurt durchaus noch mehr wiederstandswillige Bürger gibt, als wir bisher angenommen hatten.  
Diese würden sich sogar zeitnah in einem Lagerhaus, welches nahe dem Hafen gelegen ist, zu einem Treffen zusammenfinden.  
So wie sich Marcian ausdrückte, wären sie sogar bereit dazu, sich nach dem Abzug des Großteils der Orks in einigen Tagen, einem Kampf gegen die Verbliebenen Besatzer anzuschließen.  
  
Gemeinsam mit Lysandras Freischärlern und unserer kleinen schlagkräftigen Truppe hätten wir seiner Meinung nach eine echte Chance Greifenfurt von der Bedrohung endlich zu befreien.  
Bredo erfrage bei dem Oberst, ob dieser Neuigkeiten von seinem Meister und dessen Aufenthaltsort hätte und so war es auch.  
Er würde in der Festung inmitten der Breite, dem Fluss an der Efferdseite der Stadt gefangen gehalten.  
Wir präsentierten daraufhin unsere konfiszierte Karte um einen besseren Überblick zu bekommen und unsere anstehenden Pläne zu präzesieren.  
Um die potentiellen Greifenfurter Rebellen gewogener zu stimmen, schlug ich vor, zu dem Treffen mit einer Wagenladung voller Nahrungsmittel dort zu erscheinen.  
Schließlich wussten wir ja, wo sich eine ganze Lagerhalle voller Leckereien befand.  
  
Marcian hielt diesen Vorschlag ebenfalls für einen geschickten Schachzug. Als Calarel in dem Gespräch fast beiläufig erwähnte, dass sie die Stadt doch lieber verlassen würde, schien es fast als ob der Oberst dies partout nicht zulassen würde. Wir versuchten der Tulamidin zu erklären, was sie doch für eine Bereicherung für unsere kleine Gruppe darstellte und ihr Fortgehen einen herben Verlust bedeute.  
Ihre Fähigkeiten könnten doch ein immenser Vorteil bei dem Angriff auf die Festung darstellen.  
Die Erschaffung eines Golems, wie sie diese magischen steinernen Diener immer nannte, wären vielleicht fähig, dass Tor der Garnison zum Einsturz zu bringen, sodass die Angreifer weit weniger Verluste davontragen würden, als bei einem klassischen Angriff auf dieses schwer befestigte Bollwerk.  
  
Dieses Argument schien bei der von Pazifismus geprägten Magistra Eindruck zu hinterlassen und so zog sie den Vorschlag zumindest in Erwägung.  
In einem Nebensatz ließ sie dann noch fallen, dass dieser Oberst Macian wohl in direktem Zusammenhang mit der Inquisition der Praios Kirche steht oder zumindest stand.  
Ich wusste doch, dass dieser Mann etwas an sich hat, was in mir zur Vorsicht riet.  
Viele Avesjünger, so auch ich halten die Praiosdiener für Kettenhunde der Knechtschaft. Der freie Geist und Wille wird von ihresgleichen nur allzu gerne in ein steifes Korsett gezwängt.  
Ich werde ihn und seine Aussagen im Auge behalten.  
  
Aber jetzt stand erst einmal die Nahrungsbeschaffung im Vordergrund. Bredo und ich probten also die Täuschung möglicher Ork Patrouillen mittels seiner Illusionen und meiner Aves gegebenen Sprachgewandtheit.  
  
Unsere Generalprobe verlief jedoch katastrophal. Ausversehen beleidigte ich Agmorra wohl damit, dass ihre Wortkarge Sprache doch am ehesten an die der Orks herankomme und sie deshalb einen solchen mimen sollte.  
Auch Calarel hatte kein Interesse einen Schwarpelz darzustellen, daher blieb nur Jadwiga übrig.  
Sie hatte das Konzept der Probe jedoch anscheinend nicht verstanden, also blieb Bredo und mir nur übrig, uns auf unser naturgegebenes Improvisationstalent zu verlassen.  
  
Der Illusionsmagier überraschte mich daraufhin wieder einmal mit einem seiner Zauber, als er nicht nur die angekokelte Kleidung des toten Ork Schamanen reinigte, sondern zugleich auch die unsrige aussehen ließ als wäre sie gerade erst aus einem Waschzuber gekommen.  
  
Dann ging es los. Bredo steuerte den Wagen und wir anderen hielten uns im verdeckten Teil des Planwagens auf.  
Unbehelligt kamen wir bis zu der uns bekannten Lagerhalle und luden dort ohne Aufmerksamkeit zu erregen, unser Gefährt bis zum Rand voll.  
Auch der Rückweg zur Fuchshöhle gestaltete sich als ereignislos. Aves sei Dank.   
  
Nun begann der gefährliche Teil. Die Fahrt durch die uns unbekannte Stadt, zu der am Hafen gelegenen Lagerhalle, wo das Treffen stattfinden sollte.   
Vorsichtig und bedächtig lenkte Meister Flammenglanz das bis zum Bersten gefüllte Fuhrwerk über die breiten Hauptstraßen.  
  
Einmal wären wir fast mit einer Rotte Orks zusammengestoßen, allerdings schaffte es Bredo gerade noch rechtzeitig abzubiegen und eine Konfrontation zu vermeiden.  
Schließlich hatten wir den hafen und die dazugehörige Breite erreicht.  
Ein direkter Blick auf die schwer befestigte Festung kündigte von einer harten Aufgabe die uns da bevorstand.  
  
Unvermutet bog plötzlich eine Gruppe Schwarzpelze um eine Häuserecke und so kam die von uns einstudierte Abschreckungsvariante zum Einsatz.  
Bredo räusperte sich um mir zu signalisieren mich bereit zu machen. Dann schwenkte er die Zeremonielle Keule und ich rief mit tiefer Stimme lauthals aus: „In Tairachs Namen. Aus dem Weg“.  
Kurz und bündig aber wirksam. Die Orks eilten sofort beiseite ohne den Befehl in Farge zu stellen.  
Ha, da hatte sich unser unorthodoxer Plan letztlich doch gelohnt.  
  
Weiter am Hafen entlang hörten wir auf einmal Musik. Und als ob das noch nicht ungewöhnlich genug wäre, sahen wir ein Schiff am Kai, in dessen bauch ein Steg führte und aus dem einige betrunken aussehende Menschen torkelten.  
Ein Holzschild davor ließ vermuten, das dieses Schiff Möwe heißt. Marcian hatte in einem Nebensatz erwähnt, dass das Lagerhaus unterhalb der Möwe zu finden wäre.  
Aber er hatte mit keiner Silbe erwähnt, dass es sich dabei um eine Art Taverne handelt. Und das in einer besetzten Stadt.  
  
Wieder stieg das Misstrauen ihm gegenüber in mir auf. Sollte er uns hier etwa in eine Falle gelockt haben. Sind diese angeblichen Rebellionsbereiten Bürger vielleicht doch nur Kollaborateure und wir in wenigen Augenblicken Gefangene der Orks ?  
Ich behielt meine berechtigten Zweifel aber erst einmal für mich und wartete ab.  
  
Wir stellten den Wagen also strategisch günstig zum abladen ab und betraten unauffällig die uns gewiesene Lagerhalle. Wie sich zu unserer Überraschung herausstellte, war Marcian schon vor Ort und die Halle voller Leute.  
  
Nun wird sich zeigen, ob wir in eine hinterlistige Falle gelockt wurden…

# Gerade noch mal davongekommen… (22.06.2026)

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Gerade noch mal davongekommen…  
  
Der Schicksalsweber lässt unsere Fäden wahrlich tanzen wie eine Mirhamionette.  
Soll heißen, dieses Haus hält doch wesentlich mehr Überraschungen bereit, als mir lieb ist.  
  
Nun, als ich wie in meinem letzten Eintrag beschrieben, das freundliche Angebot des leckeren Pfefferminz Tees angenommen hatte, setzte sich schließlich auch Bredo zu mir, um an dem köstlichen Gesöff und der damit einhergehenden Entspannung teilzuhaben.  
Aus einer, neben dem Samowar stehenden kleinen Dose, hüpften daraufhin unvermittelt ein paar Zuckerstücke in seine Tasse. Äußerst amüsant, ohne Frage.  
Wir scherzten, ob es nicht vielleicht auch noch eine kleine Köstlichkeit für unseren Appetit geben könnte, lagen tatsächlich plötzlich süße Honigherzen auf einem kleinen Teller neben mir, bereit verzehrt zu werden.  
  
Ich bedankte mich artig, als unversehens eine Flötenmelodie erklang und wie aus dem Nichts erschien auf einmal ein junges Mädchen mit roten Haaren und Sommersprossen vor uns.  
Sie stellte sich als Wynn von den Wünschen vor und wie ich es von meinen Eltern gelernt habe, bedankte ich mich im Namen aller, für ihre freundlichen Gastgeschenke.  
Jedoch schien sie etwas minderbemittelt zu sein, denn auch auf einfachste Fragen antwortete sie nicht gerade informativ.  
  
Zumindest konnten wir in Erfahrung bringen, dass wir die diversen Annehmlichkeiten hier, ausschließlich ihr zu verdanken hatten.  
Aber auch wenn ihr Geist eingeschränkt zu sein schien, ließ es sich nicht leugnen, dass sie eine ausgeprägte magische Begabung hatte, welche dafür gesorgt hatte, dass diese Etage hier überhaupt existiert.  
  
Das Gespräch mit ihr war wirklich eine große Herausforderung, da sie die einfachsten Dinge tatsächlich nicht kannte. Weder Bücher oder die darin enthaltene Schrift, noch Sprachen waren ihr geläufig. Man könnte wirklich meinen, sie wurde ihr junges Leben lang von jedweder Bildung und einem gesellschaftlichen Miteinander gänzlich ferngehalten.  
  
Trotz ihres mangelnden Verstandes, verstanden wir die von ihr sorglos daher geplapperten Dinge wie z.B., dass sie mit den Orks bereits Kontakt hatte, wenn auch auf eine wahrlich ungewöhnliche und gefährliche Art und Weise.  
Sie hätte einem von ihnen die Hose hinuntergezogen als er sie anfassen wollte, erzählte sie uns völlig unverblümt. Um das zu demonstrieren, tat sie selbiges dann auch ohne Skrupel bei uns.  
Überhaupt schien sie überhaupt keinerlei Ernsthaftigkeit an den Tag legen zu können.  
  
Wenigstens konnte sie uns erzählen, dass die Familie Elfenberg nach dem Angriff der Orks auf dieses Haus, die Flucht in den Keller angetreten hatte.  
Auf penetrantes Nachfragen verriet sie uns auch noch, dass sich dort eine sogenannte Dryade befunden hatte.  
Ein Wesen, welches wohl dem Element Humus verbunden wäre, was die Erde und die Knollen erklären würde.  
Diese Dryade hätte auch dafür Sorge getragen, dass die Villa der Elfenbergs vor dem Eindringen der Orks geschützt bliebe.  
Gemeinsam mit der Familie scheint sie ebenfalls dafür gesorgt zu haben, dass diese auf irgendeinem magischen Weg aus der Stadt verschwunden sind.  
  
Soviel zu der erhofften Hilfe durch die Elfenbergs zu der Historie des Praios Tempels auf dem Platz der Sonne.  
  
Wenig überraschend tauchte plötzlich Brenno auf, der seinen Wachposten aus schierer Neugierde schmählich in Stich gelassen hatte.  
Nicht ohne Folgen wie sich herausstellte. Denn kurz nach seinem Eintreffen auf der geheimen Etage hörten wir laute Geräusche von unten.  
Zuerst ein klirren und krachen, danach ein poltern.  
  
Da die anderen sich partout nicht dazu durchringen konnten, beschlossen nur Bredo und ich nach langer Diskussion einmal nachzuschauen, was dort vor sich ging.  
Ein Ork hatte doch tatsächlich den Weg durch das offene Fenster ins innere des Hauses gefunden.  
  
Bredos und mein Plan ihn nach oben zu locken, um ihn unschädlich zu machen scheiterte.  
Als wir mutig im Erdgeschoss nachschauten, war der Ork verschwunden, allerdings erspähten wir draußen ein wesentlich größeres Problem.  
  
Die verschwundene Brunnen-Statue war zurück, mit dämonischem Leben erfüllt und sie hämmerte erbarmungslos gegen die Tür. Einige Schritte entfernt stand ein Schwarzpelz Schamane, der mit seiner Zeremonien Keule diesem Steinwesen seinen bösartigen Willen aufzwang.  
Dank Wynn und ihren magischen Fähigkeiten, war wenigstens das Fenster wieder sicher. Ohne Schwierigkeiten hatte sie es wieder in die richtige Form gebogen und anschließend befestigt.  
  
Wir hetzten zurück nach oben um den anderen Bericht zu erstatten. Calarel erklärte uns, dass es sich bei diesem Wesen um einen Golem handelt, der nicht aufhören wird, solange der Orkschamane es nicht befiehlt.  
Wynn platzte daraufhin mit der Information heraus, dass die beiden es wohl bereits des öfteren versucht hätten, sich auf diese Art Zugang zu verschaffen.  
Ohne Erfolg und wir müssten uns keine Sorgen machen. Das Holz der Dryade wäre härter als Stein.  
  
  
  
Wir diskutierten also hin und her was zu tun sei. Letztlich kamen wir zu dem Schluss, einen Ausfall zu wagen.  
Mit der magischen Unterstützung von Calarel, den kämpferischen Fähigkeiten Agmorras und meiner Wenigkeit wollten wir den Schamanen von seinem Vorhaben abbringen.  
  
In Position hinter der Tür wirkte Calarel einen Zauber, der absolute Stille um den Ork legte, damit dieser nicht um Hilfe rufen konnte. Zusätzlich ließ sie den Boden unter ihm zu einem Sumpf werden, sodass er bis zum Oberkörper einsank.  
Dann drückten wir gemeinsam gegen die Tür, welche sich nun von uns öffnen lassen sollte, da Wynn uns offiziell ins Haus eingeladen hatte, was uns die Möglichkeit gab, das Holz zu bitten sich für uns zu öffnen.  
Als wir trotz der hämmernden Fäuste des Golems die Tür einen Spalt weit geöffnet hatten, stürmten Agmorra, Jadwiga und ich hinaus und griffen den Ork an.  
  
Ich landete einige Treffer mit meinem Wanderstab aber es war die Zwerin, die dem Schamanen übel zusetzte. Schlussendlich war es Bedo Flammenglanz der der schwer verwundeten Schamanen mit einem Feuerzauber den Rest gab.  
  
Erst dann fiel mir auf, dass der Golem aufgehört hatte, die Tür mit seinen steinernen Fäusten zu traktieren.  
Als wir den toten Schwarzpelz ins Haus zogen wand sich der Golem abrupt an Calarel und bedankte sich mit unmenschlicher Stimme für seine Befreiung. Der Steinkörper zersplitterte daraufhin und eine schwarze Rauchfahne stieg gen Himmel auf. Zurück blieben nur die Fragmente der Brunnen Statue.  
  
Wieder im Haus durchsuchten wir den toten Körper des Orks. Bredo beschuldigte mich der Leichenfledderei, jedoch wollte ich doch nur in Erfahrung bringen ob der Tote vielleicht Dinge bei sich trug, die uns Aufschluss über das Treiben der Orks auf dem Platz der Sonne geben konnten.  
Leider erfüllte sich diese Hoffnung nicht.  
  
Also nahm ich der Leiche nur die zeremonielle Keule, den Stammes-Schmuck sowie die angesengte Kleidung ab und erklärte den anderen, dass man diese Utensilien eventuell doch noch einmal gut gebrauchen könne, nämlich wenn Bredo sich als Ork verkleidet und mittel seiner Illusionskunst das Gesicht des Verstorbenen annimmt, um den anderen Schwarzpelzen etwas vorzugaukeln.   
  
Aves und Phex sei gedankt, dass wir diese gefährliche Situation zu unseren Gunsten wenden konnten aber wer weiß schon, was der morgige Tag für uns an neuen Überraschungen bereithält...

# Ein wirklich sehr höfliches Haus... (15.06.2026)

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Ein wirklich sehr höfliches Haus...  
  
Elfische Magie ist doch tatsächlich erstaunlich.   
Dieses Haus scheint mehr zu beherbergen als wir angenommen haben.  
  
Angefangen hat alles mit einer ominösen Kiste im Keller. Diese hat bei unseren magiekundigen Damen eine plötzliche und unerwartete Reaktion ausgelöst.  
Eine Art gruseliges Kribbeln. Jeder hat ja schon mal eine Traviahaut bekommen, wenn er eine Vorahnung von Gefahr verspürte, jedoch sollte man dann doch umgehend das Weite suchen. Nicht jedoch meine neuen Gefährten.  
  
Aves sei Dank, entpuppte sich diese Kiste letztlich nur als Versteck für irgendwelche seltenen Knollen, welche nach Aussage von Calarel die Libido entfachen sollen, wenn man aus ihnen einen Trank braut.  
  
Bredo und Ich haben daraufhin entschieden, uns doch lieber in der oberen Etage einmal genauer umzuschauen, um sicher zu gehen, dass dort nicht doch vielleicht die Besitzer des Hauses in ihren Betten liegen und vielleicht durch unser umherstreifen aufgeschreckt werden.  
Einen Tumult direkt hier vor dem Platz der Sonne, mit den dort wachenden Orks wäre nämlich fatal.   
  
Auf dem Weg nach oben erschreckte uns der junge Zahori Brenno, den die anderen im Schlepptau mit in die besetzte Stadt gebracht hatten. Ein guter aber äußerst neugieriger Junge, der die Gefahr offenbar nicht scheute.  
Ihn beauftragten wir, am offenen Fenster im Erdgeschoss Wache zu halten und bei einer Annäherung von Orks Alarm zu schlagen.  
  
Oben angekommen erschloss sich uns als erstes, dass die Besitzer des Herrenhauses, einen ausgeprägten Hang zur Tulamidischen Kultur haben. Sowohl die Einrichtung, als auch die dort vorhandenen Gegenstände ließen zweifelsfrei darauf schließen.  
  
Als ich bei der weiteren Untersuchung, den benachbarten, sehr luxuriösen Schlafraum betrat, wurde mir schlagartig bewusst, wie lange ich schon auf den Beinen war und dies wohl langsam seinen Tribut forderte.  
Denn als ich Bredo mitteilen wollte, was das für ein Zimmer ist, stellte ich plötzlich unvermutet fest, dass ich wohl eine weitere Treppe nach oben übersehen hatte.  
  
Ihm ging es ähnlich, denn auch er hatte dies zuvor nicht bemerkt. Ein aufmerksamer Streiter für das Gute braucht nun einmal genug Schlaf, um in seinem Tun erfolgreich zu sein. Diesen wollte ich alsbald in einem der äußerst bequemen Betten nachholen.  
Aber zuerst stiegen wir die Stufen zum Dachboden hinauf.  
  
  
In der Zwischenzeit hatte Jadwiga nach der Kellereskapade, ihre Neugierde für den im Garten beheimateten Springbrunnen entdeckt. Ihre Affinität für Dämonisches und die damit verbundene Gefahr, wird uns noch einmal Kopf und Kragen kosten.  
Dort vollführte sie wohl auch so eine Art Ritual, in dem sie aus Sternen und Knochen die Zukunft las, wie sie uns später mitteilte.  
  
Bredo und ich hatten zwischenzeitlich einen Raum erreicht, der eigentlich der Dachboden sein sollte.  
Wir stellten dort jedoch unvermutet fest, dass dies nicht sein kann, denn die Wände waren hoch und gerade und nicht schräg, wie es eigentlich bei einer Dachkonstruktion der Fall sein müsste.  
Der Illusionist vermutete daher einen ähnlichen Zauber wie in der Fuchshöhle, den Lancorian gewirkt hatte und seitdem aufrecht erhält.  
  
In dem Raum gab es außerdem diverse akkurat angeordnete Bücherregale mit ausnahmslos Tulamidischen Werken. Ein Kontrast zu denen in der Behausung des Magistraten, wie er größer nicht sein könnte  
Außerdem noch zwei kleine Kemenaten mit äußerst gemütlich aussehenden Betten.  
Uns erstreckte sich auch ein Ausblick durch die gegenüberliegenden Fenster, direkt auf den Platz der Sonne und auf der anderen Seite in den verwilderten Garten.  
Daher beschlossen wir, als die anderen endlich den Weg zu uns hinauf gefunden hatten, herauszufinden, ob man von Außerhalb diesen Raum oder die Fenster überhaupt erkennen konnte.  
  
Gesagt, getan und das Ergebnis war durchaus überraschend. Wenn man aus dem Garten hinauf sah, konnte man nur die Fenster der ersten Etage sehen. Dieser Raum war vor den Augen neugieriger Besucher geschützt.  
  
Somit hatten wir die Ruhe und die Möglichkeit mit ausreichend Licht die Bücher unter die Lupe zu nehmen.  
Calarel war aus unserer Gruppe die Einzige, welche die Tulamidischen Buchstaben lesen konnte und so übersetzte sie unverständliche Titel wie Sphärisches Blablabla und irgendein Elementares Kauderwelsch aber auch Werke, die wohl einem gewissen Humor nicht entbehrten.  
Praiosgefällige Schamanen Rituale und irgendetwas mit Nekromantie.  
  
Bredo und Calarel schienen aber tatsächlich so großes Interesse an diesen Büchern zu haben, dass sie sich ihrer bemächtigen wollten.  
So musste ich ihnen noch einmal nachdrücklich erklären, dass wir Gäste in diesem Hause sind, selbst wenn wir uns auch selber eingeladen haben. Und die Höflichkeit verpflichtet uns, den Besitz der Elfenbergs zu respektieren.  
Manchmal habe ich das Gefühl, die eine Kindergruppe gegen eine andere eingetauscht zu haben.  
  
  
Jadwiga erzählte uns dann von ihrer kryptischen Prophezeiung.

> "Wenn der geblendete Blender siebenstrahlig Schatten wirft, wird sich die Kunde verbreiten von seiner künftigen Macht, und wird glorreich Einzug halten in die hehren Hallen"

Als ich in die ahnungslosen Gesichter der anderen schaute, entschloss ich mich ihnen eine meine These zu diesen Worten näher zu bringen.  
Natürlich Vergebens. Man verlachte gar meine Deutung zu diesem geblendeten Blender.  
Wenigstens glaubte man mir, als ich über die Zahl Sieben sinnierte. Denn ich hatte auf meinen Reisen mitbekommen, dass die Magierschaft hinter vorgehaltener Hand manchmal über einen gewissen Borbarad gesprochen hatte. Im selben Atemzug wurde auch dieser Rohal erwähnt, aber an genaueres konnte ich mich nicht erinnern. Diese Geschichten sollten ja auch schon Jahrhunderte her sein.  
Auch die legendäre Klinge Siebenstreich von Geron dem Einhändigen, fiel mir bei der Zahl ein.  
Ein Heiliger der Rondra Kirche, welcher mit dieser Waffe sieben abscheuliche Ungeheuer erschlagen haben soll.  
  
Jadwiga und Calarel begannen daraufhin irgendwelche Analyse Zauber zu wirken. Jadwigas schien jedoch nicht so richtig funktioniert zu haben, denn sie riss auf einmal ihre Hände vors Gesicht und schrie vor Schmerzen auf.  
Calarel hingegen erklärte uns nach dem Wirken ihrer Magie, dass hier absolut alles verzaubert wäre. Dieses Haus schien vollkommen aus Magie zu bestehen.  
  
Dann jedoch geschah etwas, mit dem man wahrlich nicht rechnen konnte.  
Ein leises Blubbern war zu vernehmen und als wir unsere Aufmerksamkeit darauf richteten, sahen wir, dass der Tulamidische Samuwar ohne unser Zutun begonnen hatte, einen wohlriechenden Tee aufzusetzen.  
Während die anderen noch über die überraschende Situation diskutierten, wie das überhaupt möglich wäre, nahm ich das freundliche Angebot dankend an und genoss den exquisiten Pfefferminztee des überaus höflichen Hauses.

# Mehr Glück als Verstand.... (08.06.2026)

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Aves steh mir bei.  
  
Greifenfurt könnte wohl meine letzte Reise gewesen sein, wenn das so weiter geht.  
Ich mag ja diese Söldnerseelen noch nie in ihrer Gänze verstanden haben, aber sollte nicht auch eine Mietklinge oder ein magiebegabter Mensch so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb besitzen?  
Vielleicht lässt mich die Situation, in der wir uns derzeit befinden, etwas überreagieren aber ich fürchte in dieser Stadt, welche von Schwarzpelzen nur so wimmelt, nun mal um mein Leben.  
  
Großer Mut mag ja durchaus eine zwölfgöttliche Tugend sein, aber ein gesundes Maß an Vorsicht ist schließlich Phexgefällig und dem stehe ich nun mal näher als Rondra oder Kor. Auch wenn wir uns in einem Kriegsgebiet befinden.  
  
Daher schreibe ich diese Zeilen in der Hoffnung sie dem Wandelsterntempel in Belhanka persönlich übergeben zu können und nicht im Zuge meines Nachlasses zukommen zu lassen.  
  
Der Magistrat Glombo Brom scheint durch die Belagerung, einem Aufenthalt in einem Noioniten Haus immer näher zu kommen.  
Er wirkt fahrig, unkonzentriert und weit entfernt von seiner ehemaligen Berufung als Oberhaupt der Stadt.  
Seine Behausung birgt wie erwartet viele Folianten, Schriftrollen und Bücher, die Aufschluss über die Einwohner Greifenfurts geben, jedoch würden jedem Bibliothekar die Fußnägel hochklappen, ob der Ordnung mit der sie hier aufbewahrt werden. Keine Ordnung und Struktur in den von uns gesichteten Texten. Wenigstens eine aktuelle Karte der Stadt konnten wir auftreiben.  
  
In Ermangelung weiterer lohnenswerter Funde, haben wir uns daher entschlossen, unserer Nachforschungen auf die Familie Elfenberg zu konzentrieren, dessen Residenz sich genau gegenüber auf der anderen Seite des Platzes der Sonne befindet.  
  
Mit Ausnahme dieser Jadwiga Schneetod, denn diese Morbide Dame scheint ein großes Interesse am Tod und seinen mannigfaltigen Formen zu haben.  
Sie schien einen Narren am Henker Greifenfurts und seiner Behausung gefressen zu haben.  
Die Aussage, dass dieser beim Angriff auf die Stadt mit seinem Richtschwert gar zwanzig der Orks niedergemacht hat, hat bei ihr sogar eine gar gruselige körperliche Reaktion ausgelöst.  
Insgesamt scheint diese Frau einen Hang zur Grausamkeit und dessen einhergehenden Methoden zu haben.  
  
So überredete sie uns, am alten und halb zerstörten Turm des Henkers vorbeizugehen, um ihre abnorme Neugierde an diesem zu stillen. Unter meinem stillen Protest natürlich.  
Ich schien gemeinsam mit Bredo Flammenglanz der einzige zu sein, der jeden Moment damit rechnete, auf eine der zahlreichen Orkpatrouillen zu treffen und gefangen genommen zu werden.  
Und als wären meine Nerven nicht schon angespannt genug, flatterte plötzlich auch noch eine riesenhafte Eule mit einem Totenschädel-Gesicht auf Jadwigas Arm.  
  
Caralel, Jadwiga und Bredo untersuchten also den alten Turm und wenig überraschend stießen sie dort auf zwei Skelette, die in einem Bett lagen. Ein Erwachsener und ein Kind.  
Die Novadi Magierin Calarel ließ doch tatsächlich ihren Stab heller als ein Efferdfeuer aufleuchten, um die gruselige Szenerie noch intensiver zu betrachten.  
Besser hätte man wirklich nicht auf uns aufmerksam machen können.  
Bisher dachte ich immer, Hesinde ist die Göttin der Weisheit, nun jedoch stelle ich diese Erkenntnis langsam in Frage.  
  
Aber der Listige hatte Erbarmen mit uns und es wurde niemand auf uns aufmerksam.  
Trotz weiterer ausufernder Untersuchungen der Ruine, fanden wir dort nichts interessantes.  
Ich hatte also wohl mit meiner Vermutung recht, dass der Henker entweder bei der Verteidigung der Stadt nach seiner Heldentat getötet worden ist oder sich aus dem Staub gemacht hat, um der Rache der Schwarzpelze zu entgehen.  
  
Unbeschadet an der Villa der Familie Elfenberg angekommen, bot sich uns ein skurriles Bild der Hausfassade.  
Man weiß ja von der Affinität der Elfen zu Bäumen, aber dass sie sie nutzen um die Fassade eines steinernen Hauses Einbruchsicher zu gestalten, hat mich doch überrascht.  
Eine Tür aus dicker Steineiche ohne Schloss und Türring, gewachsene hölzerne Fenster mit verästelten Gittern verwehrten uns den Eintritt.  
  
Den Magiebegabten unserer kleinen Gemeinschaft fiel im Garten ein Springbrunnen ins Auge, den sie näher untersuchen wollten.  
Währenddessen machten Jadwiga und ich uns daran, einen anderen Weg ins Haus zu finden.  
Und wie es sich für einen Zugvogel des Schicksalswebers gehört, hatte ich natürlich einen Kletterhaken und ausreichend Seil in meinem Rucksack.  
  
Damit ging es hinauf aufs Dach und durch den Kamin wieder Hinab ins innere des Hauses.  
Und was soll ich sagen. Dies war völlig unversehrt. Keine Spur von Plünderungen oder Verwüstung.  
Entweder haben es die Orks nicht bis ins innere der Villa geschafft oder die Familie Elfenberg hat sich mit den Besatzern arrangiert wie wir ursprünglich vermutet haben.  
  
Draußen machten Bredo und Calarel inzwischen eine für Magier interessante Entdeckung. Dieser Brunnen wurde wohl Opfer eines dämonischen Rituals.  
Denn wie sie uns später mitteilten, ließen Blutspuren im inneren, geschmolzenes Wachs und Brandflecken wie von einem explodierenden Lagerfeuer auf der Umliegenden Rasenfläche darauf schließen.  
Calarel konnte sogar den Dämon, welcher hier beschworen wurde, mit Namen benennen.  
Diese Dame sollte man im Auge behalten, zumal sie sich sogar positiv über die Sündenpfuhlstadt Brabak geäußert hat.  
Nun stellt sich die Frage wer diesen beschworen hat und warum? Und vor allem, wo ist diese Ausgeburt der Niederhöllen jetzt?  
  
Erwähnenswert ist noch, dass sich die Familie Elfenberg wohl nicht mehr in ihrem Haus aufzuhalten scheint, denn nach einer oberflächlichen Untersuchungen konnten wir weder Elfen oder irgendjemand anderen zutage fördern.  
  
Daher beschlossen wir den Keller in Augenschein zu nehmen. Ich bin schon sehr gespannt was uns dort erwartet...

# Meine neuen Gefährten (11.05.2026)

[![1.jpg](https://mein-aventurien.de/uploads/images/gallery/2026-05/scaled-1680-/1.jpg)](https://mein-aventurien.de/uploads/images/gallery/2026-05/1.jpg)

[![2.jpg](https://mein-aventurien.de/uploads/images/gallery/2026-05/scaled-1680-/2.jpg)](https://mein-aventurien.de/uploads/images/gallery/2026-05/2.jpg)  
  
  
Das von Orks besetzte Greifenfurt, 1012 BF  
  
Wohin hat der Schicksalweber meine Schritte nur gelenkt.  
Das meine Anwesenheit in dieser, von den Schwarzpelzen besetzten Stadt für die Waisenkinder eine Hilfe war, ist unbestritten.  
Ob ich jedoch der Richtige bin, um einen Widerstand gegen die Besetzen anzuzetteln, das vermag ich nicht zu sagen.  
  
Die vom Militär hierher geschickten Kämpfer, machen auf den ersten Blick allerdings ebenfalls nur bedingt den Eindruck, bereits schon einmal in einer solchen Situation gesteckt zu haben.  
  
Dieser Bredo Flammenglanz scheint zwar zu wissen was er tut, jedoch habe ich in den Büchern, welche ich seinerzeit in Belhanka, während meiner Ausbildung verschlungen habe, noch nie von einem Scharlatan gelesen, welcher irgendwelche Heldentaten irgendeiner Art vollbracht hat.  
Jedoch hat er ein Faible für Kinder und das spricht für ihn.  
  
Die Angroscha namens Agmorra scheint, so wie es alle Zwerge die ich auf meinen Reisen kennenlernen durfte, sich durchaus ihrer Haut erwehren zu können.  
Sie an der Seite in einem Kampf zu haben, scheint mir eine gute Idee zu sein.  
  
Dann ist da noch diese Jadwiga Schneetod. Eine in der Tat schwer einzuschätzende Frau.  
Eine Halbelfe. Allerdings liegt eine dunkle Wolke über ihrem Gemüt.  
Ihre furchteinflößende Aura ist sicher nicht hilfreich, wenn es darum geht andere Stadtbewohner für unsere Sache zu gewinnen.  
Aber ihre Fähigkeiten, richtig eingesetzt, könnten natürlich sehr hilfreich sein, um den Besetzern das Leben schwer zu machen.  
Sie strahlt eine Skrupellosigkeit aus, die sicher auch den Orks eine Traviahaut den behaarten Rücken runter laufen lassen würde.  
  
Und dann ist da noch diese Tulamidische Adepta namens Calarel.  
Man sagt ja den Novadi einen gewissen Pragmatismus nach, allerdings ist scheint diese Magierin mit den Gepflogenheiten des Mittelreiches noch nicht allzu vertraut zu sein.  
  
Aber vielleicht ist ja diese außergewöhnliche Konstellation von Charakteren, die eine unkonventionelle Lösung dieser ausweglosen Situation herbeiführen kann.  
  
Ich vertraue voll und ganz auf den Herrn der Horizonte, schließlich hat er mich schon oft durch anfangs Ausweglose Situationen geführt.  
  
Bisher haben wir das augenscheinlich wichtigste bereits erreicht. Nahrung für uns und die Kinder.  
Mit der Option sogar noch mehr davon zu stehlen zu können, macht das die Aussicht hier noch länger zu verweilen, ein wenig erträglicher.  
Auch können wir dadurch potentiellen Mitstreitern das Gefühl vermitteln, dass es sich lohnt unsere geplanten Ziele zu unterstützen, wie es sich bei dem Magistraten von Greifenfurt gezeigt hat.  
  
Unsere Priorität liegt momentan darauf, herauszufinden warum die Orks so interessiert daran sind, sich durch den Boden des geschändeten Praios Tempels zu buddeln.  
Im Zuge dessen haben wir uns im Hause dieses Glombo Brohm umgesehn und Kartenmaterial gesichtet.  
Jetzt können wir unsere heimlichen Streifzüge durch die Stadt besser planen.  
Die umfangreiche Büchersammlung des Magistraten ließe jedoch jedem Bibliothekar die Fussnägel hochklappen ob ihrer Sortierung. Hier nützliche Informationen zu dem alten Tempel herauszufinden, ist eine nahezu unmögliche Aufgabe, ob des Zeitaufwandes den wir dafür benötigen würden.  
  
Daher haben wir beschlossen unser Augenmerk auf eine alt eingesessene Familie namens Elfenberg zu legen.  
Es hat sich herausgestellt, dass diese wohl keine Kollaborateure sind, wie zuerst vermutet.  
Vielmehr handelt es sich wohl um ein altes Elfengeschlecht, dass bereits seit Generationen hier in Greifenfurt wohnt.  
  
Das Lagerhaus in dem wir die Nahrungsmittel akquiriert haben, gehört wohl, wie vermutet doch nicht ihnen, sondern einem Bäcker aus der Stadt.  
Somit wird das in Kontakt treten mit der Familie wohl etwas einfacher werden als zuerst vermutet.  
  
Somit wird unser Weg uns zuerst zu einem zwergischen Schmied namens Darak führen, der ungewöhnlicher Weise Interesse an der Tochter des Elfengeschlechts zu haben scheint.  
Diesen müssen wir für unsere Sache gewinnen.  
Ich bezweifle jedoch, dass eine Hartwurst den gleichen Effekt auf ihn haben wird, wie bei dem Magistraten.  
Vielleicht wird Agmorra ihren Teil dazu beitragen, den Schmied von unseren hehren Zielen zu überzeugen.  
  
Ich denke an die Worte meines Lehrers.

> "Du hast deine Füße, dein Herz und deinen Verstand. Nutze sie und erfreue den Ewigen Pilger.  
> Mach deine Art, dein Wesen ihm zum Geschenk. Dann wird er dich zum Horizont geleiten und vielleicht darüber hinaus."