Es geht voran… (06.07.2026)
Es geht voran…
Die potentielle Greifenfurter Rebellion lässt auf den ersten Blick doch etwas zu wünschen übrig.
Der Schmied, von dem wir ja im Vorfeld bereits gehört hatten, steht bei unserem Eintreffen auf einer improvisierten Bühne und versucht krampfhaft die etwa zwanzig Bürger davon zu überzeugen, dass sich etwas ändern muss.
Leider ist seine Rhetorik doch eher dürftig, was nicht gerade zu Ovationen seitens der wenigen Zuhörer führt.
Auch scheint es hier einige wenige Leute zu geben, denen man schon an ihrer Haltung ansieht, dass sie überhaupt kein Interesse an einem möglichen Aufstand haben. Da wäre zum einen der Magistrat Glombo Brom, welcher sich wohl nur aus Alibi Gründen hier eingefunden hat.
Und dann ist da auch noch ein recht gelangweilt aussehender Mann, der sich durch Mimik und Kleidung deutlich von den anderen unterscheidet.
Es musste also schnell etwas geschehen, um den Leuten das Gefühl von Aufbruch und Wandel zu vermitteln.
Und wer wäre da wohl besser geeignet als der wortgewandte Meister Flammenglanz. Ein Mann der es allein aufgrund seiner Profession schon versteht die Massen zu begeistern.
Und so geschah es dann auch.
Mit einer flammenden und emotionalen Rede drang er durch die Verängstigung und Resignation der kleinen Menge und säte den Funken von einer Hoffnung auf Veränderung in ihnen.
Dann war endlich der Augenblick der Verköstigung gekommen und die erschienenen Greifenfurter rissen mir die mitgebrachten Lebensmittel geradezu aus den Händen.
Dankbar und gesättigt machte sich schnell eine bessere Stimmung breit.
Der gelangweilt aussehende Mann entpuppte sich auf Nachfrage als der Henker Greifenfurts.
Und wie man es von einem solchen erwarten konnte, war er niemand mit dem man einfach ins Gespräch kam.
Er bestätigte, dass er bei der Verteidigung der Stadt ein Dutzend Orks erschlagen hatte aber man spürte keinen Willen zur Veränderung der Situation bei ihm.
Auch schien er trotz seines nicht gerade hohen Alters, schon ganze zwanzig Götterläufe hier in der Stadt seinen unangenehmen Dienst zu verrichten. Zusätzlich sprach er zu Calaras Verwunderung auch noch ein perfektes Tulamidya und wusste über die schon lange vergangenen politischen Gegebenheiten in ihrer Heimat Bescheid.
Ein komischer Kauz. Aber wenn er es versteht, sein Richtschwert so meisterlich zu schwingen wie man es ihm nachsagt, dann ist es mir einerlei wie mysteriös er auch immer wirken mag.
Also begannen wir gemeinsam mit Marcian und dem Henker einen Plan zu schmieden.
Schnell entschieden wir, das die Garnison Dreh und Angelpunkt unseres Erfolges sein würde.
Schon in dieser Nacht würde Jadwiga über sie hinweg fliegen um sich eine Eindruck der Bewachung zu verschaffen.
Ich würde sie unterstützen, indem ich an den Gliedern der Hafenkette in den Wehrturm zur Flußseite eindringen um vielleicht herauszufinden, wo die Orks den Meister von Bredo gefangenhalten.
In zwei Tagen, wenn ein Großteil der Besatzer dann die Stadt verlassen hat, schlägt unsere Stunde.
Mit einem Golem, den Freischärlern und den bereitwilligen Bürgern würden wir dann eine Ablenkung am Platz der Sonne starten um die Schwarzpelze dorthin zu locken.
Mit der Hilfe von Lancorian und dieser Wynn wäre bestimmt eine große Illusion möglich, die eine Befreiung der Arbeitssklaven ermöglicht und einige der verbliebenen Kräfte aus der Garnison abzieht.
In dem Moment würden wir die Gunst der Stunde nutzen und unsererseits einen Angriff starten.
Wenn wir erst einmal die Festung erobert haben muss sie nur noch gehalten werden, bis der angekündigte Entsatz eintrifft.
Die Bürger wären dort vor den Übergriffen sicher und im Zweifel könnten wir alle über den Fluss entkommen.
Morgen Abend würde sich zeigen, ob unsere Aktion heute Früchte getragen hat. Wir haben verlauten lassen, dass die heutigen Besucher ihren Freunden Bescheid geben sollen, doch am morgigen Abend ebenfalls zu erscheinen um ihren Hunger zu stillen und ich bin mir sicher, dass eine weitere Ansprache des rhetorisch so begabten Bredos, noch mehr Bürger ins Boot der Revolution holt.
Also versteckten wir den immer noch gut gefüllten Wagen in einem nahegelegenen Bootshaus und ließen ihn von Marcian bewachen.
Die anderen schlichen zurück in das Haus der Elfenbergs um eine Mütze voll Schlaf zu nehmen, während Agmorra und ich dieses im Schiff gelegene Etablissement mit dem Namen Möwe einmal inspizieren würden.
Dort angekommen bot sich uns ein eher enttäuschendes Bild. Nur noch der Wirt und ein fast Nackter Verrückter der uns beim Eintreten mit dem Satz „Der Tod trägt rot“ begrüßte bevor er hinaus rannte.
Auf Nachfrage beim Wirt handelte es sich bei ihm wohl um einen ehemaligen Helfer aus dem hiesigen Ingerimm Tempel, der nun aber doch eher in einem Hospital der Noioniten besser aufgehoben wäre.
Auch konnten wir in Erfahrung bringen, dass hier kein Alkohol ausgeschenkt wird, sondern nur ein Bierartiges Malzgetränk um die Bürger bei Laune zu halten.
Ohne Erfolg, denn der Wirt erzählte uns von immer wiederkehrenden Schlägereien unter den Gästen.
Das muss man den Orks lassen, sie sind nicht annähernd so dumm wie man vermuten würde. Wer Unfrieden unter der Bevölkerung stiftet, der muss sich weniger Sorgen um einen Aufstand machen.
Auch ein Thema, welches Bredo vielleicht in seiner morgigen Ansprache thematisieren sollte.
Noch zwei Tage, dann wird sich zeigen ob unsere Bemühungen Früchte tragen werden...