Gerade noch mal davongekommen… (22.06.2026)

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Gerade noch mal davongekommen…

Der Schicksalsweber lässt unsere Fäden wahrlich tanzen wie eine Mirhamionette.
Soll heißen, dieses Haus hält doch wesentlich mehr Überraschungen bereit, als mir lieb ist.

Nun, als ich wie in meinem letzten Eintrag beschrieben, das freundliche Angebot des leckeren Pfefferminz Tees angenommen hatte, setzte sich schließlich auch Bredo zu mir, um an dem köstlichen Gesöff und der damit einhergehenden Entspannung teilzuhaben.
Aus einer, neben dem Samowar stehenden kleinen Dose, hüpften daraufhin unvermittelt ein paar Zuckerstücke in seine Tasse. Äußerst amüsant, ohne Frage.
Wir scherzten, ob es nicht vielleicht auch noch eine kleine Köstlichkeit für unseren Appetit geben könnte, lagen tatsächlich plötzlich süße Honigherzen auf einem kleinen Teller neben mir, bereit verzehrt zu werden.

Ich bedankte mich artig, als unversehens eine Flötenmelodie erklang und wie aus dem Nichts erschien auf einmal ein junges Mädchen mit roten Haaren und Sommersprossen vor uns.
Sie stellte sich als Wynn von den Wünschen vor und wie ich es von meinen Eltern gelernt habe, bedankte ich mich im Namen aller, für ihre freundlichen Gastgeschenke.
Jedoch schien sie etwas minderbemittelt zu sein, denn auch auf einfachste Fragen antwortete sie nicht gerade informativ.

Zumindest konnten wir in Erfahrung bringen, dass wir die diversen Annehmlichkeiten hier, ausschließlich ihr zu verdanken hatten.
Aber auch wenn ihr Geist eingeschränkt zu sein schien, ließ es sich nicht leugnen, dass sie eine ausgeprägte magische Begabung hatte, welche dafür gesorgt hatte, dass diese Etage hier überhaupt existiert.

Das Gespräch mit ihr war wirklich eine große Herausforderung, da sie die einfachsten Dinge tatsächlich nicht kannte. Weder Bücher oder die darin enthaltene Schrift, noch Sprachen waren ihr geläufig. Man könnte wirklich meinen, sie wurde ihr junges Leben lang von jedweder Bildung und einem gesellschaftlichen Miteinander gänzlich ferngehalten.

Trotz ihres mangelnden Verstandes, verstanden wir die von ihr sorglos daher geplapperten Dinge wie z.B., dass sie mit den Orks bereits Kontakt hatte, wenn auch auf eine wahrlich ungewöhnliche und gefährliche Art und Weise.
Sie hätte einem von ihnen die Hose hinuntergezogen als er sie anfassen wollte, erzählte sie uns völlig unverblümt. Um das zu demonstrieren, tat sie selbiges dann auch ohne Skrupel bei uns.
Überhaupt schien sie überhaupt keinerlei Ernsthaftigkeit an den Tag legen zu können.

Wenigstens konnte sie uns erzählen, dass die Familie Elfenberg nach dem Angriff der Orks auf dieses Haus, die Flucht in den Keller angetreten hatte.
Auf penetrantes Nachfragen verriet sie uns auch noch, dass sich dort eine sogenannte Dryade befunden hatte.
Ein Wesen, welches wohl dem Element Humus verbunden wäre, was die Erde und die Knollen erklären würde.
Diese Dryade hätte auch dafür Sorge getragen, dass die Villa der Elfenbergs vor dem Eindringen der Orks geschützt bliebe.
Gemeinsam mit der Familie scheint sie ebenfalls dafür gesorgt zu haben, dass diese auf irgendeinem magischen Weg aus der Stadt verschwunden sind.

Soviel zu der erhofften Hilfe durch die Elfenbergs zu der Historie des Praios Tempels auf dem Platz der Sonne.

Wenig überraschend tauchte plötzlich Brenno auf, der seinen Wachposten aus schierer Neugierde schmählich in Stich gelassen hatte.
Nicht ohne Folgen wie sich herausstellte. Denn kurz nach seinem Eintreffen auf der geheimen Etage hörten wir laute Geräusche von unten.
Zuerst ein klirren und krachen, danach ein poltern.

Da die anderen sich partout nicht dazu durchringen konnten, beschlossen nur Bredo und ich nach langer Diskussion einmal nachzuschauen, was dort vor sich ging.
Ein Ork hatte doch tatsächlich den Weg durch das offene Fenster ins innere des Hauses gefunden.

Bredos und mein Plan ihn nach oben zu locken, um ihn unschädlich zu machen scheiterte.
Als wir mutig im Erdgeschoss nachschauten, war der Ork verschwunden, allerdings erspähten wir draußen ein wesentlich größeres Problem.

Die verschwundene Brunnen-Statue war zurück, mit dämonischem Leben erfüllt und sie hämmerte erbarmungslos gegen die Tür. Einige Schritte entfernt stand ein Schwarzpelz Schamane, der mit seiner Zeremonien Keule diesem Steinwesen seinen bösartigen Willen aufzwang.
Dank Wynn und ihren magischen Fähigkeiten, war wenigstens das Fenster wieder sicher. Ohne Schwierigkeiten hatte sie es wieder in die richtige Form gebogen und anschließend befestigt.

Wir hetzten zurück nach oben um den anderen Bericht zu erstatten. Calarel erklärte uns, dass es sich bei diesem Wesen um einen Golem handelt, der nicht aufhören wird, solange der Orkschamane es nicht befiehlt.
Wynn platzte daraufhin mit der Information heraus, dass die beiden es wohl bereits des öfteren versucht hätten, sich auf diese Art Zugang zu verschaffen.
Ohne Erfolg und wir müssten uns keine Sorgen machen. Das Holz der Dryade wäre härter als Stein.



Wir diskutierten also hin und her was zu tun sei. Letztlich kamen wir zu dem Schluss, einen Ausfall zu wagen.
Mit der magischen Unterstützung von Calarel, den kämpferischen Fähigkeiten Agmorras und meiner Wenigkeit wollten wir den Schamanen von seinem Vorhaben abbringen.

In Position hinter der Tür wirkte Calarel einen Zauber, der absolute Stille um den Ork legte, damit dieser nicht um Hilfe rufen konnte. Zusätzlich ließ sie den Boden unter ihm zu einem Sumpf werden, sodass er bis zum Oberkörper einsank.
Dann drückten wir gemeinsam gegen die Tür, welche sich nun von uns öffnen lassen sollte, da Wynn uns offiziell ins Haus eingeladen hatte, was uns die Möglichkeit gab, das Holz zu bitten sich für uns zu öffnen.
Als wir trotz der hämmernden Fäuste des Golems die Tür einen Spalt weit geöffnet hatten, stürmten Agmorra, Jadwiga und ich hinaus und griffen den Ork an.

Ich landete einige Treffer mit meinem Wanderstab aber es war die Zwerin, die dem Schamanen übel zusetzte. Schlussendlich war es Bedo Flammenglanz der der schwer verwundeten Schamanen mit einem Feuerzauber den Rest gab.

Erst dann fiel mir auf, dass der Golem aufgehört hatte, die Tür mit seinen steinernen Fäusten zu traktieren.
Als wir den toten Schwarzpelz ins Haus zogen wand sich der Golem abrupt an Calarel und bedankte sich mit unmenschlicher Stimme für seine Befreiung. Der Steinkörper zersplitterte daraufhin und eine schwarze Rauchfahne stieg gen Himmel auf. Zurück blieben nur die Fragmente der Brunnen Statue.

Wieder im Haus durchsuchten wir den toten Körper des Orks. Bredo beschuldigte mich der Leichenfledderei, jedoch wollte ich doch nur in Erfahrung bringen ob der Tote vielleicht Dinge bei sich trug, die uns Aufschluss über das Treiben der Orks auf dem Platz der Sonne geben konnten.
Leider erfüllte sich diese Hoffnung nicht.

Also nahm ich der Leiche nur die zeremonielle Keule, den Stammes-Schmuck sowie die angesengte Kleidung ab und erklärte den anderen, dass man diese Utensilien eventuell doch noch einmal gut gebrauchen könne, nämlich wenn Bredo sich als Ork verkleidet und mittel seiner Illusionskunst das Gesicht des Verstorbenen annimmt, um den anderen Schwarzpelzen etwas vorzugaukeln.

Aves und Phex sei gedankt, dass wir diese gefährliche Situation zu unseren Gunsten wenden konnten aber wer weiß schon, was der morgige Tag für uns an neuen Überraschungen bereithält...




Revision #2
Created 2026-06-23 15:20:10 UTC by Martin
Updated 2026-06-23 15:38:43 UTC by Gerrit