Bredos Gedanken
- In Gareth
- Mein erster Tag in Gareth
- Im Hippodrom von Gareth
- 3. Phex 1012 BF
- 4. Phex 1012 BF
- 10. Phex 1012 BF
- 11. Phex 1012 BF
- Operation Greifenschlag
- Aufbruch nach Greifenfurt
- Greifenfurt
In Gareth
Mein erster Tag in Gareth
Heute war einer der schlimmsten Tage meines vielleicht sehr kurzen Lebens.
Ich schreibe dies mit zitternden Händen.
Nicht vor Kälte – auch wenn sie hier überall lauert -, sondern weil mein Kopf noch dröhnt und meine Gedanken sich anfühlen, als hätte jemand versucht sie mit einem Hammer zu formen.
Dieses Buch war nie für so etwas gedacht.
Harlun ließ mich hier Zauberformeln und Anleitungen aufschreiben. Haltung, Gestik, Auftreten. Alles was man für eine perfekte Darbietung unserer Kunst braucht.
Doch irgendwie muss ich meine Gedanken und das erlebte festhalten.
Sonst glaube ich mir das selbst nicht… sollte ich überleben.
Gareth ist schlimmer als ich es mir vorgestellt habe.
Ich dachte, ich könnte hier etwas Hoffnung bringen. Ein Lächeln, einen Funken Glanz.
Ein törichter Gedanke. Harlun hätte es besser gewusst. Zusammen wären wir wahrscheinlich weiter gen Süden gereist.
In der Stadt konnte ich keinen Schlafplatz finden. Nicht einmal eine Ecke im Pferdestall konnte ich mir leisten. Schamlosigkeit und Raffgier… Sich am Elend anderer bereichern…
Als mir ein Wirt ein Bier als Belohnung für einen Auftritt versprach, ahnte ich nicht, dass das mein Todesurteil sein könnte. War ich naiv zu glauben in einer Schenke ginge es um das Wohl des Gastes?
Der Auftritt war ordentlich. Nicht mehr, nicht weniger. Ein wenig Freude und Anerkennung.
Dann brechen meine Gedanken ab… Dunkelheit. Rückblickend bin ich überzeugt: Man hatte mich vergiftet!
Vor Gericht gezerrt, abgefertigt. Fast erpresserisch wurde ich in den Militärdienst gezwungen. Verkauft als Wahl… zwischen dem unausweichlichen Tod am Strick oder dem fast sicheren Tod auf dem Schlachtfeld. Diese Wahl wurde mir aber erst gegeben, als ein kleiner Junge – vielleicht 12 Götterläufe alt – einen Zettel an den Richter übergab. Was wird hier gespielt?
Wie Vieh auf dem Weg zur Schlachtbank fuhr man mich zum Hippodrom - so nannten es meine Bewacher, als sie sich voller Hohn über mich unterhielten.
Sie warfen mich aus dem Wagen in den Dreck dieser Zeltstadt.
Mein erster Gedanke war nicht Angst. Es war Ärger. Über den Schmutz auf meiner Robe.
Lächerlich, ich weiß – aber irgendwas in mir klammerte sich daran, wenigsten so noch Ordnung herzustellen, über irgendwas die Kontrolle zu haben.
Meine Kontaktperson und nun Vorgesetzte – Weibel Yara Fürstenbacher. militärisch, sachlich, aber nicht kalt, nahm Sie mich in Empfang. Ihrer Begrüßung und Art entnahm ich, dass sie mich nicht erwartet hatte. Also scheint sie nicht in den Komplott verwickelt. Allerdings erwähnte sie, man könne aktuell keinem trauen, den man nicht seinen Freund nennt. Kein Missverständnis, kein gezieltes Attentat sondern Methodik zur Rekrutierung? In was für Zeiten lebe ich?
Zwar stellte sie mir frei zu gehen, doch sagte sie das wäre nur der sichere Weg zum Strick. Den hätte ich schneller haben können.
So ergab ich mich der Situation. Welche Wahl hatte ich…
Mein Trupp, ein zusammengewürfelter Haufen, der bunter nicht sein könnte. Neben Yara scheinen noch Durabosch und Salda am ehesten hier herzugehören. Vaya scheint auch recht souverän mit der Situation umzugehen, aber ich kann sie nicht einschätzen. Einen Blick in Ihre Gedanken zu wagen, erscheint mir doch zu riskant.
Auch wenn ich schon viele Angroschim und ihre manchmal schroffe Art kennengelernt habe, Durabosch setzt dem die Krone auf. Vor versammelter Mannschaft trank er unseren Kessel Suppe leer, als ich mir etwas nehmen wollte. Allein von dem was in seinem Bart hängenblieb, wären zwei satt geworden.
Brenno, ein kleiner Junge, den Ohren nach zu urteilen ein Halbelf, gab mir seine Portion und beteuerte er sei bereits gesättigt. Der Kleine ist schwer in Ordnung. Später zeigte ich ihm noch ein paar Tricks mit Münzen – verschwinden lassen, herbeizaubern… das übliche. Er scheint eine unfassbar gute Auffassungsgabe zu haben, denn nach kurzer Zeit war er bereits den Grundlagen dieser Tricks mächtig.
Wenn hier jemand noch weniger hingehört als ich, dann ist es Brenno. Auch wenn er erklärt hat ein großer Held werden zu wollen.
Dann ist da noch Jagwida. Eine seltsame Frau. Ebenso interessant wie gruselig. Ständig umherstarrend und unverständliches Zeug vor sich hin brabbelnd rührte sie in einem Kessel eine komisch riechende Pampe zusammen. Die soll wohl gegen Maden an den Füßen helfen. Ich bete zu den Zwölfen, dass ich nicht in die Situation komme auf dieses Gebräu angewiesen zu sein. Auf der einen Seite dieses abschreckende Gebaren, dann wieder interessiert wirkend. Obwohl sie ein paar Worte mit mir gewechselt hat, werde ich aus ihr genauso wenig schlau wie aus Vaya.
Obwohl noch keiner aus der Truppe vom Unglaublichen Bredo Flammenglanz gehört hatte, schien sie mein Anschlagszettel doch neugierig gemacht zu haben und ich wurde um eine kleine Darbietung meiner Kunst gebeten.
Obwohl selbst dieser Griesgram Durabosch kurz amüsiert schien, muss ich sagen, dass dies wohl das härteste Publikum war, das ich jemals versucht habe zu beglücken.
Agmorra als Beispiel, ein weiteres Kind Angroschs in unserer Truppe, gab mir mit einem Blick zu verstehen, dass sie wenig amüsiert war.
Heute war nicht viel los. Yara empfahl uns den Tag zu genießen und noch einmal zu tun wonach uns der Sinn steht – fast als wäre sie sich sicher, dass einige von uns die nächsten Praiosläufe nicht überleben werden. Schlafen wäre ihrer Meinung nach die Beste Idee. Ich vertrieb mir die Zeit damit die Stimmung in der Zeltstadt aufzuheitern und gab eine kleine Show für Leute, die mein elendes Schicksal teilten. Auch meine Stimmung besserte sich dadurch ein wenig.
Im Hippodrom von Gareth
Heute war nicht viel los. Yara empfahl uns den Tag zu genießen und noch einmal zu tun wonach uns der Sinn steht – fast als wäre sie sich sicher, dass einige von uns die nächsten Praiosläufe nicht überleben werden. Schlafen wäre ihrer Meinung nach die Beste Idee. Ich vertrieb mir die Zeit damit die Stimmung in der Zeltstadt aufzuheitern und gab eine kleine Show für Leute, die mein elendes Schicksal teilten. Auch meine Stimmung besserte sich dadurch ein wenig.
3. Phex 1012 BF
(kaum lesbar)
Ich lebe. Viele hatten nicht so viel Glück. Unsere Truppe gedenkt im Stillen den Gefallenen. Durabosch Sohn des Duraldix, Salda Blauzahn und Silvia. Meine Erinnerungen an die letzten Tage sind unsortiert und lückenhaft. Einige davon werde ich wahrscheinlich nie wieder los. Die Bilder von zertrennten Leibern, das gequälte Geschrei der Verwundeten, die widerlichen Fratzen dieser Tiere. Ihnen schien das Töten Freude zu bereiten. Am schlimmsten war aber dieser metallische Geruch in der Luft. So intensiv, das man ihn fast schmecken konnte. Ich weiß immer noch nicht, was ich dort sollte. Denn ich habe keinen Unterschied gemacht. Wo ich Brenno gerade am Kessel stehen sehe... vielleicht doch. Vielleicht wäre sonst niemand in der Nähe gewesen, um ihn davon abzuhalten sich auch in die Klingen der Orks zu stürzen. Zumindest ein tröstender Gedanke.
4. Phex 1012 BF
Nachdem heute meine Hände endlich nicht mehr ununterbrochen zittern, habe ich es geschafft meine Kleidung vom Blut und Schlamm zu reinigen. Gefühlt war meine Robe gestern doppelt so schwer.
Wenn ich das richtig verstanden habe, hat Agmorra den Untergang des Kriegslagers am Silk verhindert. Sie hat Klingelfallen aufgestellt, die das Lager alarmiert haben, als die Orks uns von hinten angreifen wollten. Die Heeresleitung hat das wohl mitbekommen, denn Agmorra wurde in den Praiostempel in Gareth eingeladen. Der Rest unserer Gruppe hat beschlossen sie zu begleiten.
10. Phex 1012 BF
Heute gehen wir zum Tempel. Ich hoffe wir verlassen dieses Lager auf Nimmerwiedersehen.
Im Tempel werden wir von einem hohen Herrn empfangen, der sich als Großinquisitor und Leiter der Kaiserlich Garethischen Informations-Agentur vorstellt.
Auch wenn ich Agmorra als Heldin von den Silkwiesen vorstelle, scheint das Interesse doch uns allen zu gelten. Hier lerne ich ein paar Details meiner neuen Bekanntschaften und auch meine Vergangenheit scheint dem Großinquisitor bekannt. Er weiß etwas über Meister Harlun! Also lebt er noch? Viel mehr Details lassen sich nicht in Erfahrung bringen. Oberst Avesius Marcian wird uns vorgestellt. Unter seiner Leitung sollen wir die Geheimoperation "Greifenschlag" durchführen. Auch wenn das sehr spannend klingt, was soll ich dort schon ausrichten? Aber wenn dieses Unterfangen zu Informationen zu Harlun führt, muss ich teilnehmen!
Der Rest der Gruppe stimmt zu, Yara hat allerdings Einwände. Sie würde lieber direkt angreifen, als im Geheimen zu agieren. Passt zu ihrem bisherigen Handeln. Schließlich fügt sie sich.
In den kommenden Tagen sollen wir Unterricht erhalten. Was das wohl sein mag?
Jeder von uns erhält ein Zimmer - spärlich eingerichtet, aber ich habe endlich wieder ein Bett!
11. Phex 1012 BF
Statt wie ich dachte neue Zaubertricks zu lernen, wird mir beigebracht wie ich mich verkleide, ein paar Grundzätze in Gefechts- und Magiekunde. Die anderen lernen Reiten, doch auf meine Bitte hin werden Agmorra und ich im Führen von Fuhrwerken unterrichtet. Vielleicht werde ich dann zukünftig unseren Wagen lenken, wenn ich Harlun gefunden habe. Wir dürfen eine Liste erstellen. Dinge die wir für unsere Operation benötigen. Die beste Gelegenheit mich bestens einzukleiden! So lasse ich mir eine Robe aus Brokat fertigen. Dazu noch ein paar Alchemica, Tränke und ein Buch mit dem ich neue Zauber studieren kann. Harlun wird Augen machen, wenn er meine neuen Tricks sieht!
Operation Greifenschlag
18. Phex 1012 BF
Wir brechen auf. Uns begleiten Oberst Avesius Marcian und vier Bannstrahler. Die vier Herren sind mir zuwider. Nicht nur einmal behandelten sie uns entgegenkommende Menschen, als wären sie Vieh. Wer im Weg steht, wird grob beiseite gedrängt. Ich fasse mir ein Herz und frage, ob das denn nötig sei. Außer einem stechenden Blick bleibt meine Frage unkommentiert. Vielleicht ganz gut so, denn im Nachhinein glaube ich kurzzeitig mutiger gewesen zu sein, als ich es eigentlich bin. Wobei auch Yara die Art der Bannstrahler offen missbilligt.
21. Phex 1012 BF
Wir kommen in Wehrheim an. Was eine Stadt! So stark befestigt...
"Stählernes Herz und Waffenkammer des Reiches" nannte Oberst Marcian sie. Er scheint ganz in Ordnung,... anders als ich vor Tagen noch dachte. Hat ein bisschen was erzählt.
Endlich bekommen wir unsere angeforderten Sachen. Es folgte eine durchdachte Planung der Logistik! Jeder versuchte so viel Material und Verpflegung mitzunehmen, wie er oder sie tragen konnte. Yara schien amüsiert darüber. Sie hatte gut Reden, gab sie sich doch mit einem Pferd zufrieden. Agmorra hingegen hatte völlig übertrieben. Ich lache jetzt noch, wenn ich sie in meiner Erinnerung vor dem riesigen Berg an Material sehe. Ich frage mich, was sie schlussendlich davon überhaupt mitnehmen konnte.
Aufbruch nach Greifenfurt
21. Phex 1012 BF
Wir brechen noch am gleichen Tag auf. Unser Ziel: Greifenfurt. Der Weg ist möglicherweise gefährlich.
Auch wenn Yara vermutet, dass wir bis Eslamsroden nicht auf Orks treffen werden, verstecken wir bereits unsere Bewaffnung.
Agmorra hat hier wieder ihr handwerkliches Geschick bewiesen und dem Wagen einen zweiten Boden verpasst.
Wie viele Waffen manche mit sich herumtragen, die jetzt im Geheimfach landen. Unglaublich.
Wir überlegen uns eine Tarnung. Ich habe den perfekten Plan und schlage vor, als reisende Bühnenkünstler nach Greifenfurt zu fahren. Überall brauchen die Menschen Unterhaltung!
Die anderen sollen mein Gefolge darstellen. Schließlich braucht ein guter Bühnenkünstler viel Unterstützung.
Wir sind noch keinen Tag unterwegs, da entdecken wir in der Ferne eine Art Tumult. Wie sich rausstellte haben die Orks hier bereits eine Straßensperre vor einer Brücke aufgebaut.
Dem Händler, der da gerade aufgehalten wurde, haben die Orks böse mitgespielt. Sein ganzes Hab und Gut lag um den Wagen verteilt. Ich konnte nicht anders, als ihm beim Auflesen seiner Sachen zu helfen.
Ich schätze die Orks hätten uns entwaffnet, wenn sie etwas in der Richtung gefunden hätten.
So haben sie nur Zoll genommen und jeder musste irgendwas da lassen. Fast hätten diese Tiere mir meine Zauberkugel abgenommen. Dann wäre ich verloren gewesen. Auch wenn die Bindung nicht zu kompliziert gewesen wäre, wo sollte ich zu diesen Zeiten eine neue auftreiben?
Am Abend sind wir auf am Wegrand stehende Planwägen gestoßen, die lichterloh brannten und von Pfeilen gespickt waren.
Die anderen fanden heraus, dass es sich hier wohl um fahrende Orks gehandelt haben muss, die von Menschen massakriert wurden. Einige von Ihnen wurden sogar an Bäumen aufgeknüpft.
Ich war der Meinung, wir hätten hier Verbündete gewinnen können, wenn wir nur hätten herausfinden können, wer das getan hat.
Aber Yara sagte, wir müssen uns beeilen und schnellstens nach Greifenfurt kommen. Schließlich haben wir eine Mission.
Wer bin ich schon das anzuzweifeln.
Da wir nicht in der Dunkelheit weiterfahren wollen, beschließen wir ein Stück weiter ein Lager aufzuschlagen.
Zur Sicherheit verlassen wir die Straße und machen uns im Wald einen Platz zurecht.
In der Nacht kam jemand ins Lager, weil er einen Heilkundigen sucht. Da sei jemand verletzt, hieß es. Mehr wollte er allerdings nicht preisgeben. Auch wenn ich hier gerne geholfen hätte, war die Situation doch sehr dubios und die anderen vermuteten eine Falle.
22. Phex 1012 BF
Am nächsten Tag, kurz vor Eslamsroden, sehen wir in einiger Entfernung ein Gehöft, das von Orks überfallen wird. Auch hier mahnt Yara wieder zur Eile. Außerdem drohe unsere Tarnung aufzufliegen.
Wahrscheinlich hat sie wieder Recht.
Wann hat diese Hilflosigkeit endlich ein Ende!?
Über unseren Aufenthalt in Eslamsroden herrscht auch noch Uneinigkeit in der Gruppe.
Yara will da so schnell wie möglich durch, ohne viel Aufsehen zu erregen.
Die anderen überlegen, ob man dort nicht Informationen beschaffen könnte. Ich bin der gleichen Meinung.
Geflohene Bewohner von Greifenfurt oder Soldaten der dort von den Orks besiegten Truppen könnten sicher hilfreiche Informationen liefern. Ansonsten laufen wir komplett blind in eine uns unbekannte Situation und das macht mir Angst.
Vor den Toren von Eslamsroden kam es dann zum Streit in der Gruppe über das weitere Vorgehen.
Yara wäre fast alleine um Eslamsroden herumgeritten, weil sie nicht einsah, was wir in der Stadt wollten.
Als ob die Uneinigkeit nicht schon genug wäre. Wenn wir uns hier trennen, können wir die Mission direkt vergessen...
22. Phex 1012 BF - In Eslamsroden
Wie sich herausstellte hatte Yara Recht. Eslamsroden war bereits in der Hand der Orks, völlig zerstört und die Bewohner unterdrückt und entwürdigt.
Eins von diesen Tieren erleichterte sich doch tatsächlich auf einer am Boden liegenden Frau. Noch nie habe ich so einen Hass verspürt. Im Affekt wollte ich diese Bestie brennen sehen, doch mein Zauber schlug fehl.
Rückblickend betrachtet wohl eine Fügung der Zwölfe. Wer weiß, wie das ausgegangen wäre, wenn ich als Quelle des Zaubers ausgemacht worden wäre.
Yara drängte weiterhin darauf, diesen Ort schnellstmöglich zu verlassen. Hier gäbe es nichts für uns zu holen oder zu tun.
Jadwiga und sie gerieten wieder aneinander...
Agmorra und Jagwida untersuchten eine Taverne, oder das was von ihr übrig war. Dort entwickelte sich eine brenzliche Situation zwischen den Damen und drei Orks.
Jadwiga schaffte es allerdings die Situation zu entschärfen, als Agmorra zu uns zurückkehrte und uns um Hilfe ersuchte.
In dem kurzen Moment schaffte es Brenno irgendwie sich vom Wagen zu entfernen. Ich dachte er hätte Angst und läge unter den Decken hinten im Wagen.
Gerade als ich hektisch wurde, kam er um die Ecke. Er hatte sich wohl in die Taverne geschlichen, um sich selbst umzusehen.
Schreck lass nach, der Kleine bringt mich noch um!
Hier gab es nichts mehr zu erfahren, wir mussten weiter...
Als ich noch einmal in die Taverne ging, um nachzusehen wo Agmorra blieb, entdeckte ich sie über einer Luke hinter dem Tresen kauern.
Sie hatte ein verstecktes Nahrungslager gefunden. Hier war so viel Nahrung versteckt?
Gerne hätte ich den Wirt befragt, wessen Essen das ist. Vielleicht hätte sich rausgestellt, dass der Wirt alles für sich hortet. Dann hätte ich ein weniger schlechtes Gewissen gehabt, als wir dort einiges an uns nahmen.
Auch wenn dort weiterhin genug blieb, um viele Bäuche zu füllen.
Damit tröste ich mich. Und mit dem Gedanken, dass unsere Operation die Situation hier in Eslamsroden beenden wird!
22. Phex - Hinter Eslamsroden
Ein Stück aus der Stadt heraus gab es nördlich der Straße ein Waldstück, in dem wir ein Lager aufschlugen.
Jadwiga verschwand kurz und kam mit einem Vogel auf dem Arm zurück. Eine riesige Eule. Schaurig-schön war das Geschöpf.
Wohl ein bisschen zu viel für Brenno, der sich bei seinem Anblick hinter mir versteckte.
Als es um die Nachtwache ging, versuchte ich mich zu drücken. Unter dem Vorwand, ich müsse meine astralen Kräfte regenerieren.
Jadwiga hatte eine "Lösung". Sie gab mir ein Kraut, dass mir helfen solle. Auch wenn ich erst misstrauisch war - Jadwiga finde ich manchmal echt unheimlich - schien sie aufrichtig.
Das Kraut biss mir in Zunge und Zahnfleisch und auch wenn mein Geist aufklarte und sich erholte, geschah das doch zu einem Preis. Ich sollte aufpassen, was ich von ihr annehme.
Greifenfurt
Greifenfurt, 24. Phex
Die letzten Tage waren ereignisreich und aufwühlend.
Wir haben Greifenfurt in einem schlimmeren Zustand vorgefunden, als wir es erwartet haben.
Die Stadt liegt in Trümmern und wir haben bislang nur wenig gefunden, dass sich zu retten lohnt.
Eine kleine Schar Kinder, die Lancorian im Keller seines Etablissements verborgen hält. Ansonsten bloß ein paar Bewohner der Stadt, die größtenteils für die Orks Sklavenarbeiten verrichten.
Lancorian muss ein mächtiger Illusionist sein, hält er doch tagein tagaus mehrere beeindruckende Illusionen aufrecht. Zuerst haben wir ihn über einen Opportunisten gehalten, der hier mit den Orks paktiert. Glücklicherweise konnte er unseren Irrtum früh genug aufklären, bevor Yara und Jagwida ihm schaden konnten.
Die Kinder stehen unter der Obhut von Fildorn Federfuß, einem seltsamen, gedoch überaus angenehmen Mann. Er hat sein Leben dem Gott Aves gewidmet und geht mit einer Leichtigkeit durch's Leben, dass man nur staunen kann. Auch wenn ab und an - verständlicherweise - die Angst durchscheint, ziehe ich meinen Hut vor so viel Optimismus. Auch hat er zugestimmt sich unserer Sache anzuschließen. Einen Diener Aves bei uns zu haben, wird uns hoffentlich die nötige Portion Glück bringen.
Yara hat sich kurz darauf von uns verabschiedet. Marcian hatte einen wichtigeren Auftrag für sie. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht sie mit einer anderen Kriegerin, die Marcian mitgebracht hat, auf Orkjagd außerhalb der Stadt. Die Nachschubwege unterbrechen oder so etwas. Nicht dass ich davon etwas verstehen würde. Aber es klang wichtig.
Stattdessen hat Marcian uns eine Magistra an die Seite gestellt. Sie kommt wohl von weit weg. Hat etwas von Mirham erzählt, was tief im Süden liegen soll. Ihre eigentliche Herkunft liegt bei den Rashtullahgläubigen. Ständig liegt sie uns in den Ohren, was wir aus der Sicht der Lehre ihres Gottes falsch machen.
Ob ihr Auftreten mit Ihrem Glauben oder Ihrer akademischen Ausbildung begründet ist, ist mir nicht ganz klar. In Lowangen gab es auch weniger arrogante Magier, wobei die meisten ihre Nase schon so hoch tragen, dass es beinahe reinregnet. Gerade die Magister aus der Halle der Macht.
Viel schlimmer finde ich allerdings ihre Einstellung zur Sklaverei. Sie scheint nicht wirklich ein Problem damit zu haben, dass die Orks die Bewohner der Stadt missbrauchen. Ich meine, sie hat die Menschen doch auf dem Praiosberg gesehen.
Zwar behauptete sie auch wo sie herkäme werden Sklaven gut behandelt, aber es fällt mir schwer das zu glauben.
Immerhin scheint sie sehr mutig zu sein. Ohne mit der Wimper zu zucken, untersuchte sie einen Beschwörungskreis und teilte mir fast beiläufig mit, hier sei ein Dämon beschworen worden.
Aber einmal zum wesentlichen. Zwar hat Marcian nichts gegenteiliges gesagt, aber ich frage mich, ob unser ursprünglicher Auftrag noch Bestand hat. Wen sollen wir hier mobilisieren? Da ich außer Desertation keine andere Option habe als hier zu bleiben, füge ich mich meinem Schicksal. In diesem Umfeld wäre ein Fluchtversuch ein Todesurteil.
Neue Rätsel haben sich aufgetan:
- Wie konnte die Stadt so schnell fallen?
- Wonach lassen die Orks unter dem Praiosberg so eifrig suchen?
- Wer sind die Elfenbergs und wo sind sie hin?
- Wer hat den Dämonen in ihrem Garten beschworen und wo ist er hin?
- Was ist das für ein Haus? Wurde es verzaubert?
Gerade sitzen wir im obersten dritten Stockwerk des Elfenberg'schen Anwesen. Ein Stockwerk, das es nicht gibt. Wie sich das lesen muss... Achja, das Haus hat uns gerade Tee serviert.
Immerhin haben wir hier weiche Betten gefunden. Unsere Rücken werden sich bedanken, wenn wir uns hier gleich niederlegen.