Wider den Hexenjägern!
- Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF
- Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF, Nachtrag
- Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF, noch ein Nachtrag
- Trackenborn, 4. Rahja 1023 BF
- Trackenborn, 4. Rahja 1023 BF, Nachtrag
Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF
Amarosch, Amir und ich stehen früh auf.
Wir machen gemeinsam Frühstück, es gibt Eier, Speck und Pfannkuchen für Amir.
Während des Frühstücks unterhalten wir uns mir Mirio und Ogo.
Mirio ist mindestens so neugierig wie sein Onkel.
Ogo erklärt uns, dass der braune Harro wohl ein schwarzer Zauberer war.
Ich halte das für unzutreffend, aber ich esse gerade.
Amir fragt, ob schwarze Zauberer nicht in Türmen wohnen.
Das weiß Ogo nicht, ich finde es lustig.
Amarosch meint jedenfalls, dass der braune Harro wohl einfach nur ein Räuber war.
Ogo meint auch, wir sollen uns die alte Burgruine anschauen, die wäre sehr interessant.
Das macht mich neugierig, aber erstmal möchte ich gerne die Sache mit Madalea aus der Welt schaffen.
Dann erzählt Ogo, Pedora hätte gesagt, ich könnte den Fluch von dem Herrn Trackenborn nehmen.
Ohje, wie soll mir das nur gelingen.
Ich habe ja noch nicht mal einen Zauber, mit dem ich erkennen könnte, ob ein magischer Fluch auf ihm liegt.
Zwischendurch weckt Amarosch Myrkon, der sich für ein schnelles Frühstück zu uns setzt und dann nach draußen verschwindet.
Wir unterhalten uns noch eine Weile mit Ogo, als Pedora hereinkommt.
Der Inquisitor will wohl eine Ansprache halten und alle sollen kommen.
Mir schwant schreckliches, ich mag ihn nicht.
Bisher hat er sich nicht nur wenig klug, sondern auch wenig menschlich gezeigt.
Eine schlechte Kombination, wenn Grausamkeit auf Dummheit trifft.
Auf dem Dorfplatz haben sich mehr Leute versammelt als gestern bei Hurgols Rede.
Pedora steht ganz vor.
Ich stelle mich etwas abseits neben Ana.
Die Stimmung ist bedrückend.
Der Inquistitor wirkt mit seinen Schergen bedrohlich.
Er ist auch der einzige, der auf einem Pferd sitzt.
Dann hält ein eine Hetzrede, die ich kaum ertragen kann.
Vom Angriff auf den Herrn Trackenborn, bösen Hexen und dass sie das dorf bedrohen.
Ich kenne Bedrohungen, in Lowangen lebt man jeden Tag damit.
Die Hexen hier sind keine.
Die Leute aus dem Dorf sollen sich in bewaffnete Suchtrupps aufteilen und die Hexen jagen.
Das ist mehr, als ich ertragen kann.
Als er geendet hat und sein Pferd einschüchternd durch die Meute treibt, stoße ich mit meinem Stab auf den Boden und rufe laut "Haltet ein!"
Ich hätte ja nicht damit gerechnet, dass das tatsächlich passiert.
Aber er hält wirklich an, auf seinem Pferd, inmitten der Leute.
Alle schauen mich an.
Der Inquisitor wendet sich mit zu und und lässt das Pferd langsam in meine Richtung laufen.
Toll, Callan, du hast es wieder einmal geschafft.
Der Mund folgt dem Herz und der Kopf rennt japsend hinterher.
Jetzt muss ich mir schnell etwas einfallen lassen.
Ich halte laut, aber mit zitternder Stimme eine Gegenrede, während er mir näher kommt.
Ich bemühe mich, den Leuten zu erklären, was wirklich passiert ist.
Ob er es versteht, ist mir egal, ich will nicht, das Blut vergossen wird.
Mittlerweile ist er mit seinem Pferd so dich vor mir, dass er mich mit einem Fußtritt umstoßen könnte.
Aber ich werde nicht vor ihm zurückweichen.
Dann habe ich eine Idee:
Ich rufe laut, dass alle, die sich nicht an der Hexenjagd beteiligen unter meinem persönlichen Schutz stehen.
Selten hatte ich so eine dumme Idee, die Schergen des Inquisitors lachen mich aus.
Dann beugt er sich vor und flüstert mir zu, dass ich mich der Ketzerei schuldig mache und dass er mich dafür auf den Scheiterhaufen bringen wird.
Das geht zu weit, und ich rufe laut: "Das wagt ihr nicht! Ich bin eine Adepta Minor der Grauen Gilde des Geistes und habe keinerlei Verbrechen begangen!"
Plötzlich steht Myrkon an meiner Seite.
Er hat gehört, was der Inquisitor mir zugeflüstert hat und stellt sich zu mir.
Oh, Myrkon, noch nie war ich so dankbar.
Er erklärt dem Inquisitor, dass er im Namen Rondras gegen ihn aufbegehren wird, wenn der Inquisitor Hand an mich legt.
Myrkon, du ahnst gar nichts, wie froh ich bin, dass du da bist.
Ich weiß gar nicht, warum ich überhaupt noch stehe, meine Knie sind wie aus Butter.
Dann bemerke ich, dass auch Amarosch neben mich getreten ist.
Tapferer Zwerg, es ist gut, Freunde zu haben.
Der Inquisitor wendet sein Pferd und erst jetzt bemerke ich, dass seine Leute die Dorfbewohner bereits in Trupps aufgeteilt haben.
Sie ziehen los, als Pedora zu uns kommt und uns hinter den Dorfkrug bittet.
Es folgt eine anstrengende Diskussion mit ihr darüber, was zu tun ist.
Pedora will sich nicht mit der Obrigkeit anlegen, was ich verstehen kann.
Myrkon hält mich zurück, den Inquisitor zu beleidigen.
Wir schaffen es gemeinam, Pedora zu überzeugen.
Pedora will die Dorfbewohner anhalten, nur zu melden, wenn sie die Hexen gefunden haben.
Mehr kann sie nicht tun.
Aber sie meint, wir sollen gegen Mittag zur Burg kommen.
Zwischendurch entschuldige ich mich noch bei Ana, die neben mir stand als der Inquisitor auf dem Pferd zu mir kam.
Sie ist rückwärts über eine Hecke gestolpert und ich konnte mich gar nicht gleich um sie kümmern.
Es scheint, sie nimmt mir das nicht krumm und beteiligt sich nicht an der Hexenjagd.
In dem Moment scheppert es und ich höre, wie ein Körper plumpst.
Amir schaut aus dem Fenster des Dorfkrugs und winkt uns hinein.
Drinnen sehen wir, dass er Mirio bewusstlos geschlagen hat.
Amir erklärt, dass Mirio uns belauscht hat und wohl für den Inquisitor arbeitet.
Mirio, das hätte ich nicht gedacht!
Allerdings gibt es auch keinen Beweis, dafür.
Ich versorgen Mirios Kopfwunde provisorisch, während Amarosch die Perainegeweihen holt.
Wilja lässt Amarosch und Myrkon Mirio zu einer Hütte tragen, wo sie ihn versorgen möchte.
Amir schlägt mir währenddessen vor, Mirio zu verhören.
Er traut sich nicht, dass Myrkon vorzuschlagen und bittet mich um Hilfe, Myrkon zu überreden.
Myrkon sieht das aber sehr entspannt und will Mirio tratschen lassen.
Ich gehe kurz zu Hurgol und frage ihn nach Geschichten über die Hexen.
Er meint, dass er keine Hexen kennt, aber das Thika welche kennen könnte.
Hurgol berichtet auch vom Köhler Markje Holzdorn.
Thika hat Markje vor langer Zeit einmal das Leben gerettet, als er einen Unfall hatte.
Markje hat ein gutes Herz, ist aber schroff, das sollten wir bedenken, wenn wir mit ihm reden.
Ich verabschiede mich und freue mich sehr, als Hurgol mir noch einen Segen mit auf den Weg gibt.
Zurück bei den anderen, sehe ich, dass Miro aufgewacht ist.
Er meint, sein Kopf tut weh und ich solle mir das nochmal anschauen.
Als ich ihn noch einmal untersuche, flüstert er mir zu, dass er mich heute nach Sonnenuntergang im Wald hinter der Mühle treffen möchte.
Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich es verstanden habe, bin mir aber nicht sicher, ob er sich mit mir oder mit uns treffen möchte.
Wenn ich mir Mirio anschaue, wäre mir durchaus beide Varianten recht.
Es ist noch etwas Zeit bis wir zur Burg müssen, um Pedora zu treffen.
Also gehen wir zum Köhler.
Markje ist eigentlich sehr nett, finde ich, weniger schroff als mich Hurgols Warnung glauben lies.
Er warnt uns vor dem Inquisitor und verspricht, Thika zu besuchen, wenn wieder etwas Ruhe eingekehrt ist.
Wir nehmen noch ein paar Säcke Holzkohle mit zurück ins Dorf uns stellen sie für ihn beim Dorfkrug ab.
Dann gehen wir zur Burg.
Pedora hat uns bereits angekündigt, daher lassen die Wachen uns heute durch.
Im Hof begrüßt uns Pedora und meint, der Herr wäre bereit, mit uns zu reden.
Allerdings nur durch die verschlossene Türe, weil er sich nicht zeigen kann.
Ich kann ihn überreden, mich zu ihm zu lassen, weil ich Heilmagierin bin.
Allein darf ich eintreten.
Er sieht wirklich schlimm aus, Hexen können grausam sein.
Ich frage, ob ich nähertreten darf, um ihn zu untersuchen.
Ich wedele ein bisschen mit den Armen und spreche ein Frühlingsgedicht auf Bosparano.
Dann schaue ich ihn ernst an und erkläre, dass der Fluch geheilt werden kann.
Ganz hinten in meinem Kopf flüstert eine leise Stimme, dass ich zu weit gehe, weil ich den Fluch gar nicht magisch untersucht habe, aber ich will das jetzt zu Ende bringen.
Also lasse ich ihn zitieren, was die Hexe sagte, als sie ihn verflucht hat.
Sei meinte, er solle alle Unschuldigen freilassen, die er gefangen hat.
Ich meine, er solle das tun, dann ist der Fluch gebrochen.
Er ist skeptisch, weil er meint, es sei Sache des Inquisitors, die Unschuld zu beweisen.
Ich halte dagegen, dass es ein Beweis der Unschuld sei, wenn der Fluch gebrochen wird, denn er macht genau das zur Bedigung.
In solchem Momenten bin ich sehr froh, dass ich in den Vorlesungen über dialektische Logik immer so aufmerksam war.
Der Inquisitor will sich mit mir geistig duellieren?
Soll er doch, aber er ist unbewaffnet!
Wir besprechen diese verzwickte Lage ein wenig und dann erklärt er sich bereit, die Müllers und den Echsenmensch freizulassen.
Pedora soll das erledigen.
Als ich nach draußen komme, schlottern mir zum zweiten Mal heute die Knie.
Ich berichte den anderen, was sich zugetragen hat und Pedora lässt sich die ungewöhnliche Anweisung von Herrn Trackenborn noch bestätigen.
Dann lassen wir gemeinsam die Müllers frei und holen auch den Echsenmensch aus dem Turm.
In der Sonne erwachen seine Lebensgeister.
Da ich keine Ahnung habe, ob mein Plan funktioniert und der Fluch tatsächlich gebrochen ist, meine ich zu den anderen, dass wir uns beeilen müssen.
Der Echsenmensch will aber die Burg nur verlassen, wenn er seine Steine wiederbekommt.
Pedora findet ein Beutelchen mit Steinen im Wachhaus und dann ist er zufrieden.
Draußen trennen wir uns von Pedora.
Ich gemahne die anderen, dass wir uns schnell von der Burg entfernen.
Der Echsenmensch erklärt uns, dass er zu einem Wasserfall will – dem Schwarzfall.
Er meint, seine Steine würden ihm den Weg weisen und er sieht dort keine Gefahr.
Dann verabschiedet er sich von uns und wir beschließen, die Burgruine zu untersuchen.
Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF, Nachtrag
Wir machen uns also in Richtung des Trackenbergs auf den Weg, um die Burgruine zu erkunden.
Unterwegs kommen wir beim Trackenhorn vorbei.
Ein beeindruckendes Gebilde, es sieht wirklich aus wie das Horn eines gigantischen Drachen.
Am Fuß des Trackenhorns stroßen wir auf etliche Spuren, vermutlich stammen sie von den Hexenjägern.
Wir klettern auf das Trackenhorn, um einen besseren Ausblick über die Gegend zu erhalten.
Ich hatte ja schon mal alles von oben gesehen, aber die anderen nicht.
Die Kletterpartie ist für mich sehr schwierig, ich bin einfach nicht für sowas gemacht.
Als wir oben stehen, bietet sich ein beeindruckendes Panorama.
In der Ferne sehen wir Nebelschwaden, die nicht natürlich wirken.
Vermutlich ist das magischer Nebel, ich traue mich fast wetten, dass das eine Reaktion der Hexen auf die Verfolgung ist.
Aber wissen kann ich das natürlich nicht.
Beim Abstieg lassen mich Mirkon und Aamrosch am Seil runter.
Als Amarosch herunterklettert, rutscht er weg und fällt tief.
Ich schaue mir seine Wunden an und versorge ihn, es ist schlimm, aber er wird es überstehen.
Als wir weitergehen, fällt mir ein seltsamer Busch auf: er trägt Tannenzweige, wo sie nicht hingehören.
Es stellt sich heraus, dass hinter dem Busch eine Höhle ist.
Wir untersuchen sie natürlich.
Amir geht voran und wir anderen folgen ihm.
Die Höhle hat wohl einmal Leute beherbergt, scheint aber seit längerem unbewohnt zu sein.
Wir finden eine alte, verwitterte Axt und einen zerbrochener Spaten, außerdem noch einen verschütteten Gang und Tierknochen.
Offensichtlich hat hier jemand gelagert, der Staubschicht nach zu schließen war aber seit Monaten niemand mehr hier.
In einem Raum finde ich einige kleine Bleche.
Die Bleche sind grob geschnitten und Amarosch schaut sie sich an.
Amarosch und Amir willen eine Truhe öffen, in der Amir dann ungefähr 30 Dukaten findet.
Als er weiter sucht, entdeckt er eine Gußform, in der wohl jemand ein Tier aus Gold und schwarzem Metall gießen wollte.
Wir schauen uns die Form genauer an und erkennen, dass man damit einen kleinen Greif gießen kann.
Dann überschlagen sich unsere Gedanken:
Amir meint, es sind genau 6 Betten hier, genau so viele wie der Inquisitor und seine Leute sind.
Was, wenn der Inquisitor ein Betrüger ist?
Ist das hier ihr Hauptquartier?
Ist es etwa in Wahrheit der Braune Harro?
Machen sie gemeinsame Sache mit den Hexen gegen den Herrn Trackenborn?
Die Verletzung des Braunen Harro könnte man mit einigen Zaubern vielleicht richten...
Andererseits passt das nicht zu den Hexen, sich mit so jemanden zusammen zu tun.
Was, wenn ich mich in den Hexen täusche, ich kenne sie ja nicht...
Und dann wiederum kann es ja auch Zwist unter den Hexen geben.
Fragen über Fragen...
Da die Zeit schon fortgeschritten ist, brechen wir auf zu dem Treffen mit Miro.
Wir machen einen Bogen ums Dorf und laufen zum Wald hinter der Mühle.
Ich höre Eulen im Wald, aus sehr vielen Richtungen.
Ungewöhnlich viele Eulen, denke ich mir so.
Dann sehe ich eine Eule oben auf einem Ast sitzen.
Sie beobachtet uns, da bin ich sicher.
Ich sage den anderen wegen der Eulen bescheid und muss direkt erklären, was Eulenhexen sind: Jäger der Hexenjäger.
Amarosch winkt der Eule und als wir weitergehen, fliegt sie davon.
Ob das ein gutes Zeichen ist?
Da es schon dunkel wird, macht Myrkon eine Fackel an.
Wir erreichen nach einer Weile eine eine Lichtung.
Gegenüber von uns geht auch eine Fackel an und eine Gestalt tritt hervor.
Es ist Mirio, er winkt uns zu.
Ich sehe, dass überall um die Lichtung Eulen sitzen.
Das ist sehr beängstigend.
Mirio hat uns erwartet und begrüßt uns.
Er meint, es war so gedacht, dass ich die anderen mitbringe, was ich eigentlich fast schade finde.
So eine gemeinsame Nacht im Wald wäre durchaus nach meinem Geschmack gewesen.
Wir diskutieren eine Weile und dann will Mirio uns einer Hexe vorstellen.
Einer echten Hexe, das ist vielleicht sogar noch besser, als eine Nacht mit Mirio im Wald.
Die Hexe ist Mirios Schwester, er winkt ihr mit einer Fackel und dann kommt sie zu uns.
Sie stellt sich als Ninella vor und gehört zu den Schwestern des grünen Tals.
Wir sprechen mit ihr über die Situation, es ist kein einfaches Gespräch.
Vertrauen gehört nicht zu den Grundeigenschaften von Hexen, vor allem nicht von Eulenhexen.
Ich versuche sie zu überzeugen, dass die Dörfler nicht ihre Feinde sind und dass sie zusammenarbeiten sollten.
Ninella will davon aber nichts wissen, sie misstraut allen außerhalb ihrer Gemeinschaft.
Was ich mich natürlich frage ist, warum die Schwester von Mirio, der ja von Madalea weiß, das Mädchen nicht in den Zirkel aufgenommen hat.
Aber vielleicht lässt sich das noch machen...
Ninella will, dass wir schwören, nichts über die Hexen zu verraten.
Nur Amarosch schwört, wir anderen finden es seltsam.
Vertrauen mit so einer Forderung zu beginnen halte ich für fehlgeleitet.
Als wir uns von ihr verabschieden, habe ich ein mulmiges Gefühl.
Welche Geheimnisse und Überraschungen sind hier in Trackenborn noch verborgen...
Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF, noch ein Nachtrag
Ninella ist also gegangen, wir sind wieder allein mit Mirio.
Wir berichten ihn von unseren Überlegungen zum Inquisitor und zum braunen Harro.
Mirio meint, Harro war während des Prozesses geknebelt.
Ich frage, ob irgendjemand Harro vorher mal gesehen hatte.
Mirio meint, nur der Jäger Torge sei mal von ihm überfallen worden.
Vielleicht hat auch Ana ihn gesehen, aber sonst niemand.
Mirio will ins Dorf zurück, wir kommen mit.
Unterwegs erfahren wir, dass der Inquisitor die ganze Zeit auf der Burg war – auch, als wir die Gefangenen befreit haben!
Was für eine schreckliche Gefahr, in der wir waren.
Mein Herz klopft ganz toll, als Mirio das erzählt.
Ich frage mich (und die anderen), warum Madalea noch nicht von den Hexen entdeckt wurde.
Aber eine wirklich Antwort finden wir nicht.
Während wir zusammen zum Dorf laufen, knackt es im Holz.
Wir schauen hin und entdecken ein Licht, das sich in eine ähnliche Richtung bewegt wie wir.
Unser Pfad wird dem dieses Lichts sicher kreuzen.
Eine Stimme ruft: "Wer da?"
Mirio erkennt Torge und meint, dass wir uns keine Sorgen machen müssen.
Torge kommt auf uns zu.
Als er uns erreicht, sehen wir, dass er einen Rehbock und eine Laterne trägt.
Er fragt uns, ob wir auf Hexenjagd waren, wir bejahen das ausweichend.
Er schaut Mirio traurig an, im Dorf ist wohl etwas passiert.
Mirio rennt los, ich hinterdrein, Myrkon auch.
Ich bin nicht so geschickt wie Mirio und deshalb etwas langsamer
Myrkon und ich erreichen nach einer Weile das Dorf.
Viele Fackeln sind angezündet, ich sehe noch, wie Mirio hinein rennt.
Ich renne weiter hinterher, Myrkon auch.
Am Eingang des Dorfes bleiben wir stehen und sehen, wie Mirio und Ogo sich umarmen.
Die Dorfbewohner stehen wie gelähmt herum, sehen traurig aus.
Ich laufe hin, und sehe, dass Fagi, Ogo und der Schmied voller Blut sind.
Sie waren an der Drachenhöhle und wurden von Goblins überfallen, haben aber gewonnen.
Den Trupp, der zur Trackenburg unterwegs war, hat ein noch größeres Unglück ereilt.
Hagen Birkenfeld ist zu Tode gestützt, seine Leiche liegt hier aufgebahrt.
Maga Kienacker ist den Abhang runter gestützt und hat sich schwer verletzt.
Ich will, dass Ogo die Leute ins Gasthaus holt, weil ich will, dass es aufhört.
Myrkon hält mich davon ab und meint, es ist jetzt die Zeit für Trauer.
Er hält eine andächte Rede, "Die Jagd forderte ihren Preis, ... Mut, Ehre, Rondra, ..."
Leere Worte, die mich was machen... wütend, traurig, zornig, hilflos...?
Ich renne ins Gasthaus, klettere in den Schlafsaal und heule Rotz und Wasser.
Irgendwann kommt Myrkon uns setzt sich schweigen daneben.
Ich bemerke wie er mir eine Hand auf die Schulter legt und schlafe irgendwann ein.
Ich schlafe tief, eine lange Nacht, ohne Träume.
Trackenborn, 4. Rahja 1023 BF
Irgendwann wache ich auf, in mein Bewusstsein dringen Fragemente eines Gesprächs.
Hagen wollte gegen eine Geistererscheinung kämpfen, Maga geht es wohl sehr schlecht.
Als ich genug Kraft gesammelt habe, um aufzustehen, tapse ich zum Frühstück.
Nach reden ist mir nicht zumute.
Weil ich mich gestern Abend nicht um Maga gekümmert habe, gehe ich direkt zur Spinnstube.
Ich frage die Novizin, ob ich helfen kann und untersuche Magas Wunde.
Das gebrochene Bein zu heilen ist nicht schwer, Maga wird wieder ganz normal laufen können.
Dann tapse ich zurück zum Gasthaus.
Myrkon ist jetzt auch wach.
Ogo fragt, ob ich Maga helfen konnte.
Ich sage, dass ich das konnte und dass sie wieder laufen können wird.
Nach einer Weile kommt Pedora.
Sie berichtet, der Herr Trackenborn ist wieder wohlauf – mein Theorie hat also gestimmt.
Das freut mich, zumindest etwas.
Pedora meint auch, der Herr lädt uns auf die Burg ein.
Myrkon erklärt, dass es ganz einfach ist, mit den Hexen in Frieden zu leben.
Die Schulzin ist sich wegen des Inquisitors nicht sicher.
Nachdem ich das Gespräch der beiden eine Weile verfolge, platzt es aus mir heraus.
Ich schlage mit der Faust auf den Tisch und rufe: Der Inquisitor ist ein Betrüger!
Pedora meint, das wäre Ketzerei und Amarosch hält mir den Mund zu.
Gemeinsam überreden wir Pedora aber doch, sich mit uns darüber zu unterhalten.
Sie führt uns in ihr Haus und wir zeigen ihr die Beweise, die wir gefunden haben: die Gussförmchen und die Bleche.
Das scheint sie zu überzeugen.
Wir besprechen, wie wir den Inquisitor überführen könnten.
Unsere Vermutung ist, dass eigentlich der Inquisitor der braune Harro ist und das mit dem Schwarzmagier nur erfunden war.
Dazu laufen wir los in Richtung der Höhle, die wir gestern entdeckt haben.
Als wir ankommen, sehen wir, dass das Blattwerk entfernt wurde.
Spuren gehen rein und raus.
Es war jemand hier!
Alle weiteren Beweise, die wir zurückgelassen hatten, wurden entfernt.
Wir brechen wieder auf und gehen zu Torge, bei dem wir gegen Mittag eintreffen.
Torge sitzt vor seiner Hütte und bastelt an seinen Fallen
Er berichtet, dass der Braune Harro nicht geknebelt war, sondern geschimpft hat, als er verhaftet wurde.
Die Leute, die Torge mit dem braunen Harro zusammen überfallen ahtten, waren ein Mann mit schwarzen Haare, zu einem Zopf geflochten und eine Frau mit blonden Locken.
Das könnten schon die Gefährten des Inquisitors gewesen sein.
Torge meint, er könnte die Leute auch unabhängig von den Haaren identifizieren.
Um die Sache aufzuklären, wollen Amarosch und Myrkon ein Vier-Augen-Treffen mit dem Herrn Trackenborn.
Wir beschließen, während der Beisetzung von Hagen zur Burg zu gehen, weil der Inquisitor dann nicht auf der Burg ist.
Trackenborn, 4. Rahja 1023 BF, Nachtrag
Wir unterhalten uns noch etwas mit Pedora über den Inquisitor, wähend wir in Richtung des Dorfes laufen.
Als wir dort ankommen, verabschiedet sich Pedora und wir gehen zum Dorfkrug.
Die Stimmung ist immer noch getrübt.
Im Dorfkrug sind Pagana Boll, Ogo und Mirio.
Ogo möchte wissen, ob wir etwas neues erfahren haben.
Wir weichen ein bisschen aus – mir ist gar nicht so sehr nach reden.
Pagana kommt irgendwann zu uns und bedankt sich, weil ich Maga geholfen habe.
Ich bitte sie, sich zu uns zu setzen.
Wir unterhalten uns mit ihr und sie ist auch der Meinung, der Inquisitor könne gut Leute aufstacheln.
Sie berichtet, dass auf der Burg ein paarmal "Ketzerin" gesagt wurde – und dass das wohl auf mich bezogen war.
Und sie erzählt uns, dass der Inquisitor sich manchmal gegenüber dem Herrn Trackenborn im Ton vergreift.
Das sollte einem Inquisitor eigentlich nicht passieren.
Pagana scheint den Herrn Trackenborn jedenfalls zu mögen, fällt uns nebenbei auf.
Während wir über den Herrn Trackenborn reden, erkläre ich Pagana, was es mit dem Fluch auf sich hatte.
Dann bittet sie uns, bei der nächsten Hexenjagd ihren Trupp zu begleiten.
Ich lehne ab, ich will nicht, dass weiter gejagt wird.
Das kostet nur unnötig Blut.
Dann verabschiedet sie sich und geht.
Amarosch will die Kiste aus der Höhle "loswerden".
Amir öffnet sie und es sind ungefähr 50 Dukaten und ein Amulett drin.
Das Amulett entspricht ziemlich genau der Beschreibung von Al'Fessir.
Ich vermute, dass die Person am Galgen der Diener Al'Fessirs ist, aber das kann nicht sein, weil der schon länger dort hängt.
Wir sind uns mittlerweile aber alle sicher, dass der Inquisitor der braune Harro ist.
Die anderen wollen die 50 Dukaten unter uns aufteilen.
Ich bekomme auch einen Anteil und habe ein schlechtes Gewissen deswegen.
Das ist ja nicht unser Geld.
Dann hören wir Reiter und spähen aus dem Fenster.
Der Inquisitor und sein Gefolge kommen ins Dorf.
Der Gutaussehende fehlt, wie schade.
Wir befürchten, dass sie unseretwegen gekommen sind und flüchten durch den Hinterausgang.
Aber Amir beobachtet sie und bemerkt, dass sie in die andere Richtung gehen.
Tatsächlich hinkt der Inquisitor, anders als der braune Harro!
Die fünf gehen zu einem Haus, zwei von ihnen tragen einen Sack mit Blumen und einer Kerze, einen Korb mit Essen und ein Schreiben.
Das ist die Gelegenheit, zur Burg zu gehen.
Wir laufen los und die Wachen lassen uns auch ein.
Eine Zofe macht auf und als ich mich vorstelle, lässt sie uns ein.
Wir folgen ihr durch den Thronsaal und zum Schreibzimmer von Herrn Trackenborn.
Er bittet uns herein und schaut wieder ganz gesund aus.
Wie schön, dass meine Theorie aufgegangen ist.
Ich kann es selbst kaum glauben.
Der Herr Trackenborn steht am Fenster und diktiert dem Gutaussehenden etwas.
Hier steckt der Kerl also!
Wir bekommen mit, dass es um die Hexenjagd geht.
Ein unschönes Thema.
Herr Trackenborn nennt den Gutaussehenden Kulas.
Wir erklären, dass wir Herrn Trackenborn sprechen müssen und Kulas will dabei sein.
So ein frecher Kerl!
Dabei schaut der so gut aus.
Wir diskutieren kurz mit ihm, ob das angemessen ist.
Aber dann meint der Herr Trackenborn, das wäre in Ordnung.
Herr Trackenborn ist gastfreundlich und lädt uns zum Essen ein.
Ich setze mich neben ihn, die anderen schließen die Runde.
Kulas setzt sich dem Herrn Trackenborn gegenüber ans andere Kopfende des Tisches.
Herr Trackenborn bedankt sich, dass ich den Fluch von ihm genommen habe.
Ich meine, dass das eigentlich gar nicht so schwer war, wichtig war, dass es sich richtig entschieden hatte.
Dann meint er, dass mit dem Praiosdiener auf Seite der Dörfler, die Hexen wenig Gegenwehr leisten können.
Ich kann nicht widerstehen und sage, dass wir uns sputen sollten, einen Praiosdiener zu finden.
Amaroschs Ellenbogen rumst mir in die Seite.
Trackenborn spricht lange mit uns.
Er will vieles wissen, über Madalea, über Magie und was das alles bedeutet.
Ich erkläre, dass Madalea unschuldig ist, weil sie Magie nicht kontrollieren kann.
Und ich meine, dass ich sie mit an die Akademie nehmen würde.
Dann berichte ich von meinem Leben - er fragte danach – und erzähle alles aus Lowangen, die Reise nach Elevina, den Überfall der Flusspiraten.
Er hört ganz artig zu, das bin ich gar nich gewohnt.
Dann nickt er und meint ernst, dass er eine Stelle als Hofmagus für mich hätte.
Vor einer Weile war wohl ein Mann da, ebenfalls Magier, der mit seiner Bibliothek recht zufrieden war.
Während wir das diskutieren, geht Kulas irgendwann.
Wir ergreifen die Gelegenheit und erklären dem Herrn Trackenborn, was es wirklich mit dem Inquisitor auf sich hat.
Er ist einigermaßen fassungslos, gleichermaßen wegen der ungeheuerlichen Anschuldigung und der Plausibilität, die wir vortragen.
Offiziell kann er uns nicht unterstützen, falls wir falsch liegen, möchte er nicht involviert sein.
Aber inoffiziell lässt er uns erst einmal gewähren und wir versuchen, die nächsten Beweise zu sichern.