Trackenborn, 1. Rahja 1023 BF, Abends Wir laufen zurück ins Dorf und unterhalten uns. Myrkon hat mir viel zum Denken gegeben. Im Dorf ist es ruhiger als tagsüber. In der Spinnstube liest die Novizin des Perainegeweihten einigen Kindern Geschichten vor. Ein paar der Kinder schlafen schon. Auf dem Tanzplatz sind nicht so viele Leute wie ich es dachte. Richtige Tanzstimmung kommt nicht auf und ich setze mich still an die Tränke. Myrkon gibt ein Lied zum besten und die Leute jubeln ihm zu. Amir möchte zu Bett und geht ins Gasthaus. Amarosch holt Bier aus der Schankstube und berichtet uns, dass der Müllersjunge drinnen einen großen Auftritt hat. Wir sind neugierig und wollen uns das anschauen. Tatsächlich sind drinnen viel mehr Leute als auf dem Tanzplatz und Federik erzählt Geschichten über seine Schwester. Der Bursche hat ordentlich einen über den Durst getrunken und ich merke schon, dass etliches von dem, was er da berichtet, Unsinn ist – zumindest in Bezug auf magische Fähigkeiten. Er scheint seine Schwester nicht sonderlich zu mögen. Mirio meint, er macht das wohl öfter, sich "einen von der Seele" zu reden. Ich finde, das ist Lästerei und gar nicht in Ordnung. An einer passenden Stelle stoße ich meinen Stab auf den Boden und rufe laut einen alten Kinderreim Bosparano: "Holla, hollei, der Topf entzwei, wer ist es wohl gewesen? Egal, egal, die Scherben weg, wir holen schnell den Besen." Dann hebe ich den Stab etwas, so dass alle das Licht sehen können. Es wird schnell still, ein paar Leute weichen zurück und ich erkläre, dass Magie nichts böses ist. Als etwas Ruhe eingekehrt ist, bitte ich Myrkon den Stab auf die andere Seite zu tragen, woraufhin sofort sein Licht ausgeht. Myrkon steht auf der anderen Seite des Raumes, ich mache ein paar theatralischen Gesten und erkläre, dass ich den Stab fliegen lassen kann. Dann rufe ich: "Stab, zu mir!" und lasse den Stab apportieren. Einige Leute sind beeindruckt, so müssen sich die Schausteller in Lowangen auf dem Markt fühlen. Ich erkläre den Leuten, wie nützlich Magie sein kann, dass ich damit heilen kann und andere sinnvolle Dinge tun kann. Dann locke ich noch eine Maus an, was einige freut und andere verärgert. Ein paar Leute wollen, dass ich mit Magie die Mäuse aus dem Dorf jage. Ich erkläre ihnen, dass das dumm wäre, weil sie ja an den Mäusen auch erkennen, ob das Korn faul geworden ist. Sowas müssten sie doch wissen, die Bauern! Ich heile noch einen eingewachsenen Nagel, ganz ohne Magie und umwickle den Zeh dann mit einem Verband, den ich in Schnaps tränke. Während ich die Leute beschäftige, will Amarosch Federik nach Hause tragen. Zwei Männer von der Burg nehmen ihm den Jungen aber ab. Danach gehe ich auch zu Bett. Oben, wo geschlafen wird, liegt Amir auf dem Boden. Ich decke ihn zu, der arme Kerl war wohl so erschöpft, dass er es nicht mal bis zum Strohlager geschafft hat.