Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF, Nachtrag
Wir machen uns also in Richtung des Trackenbergs auf den Weg, um die Burgruine zu erkunden.
Unterwegs kommen wir beim Trackenhorn vorbei.
Ein beeindruckendes Gebilde, es sieht wirklich aus wie das Horn eines gigantischen Drachen.
Am Fuß des Trackenhorns stroßen wir auf etliche Spuren, vermutlich stammen sie von den Hexenjägern.
Wir klettern auf das Trackenhorn, um einen besseren Ausblick über die Gegend zu erhalten.
Ich hatte ja schon mal alles von oben gesehen, aber die anderen nicht.
Die Kletterpartie ist für mich sehr schwierig, ich bin einfach nicht für sowas gemacht.
Als wir oben stehen, bietet sich ein beeindruckendes Panorama.
In der Ferne sehen wir Nebelschwaden, die nicht natürlich wirken.
Vermutlich ist das magischer Nebel, ich traue mich fast wetten, dass das eine Reaktion der Hexen auf die Verfolgung ist.
Aber wissen kann ich das natürlich nicht.
Beim Abstieg lassen mich Mirkon und Aamrosch am Seil runter.
Als Amarosch herunterklettert, rutscht er weg und fällt tief.
Ich schaue mir seine Wunden an und versorge ihn, es ist schlimm, aber er wird es überstehen.
Als wir weitergehen, fällt mir ein seltsamer Busch auf: er trägt Tannenzweige, wo sie nicht hingehören.
Es stellt sich heraus, dass hinter dem Busch eine Höhle ist.
Wir untersuchen sie natürlich.
Amir geht voran und wir anderen folgen ihm.
Die Höhle hat wohl einmal Leute beherbergt, scheint aber seit längerem unbewohnt zu sein.
Wir finden eine alte, verwitterte Axt und einen zerbrochener Spaten, außerdem noch einen verschütteten Gang und Tierknochen.
Offensichtlich hat hier jemand gelagert, der Staubschicht nach zu schließen war aber seit Monaten niemand mehr hier.
In einem Raum finde ich einige kleine Bleche.
Die Bleche sind grob geschnitten und Amarosch schaut sie sich an.
Amarosch und Amir willen eine Truhe öffen, in der Amir dann ungefähr 30 Dukaten findet.
Als er weiter sucht, entdeckt er eine Gußform, in der wohl jemand ein Tier aus Gold und schwarzem Metall gießen wollte.
Wir schauen uns die Form genauer an und erkennen, dass man damit einen kleinen Greif gießen kann.
Dann überschlagen sich unsere Gedanken:
Amir meint, es sind genau 6 Betten hier, genau so viele wie der Inquisitor und seine Leute sind.
Was, wenn der Inquisitor ein Betrüger ist?
Ist das hier ihr Hauptquartier?
Ist es etwa in Wahrheit der Braune Harro?
Machen sie gemeinsame Sache mit den Hexen gegen den Herrn Trackenborn?
Die Verletzung des Braunen Harro könnte man mit einigen Zaubern vielleicht richten...
Andererseits passt das nicht zu den Hexen, sich mit so jemanden zusammen zu tun.
Was, wenn ich mich in den Hexen täusche, ich kenne sie ja nicht...
Und dann wiederum kann es ja auch Zwist unter den Hexen geben.
Fragen über Fragen...
Da die Zeit schon fortgeschritten ist, brechen wir auf zu dem Treffen mit Miro.
Wir machen einen Bogen ums Dorf und laufen zum Wald hinter der Mühle.
Ich höre Eulen im Wald, aus sehr vielen Richtungen.
Ungewöhnlich viele Eulen, denke ich mir so.
Dann sehe ich eine Eule oben auf einem Ast sitzen.
Sie beobachtet uns, da bin ich sicher.
Ich sage den anderen wegen der Eulen bescheid und muss direkt erklären, was Eulenhexen sind: Jäger der Hexenjäger.
Amarosch winkt der Eule und als wir weitergehen, fliegt sie davon.
Ob das ein gutes Zeichen ist?
Da es schon dunkel wird, macht Myrkon eine Fackel an.
Wir erreichen nach einer Weile eine eine Lichtung.
Gegenüber von uns geht auch eine Fackel an und eine Gestalt tritt hervor.
Es ist Mirio, er winkt uns zu.
Ich sehe, dass überall um die Lichtung Eulen sitzen.
Das ist sehr beängstigend.
Mirio hat uns erwartet und begrüßt uns.
Er meint, es war so gedacht, dass ich die anderen mitbringe, was ich eigentlich fast schade finde.
So eine gemeinsame Nacht im Wald wäre durchaus nach meinem Geschmack gewesen.
Wir diskutieren eine Weile und dann will Mirio uns einer Hexe vorstellen.
Einer echten Hexe, das ist vielleicht sogar noch besser, als eine Nacht mit Mirio im Wald.
Die Hexe ist Mirios Schwester, er winkt ihr mit einer Fackel und dann kommt sie zu uns.
Sie stellt sich als Ninella vor und gehört zu den Schwestern des grünen Tals.
Wir sprechen mit ihr über die Situation, es ist kein einfaches Gespräch.
Vertrauen gehört nicht zu den Grundeigenschaften von Hexen, vor allem nicht von Eulenhexen.
Ich versuche sie zu überzeugen, dass die Dörfler nicht ihre Feinde sind und dass sie zusammenarbeiten sollten.
Ninella will davon aber nichts wissen, sie misstraut allen außerhalb ihrer Gemeinschaft.
Was ich mich natürlich frage ist, warum die Schwester von Mirio, der ja von Madalea weiß, das Mädchen nicht in den Zirkel aufgenommen hat.
Aber vielleicht lässt sich das noch machen...
Ninella will, dass wir schwören, nichts über die Hexen zu verraten.
Nur Amarosch schwört, wir anderen finden es seltsam.
Vertrauen mit so einer Forderung zu beginnen halte ich für fehlgeleitet.
Als wir uns von ihr verabschieden, habe ich ein mulmiges Gefühl.
Welche Geheimnisse und Überraschungen sind hier in Trackenborn noch verborgen...