Trackenborn, 3. Rahja 1023 BF, noch ein Nachtrag
Ninella ist also gegangen, wir sind wieder allein mit Mirio.
Wir berichten ihn von unseren Überlegungen zum Inquisitor und zum braunen Harro.
Mirio meint, Harro war während des Prozesses geknebelt.
Ich frage, ob irgendjemand Harro vorher mal gesehen hatte.
Mirio meint, nur der Jäger Torge sei mal von ihm überfallen worden.
Vielleicht hat auch Ana ihn gesehen, aber sonst niemand.
Mirio will ins Dorf zurück, wir kommen mit.
Unterwegs erfahren wir, dass der Inquisitor die ganze Zeit auf der Burg war – auch, als wir die Gefangenen befreit haben!
Was für eine schreckliche Gefahr, in der wir waren.
Mein Herz klopft ganz toll, als Mirio das erzählt.
Ich frage mich (und die anderen), warum Madalea noch nicht von den Hexen entdeckt wurde.
Aber eine wirklich Antwort finden wir nicht.
Während wir zusammen zum Dorf laufen, knackt es im Holz.
Wir schauen hin und entdecken ein Licht, das sich in eine ähnliche Richtung bewegt wie wir.
Unser Pfad wird dem dieses Lichts sicher kreuzen.
Eine Stimme ruft: "Wer da?"
Mirio erkennt Torge und meint, dass wir uns keine Sorgen machen müssen.
Torge kommt auf uns zu.
Als er uns erreicht, sehen wir, dass er einen Rehbock und eine Laterne trägt.
Er fragt uns, ob wir auf Hexenjagd waren, wir bejahen das ausweichend.
Er schaut Mirio traurig an, im Dorf ist wohl etwas passiert.
Mirio rennt los, ich hinterdrein, Myrkon auch.
Ich bin nicht so geschickt wie Mirio und deshalb etwas langsamer
Myrkon und ich erreichen nach einer Weile das Dorf.
Viele Fackeln sind angezündet, ich sehe noch, wie Mirio hinein rennt.
Ich renne weiter hinterher, Myrkon auch.
Am Eingang des Dorfes bleiben wir stehen und sehen, wie Mirio und Ogo sich umarmen.
Die Dorfbewohner stehen wie gelähmt herum, sehen traurig aus.
Ich laufe hin, und sehe, dass Fagi, Ogo und der Schmied voller Blut sind.
Sie waren an der Drachenhöhle und wurden von Goblins überfallen, haben aber gewonnen.
Den Trupp, der zur Trackenburg unterwegs war, hat ein noch größeres Unglück ereilt.
Hagen Birkenfeld ist zu Tode gestützt, seine Leiche liegt hier aufgebahrt.
Maga Kienacker ist den Abhang runter gestützt und hat sich schwer verletzt.
Ich will, dass Ogo die Leute ins Gasthaus holt, weil ich will, dass es aufhört.
Myrkon hält mich davon ab und meint, es ist jetzt die Zeit für Trauer.
Er hält eine andächte Rede, "Die Jagd forderte ihren Preis, ... Mut, Ehre, Rondra, ..."
Leere Worte, die mich was machen... wütend, traurig, zornig, hilflos...?
Ich renne ins Gasthaus, klettere in den Schlafsaal und heule Rotz und Wasser.
Irgendwann kommt Myrkon uns setzt sich schweigen daneben.
Ich bemerke wie er mir eine Hand auf die Schulter legt und schlafe irgendwann ein.
Ich schlafe tief, eine lange Nacht, ohne Träume.