Salmingen, 27. Rahja 1023 BF

Am nächsten Morgen brechen wir früh auf, um dieses Übel zu finden.
Dera Weidenhag gibt uns  Wasserschläuche und rät uns, Pferd und Esel in der Stadt zu lassen.
Das ist ein guter Vorschlag, weil ja der Fluss mittlerweile stark verseucht ist und wir kaum so viel Wasser schleppen können.

Wir laufen, den Auen folgend, an der Rakula entlang.
Unterwegs finden Amir und ich einige Blätter Wirselkraut.
Die Rakula ist heute stark verseucht.
Wir sehen tote Fische am Ufer, Aasfliegen über den Kadavern und immer wieder Büschel der schwarzen Pflanzen im Wasser treiben.
Gegen Mittag finden wir den ersten Zufluss.
Ölige Schlieren kommen von dort, der kleine Fluss ist fast schwarz.
Wir beschließen, zunächst diesem Zufluss zu folgen.
Als wir einen See erreichen, sehe ich ein verendetes Rotpüschel.
Das arme Tier hat wohl von dem Wasser getrunken.
Seine Gliedmaßen stehen seltsam vom Körper ab und im Mund hat es etwas von diesem abscheulichen Gras.
Wie kann etwas nur so grausam zu Tieren sein?

Weiter den Fluss hinauf, bemerken wir, dass die Tierwelt sich verändert hat.
Das Vogelzwitschern ist verstummt und Tiere verhalten sich seltsam.
Ein Fuchs versucht mich zu beißen und rennt dann weg.
Ich habe eine Idee, die uns weiterhelfen kann.
Amir und ich fangen einen Hasen und ich bitte die Gütige, mich mit ihm sprechen zu lassen.
Der Hase erzählt mir, dass auch er aus dem Fluss getrunken hat.
Ich höre ihn immer wieder sagen: Durst, Durst stillen, Beißen, Angriff.
Er berichtet außerdem von einer großen Pflanze, die er beschützen muss.
Ich sage ihm, dass wir das dann auch tun müssen und dann hoppelt er in Richtung der Quelle.

Wir nehmen den gleichen Weg, wachsam, weil immer wieder die verwirrten Tiere unseren Weg kreuzen.
Dann hören wir aus einem nahen Waldstück schrille Schreie.
Sie sind nicht menschlich, klingen eher wie ein seltsames Tier.
Die Luft hier trägt einen intensiven fauligen Gestank mit sich.
Wir haben die Quelle des Baches erreicht und sehen die Ursache des Übels.
Auf der Quelle trohnt eine abscheuliche Pflanze, umgeben von toten oder leidenden Tieren.
Die Schreie kommen von einem Luchs, der sich in seine eigene Flanke verbissen hat.
Ein schleimiges Etwas in der Pflanze pulsiert.
Wir müssen diesem Leid ein Ende machen und ebenso dieser unheiligen Pflanze.


Revision #1
Created 2026-10-11 20:27:39 UTC by Gerrit
Updated 2026-10-11 20:38:30 UTC by Gerrit