Greifenfurt, 23. Phex, Am Abend Eines der Kinder, Aldec, kennt sich wohl ganz gut in der zerstörten Stadt aus. Im Zentrum tragen die Orks den Praiostempel ab und graben nach irgendetwas. Aldec soll uns also führen. Fildorn möchte uns begleiten. Dagegen kann ich nichts sagen. Die unstrukturierte Neugier der Zivilisten macht mir nur zu schaffen. Sie wollen halt immer an die für sie interessanten Plätze, statt sich erstmal einen Überblick zu verschaffen. Wir erfahren, dass Greifenfurt ohne Gegenwehr in einer einzigen Nacht von den Orks eingenommen wurde. Das kommt mir seltsam vor, weil es einerseits Planung auf Seite der Orks voraussetzt, andererseits Kooperation auf Seite der Stadtbewohner. Die Orkhäuptlinge sind wohl ziemliche Heißsporne und lassen seitdem die Stadt zurückbauen. Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn: Warum einen wertvollen Stützpunkt wie Greifenfurt aufgeben. Andererseits passt es zu den zerstörten Brunnen. Ich denke darüber nach, was wir sehen und komme zu der Einschätzung, dass dieser Zustand der Stadt nicht allein von Menschen verursacht sein kann. Vor der Stadt waren weder Katapulte noch Schleudern und es gab auch kein Schlachtfeld, das von den Spuren schweren Geräts zerwühlt war. Sinnvoll ist es nicht, eine so leicht eroberte Stadt einfach zu zerstören – die Stadtmauer von Greifenfurt war eine weithin berühmte Wehranlage. Vermutlich haben die Orks einige Oger eingesetzt, um die Häuser zu zerstören. Aber diese blinde Zerstörungswut passt nicht zu der meisterlichen Strategie, mit der die Orks bisher auf diesem Feldzug gegen die Reiche der Menschen unterwegs waren. Alles an dieser Situation ergibt keinen Sinn für mich – aber wann ergibt Krieg schon Sinn? Ich denke wieder wehmütig an Bethana und sehe mich nach dem Lieblichen Feld zurück. Die Fuchshöhle hat einen eigenen Brunnen, der im Moment noch sauber ist. Lange kann das nicht mehr dauern, wenn ich den Mühlgraben und die anderen Brunnen in der Stadt betrachte. Wir erfahren, dass die meisten Bewohner Greifenfurts außerhalb der Stadt von den Orks in Schach gehalten werden. Ich frage mich, wie die Orks diese Menge Menschen ernähren. Einen logistisch so attraktiven Stützpunkt wie Greifenfurt nicht dafür zu nutzen, ergibt wieder keinen Sinn für mich. Bevor wir aufbrechen, kommt jemand zu Lancorian und meint, dass ein Mann den Orks am Platz der Sonne entkommen ist. Wir sprechen mit ihm und erfahren, dass dort ungefähr 60 Menschen als Sklaven gehalten werden. Sklaven, wie bei den Novadis in Unau. Die Leute müssen rund um die Uhr arbeiten und schlafen in einfachen Barracken. Sie sollen nach irgendetwas suchen und sich durch das Fundament des ehemaligen Praiostempels graben. Der Geweihte Bruder Korvinian wurde von den Orks ans Tempeltor genagelt. Als die Abschreckung nicht gereicht hat, haben die Orks noch ein Dutzend Leute ihren Götzen geopfert. Mit diesem Wissen brechen wir auf. Wir verlassen die Fuchshöhle durch den Hinterausgang der Küche, Aldec führt uns zum Haus des Magistrats. Bredo schaut mit irgendeinem magischen Blick durch die Wand in das Haus und sieht einen älteren Mann, der an einem Kamin sitzt. Danach führt uns Aldec zum Platz der Sonne. Eine Wand des Tempels steht noch, der Greif sitzt noch oben auf der Mauer. Die anderen Seiten des Tempels sind eingerissen. Menschen in Ketten und Lumpen hacken auf das Fundament des Tempels ein. Wir sehen Schutthaufen, Geröll, Holz, Ziegel und auch Metall zwischen den Barracken. Aldec zeigt uns die Häuser der Familien Brohm und Elfenberg. Die Gebäude sind nicht angerührt worden. Typisch, die Reichsten werden verschont. Sie waren reich und im Stadtrat. Vielleicht haben sie mit den Orks kollaboriert und die Übernahme der Stadt mit vorbereitet? Aldec meint, der Turm des Henkers ist auch in der Nähe. Wir gehen in Richtung des Henkerturms, erneut am Haus des Magistrats vorbei. Weit kommen wir nicht, als ein Tumult bei der Bodenplatte des Tempels ausbricht. Ein Orkschame bestraft einen Orkkrieger, die anderen Orks haben es eilig, wegzukommen. Fildon betet zu Aves und dieser gewährt ihm, die Sprache der Orks zu verstehen. Er erfährt, dass Sharraz Garthai gen Firun ziehen will. Aldec meint, das sei der oberste der Orks in der Stadt. Wir kehren zurück zur Fuchshöhle. Lancorian hat auch keine Idee, was die Orks unter dem Praiostempel suchen. Er meint lediglich, dass der Platz der Sonne auch als Praiosberg bezeichnet wurde. Fildorn belauscht auch noch die Orks bei Lancorian und erfährt, dass Garthais Aufbruch in fünf Tagen passieren soll. Außerdem erfährt er, dass die Orks die Brohms in ihrem Haus gefangen halten. Ich beneide sie fast darum, in dieser Villa ausharren zu müssen. Den Elfenbergs ergeht es wohl ähnlich. Lancorian erklärt, dass diese eine gute Beziehung zu Darrag dem Schmied und den Therbuniten hatten. Die Elfenbergs haben wohl auch Karten der Stadt. Das könnte interessant sein.