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Albenhus, 23. Ingerimm 1023 BF, Nachtrag

Heute Abend ist das Fest bei Al'Fessir.
Amir überlegt wegen seiner Tarnidentität, ich schlage "Amir ibn Drachenstein" vor, das klingt in meinen Ohren sehr tulamidisch.
Mal schauen, was er sich so ausdenkt, während wir anderen uns in der Stadt umschauen.

Myrkon und Amarosch gehen zum Hafen, ich werde die Anconiter aufsuchen.
Zu denen wollte ich ohnehin, das passt prima.
Eisinger beschreibt mir den weg und ich verlasse Albenhus nach Süden.
Gar nicht weit vor der Stadt ist das Kloster.
Mich begrüßt ein offenes Holztor mit dem Schild "Bruder- und Schwesternschaft zur Förderung der Heilzauberei".
Das gefällt mir sehr, das sind sehr hilfreiche Leute.

Ich sehe direkt einige im Hof und eine junge Adepta begrüßt mich.
Wir unterhalten uns kurz, ich erkläre ihr, dass ich einen wichtigen Auftrag habe und wegen der Todesfälle mit jemanden sprechen muss.
Sie verweist mich an einen pausbäckigen Mann mit wenigen Haaren, der zu Rate gezogen wurde.
Ich erkläre auch dem Mann, wer ich bin und was ich erfahren möchte.
Er ist Apothekarius und kennt sich mit Kräutern aus.
Ein Gespräch unter Beinahe-Kollegys, wie schön!
Er selbst hat die Toten leider gar nicht gesehen.
Die eigentliche Untersuchung hat der Abt Hektor von Vinsalt übernommen, der ist gerade nicht da, sondern in Ferdok.
Ich erfahre von ihm, dass der Tote im Torkelnden Einhorn wohl ein Selbstmord wegen einer Überdosis war.
Der Tote hatte blaue Streifen und seine Zunge war geschwollen und blau angelaufen.
Ich kenne einige Gift, die zu so einem Erstickungstod führen könnten.
Die Hübschlerin im Hafen wurde wohl vergiftet – allerdings weiß er nicht, mit welchem Gift.
Er ist sich nicht einmal sicher, ob überhaupt untersucht wurde, welches Gift das war.
Wenn ich Details wissen möchte, müsste ich morgen noch einmal kommen, da ist dann der Abt wieder da.
Ich spende dem Kloster 5 Silbertaler aus meiner knappen Reisekasse.
Dann laufe ich zurück in die Stadt.

Da noch etwas Zeit ist, überlege ich mir, zum Siechenhaus zu gehen.
Vielleicht kann ich da etwas tun.

Ich hole meinen Rucksack aus Eisingers Haus und laufe zum Traviatempel, wo ich meine Hilfe anbiete.
Dort laufen Gänse herum und eine Novizin schenkt Suppe aus.
Der Bruder, der den Tempel leitet, heißt Lultbirk Dreifeld und verweist mich an seinen Bruder Reginwald Dreifeld, der die Kranken im Siechenhaus versorgt.
Vermutlich sind die beiden wirklich Brüder und nicht nur Brüder als Traviageweihte.
Solche Mehrfachverwendungen von Worten machen das Leben immer so kompliziert...

Die Gasse zwischen Traviatempel und Siechenhaus ist sehr eng, ganz anders als in dem Stadtviertel, im dem Eisingers Haus steht.
Reginwald freut sich, dass ich ihm helfen mag, weil es im Siechenhaus immer Verletzte aus dem Hafen gibt.
Er gibt mir direkt eine Schüssel mit Wasser und lässt mich einen Bewusstlosen waschen.
Während der Arbeit unterhalten wir uns.
Der Bewusstlose ist ein Hafenarbeiter, der mit Flinken Difar eingeliefert wurde.
Dass er jetzt bewusstlos ist, wundert mich, aber Reginwald hat keine Erklärung.

Ich frage ihn, ob ich mir schwierigere Fälle anschauen soll und er lässt mich einen gebrochenen Oberschenkel richten.
Das ist für den armen Kerl schlimm, aber ich benötige noch nicht einmal Magie, um das Bein zu richten.
Reginwald ist einigermaßen erstaunt, was ich so kann und freut sich offensichtlich.
Ich bleibe noch eine Weile, versorge Kranke und Verletzte und erfahre das ein oder andere dabei.
Unter anderem, dass seit Al'Fessir in der Stadt ist, viele Fremdländische da sind.
Einige nennen Al'Fessir "Götzendiener", andere finden ihn gut.
Auch über die Fremdländischen fluchen einige und andere meinen, dass sie sehr nett sind.
Vor allem die Ärmsten betonen ihre Großzügigkeit, die wohl von ihrer Gottheit so gewünscht wird.

Interessant ist, dass einer der Kranken berichtet, ein Bekannter hätte beobachtet, wie die Hübschlerin zu Tode gekommen ist – und dass es kein Gift war, sondern das sie erschlagen wurde!
Das ist ja interessant!