Albenhus, 24. Ingerimm 1023 BF
Ich treffe Amarosch beim Frühstück.
Der große Spiegel in meinem Zimmer hat mir verraten, dass meine Wangen etwas röter sind als sonst.
Das wird wohl den ganzen Tag über bleiben.
Und ich bekomme nicht alle Haarsträhnen ordentlich zusammengebunden.
Das ist jedesmal so, wenn ich...
Naja, ich bin fast ein bisschen erleichtert, dass Morco schon los musste, weil ich gar nicht wüsste wo ich hinschauen sollte.
Er hat mich Rahja genannt...
Amarosch ist grummelig wie eh und je, immerhin wünscht er einen guten Morgen.
Nach einer Weile kommt Myrkon auch dazu und meint, dass er mich auf "den neusten Stand bringen" will.
Es gab wohl noch Ereignisse in der letzten Nacht.
Als er das sagt, schaue ich ganz angestrengt in meine Tasse Kräutertee.
Allerdings will Myrkon mir das erst später berichten, er schaut zu den Angestellten Eisingers, als er das sagt.
Das macht mich so neugierig – Myrkon meint, dass er das sehr geniest.
Ich versuche, ihn vorwurfsvoll anzuschauen, aber das gelingt mir nicht.
Nicht heute.
Nach dem Frühstück gehen wir in Myrkons Zimmer.
Er berichtet dass sie gestern Nacht noch die Tänzerin von Al'Fessir getroffen haben.
Sie ist wohl erpresst worden und hat das Gift bei Al'Fessir versteckt – er ist unschuldig!
Wie schrecklich – wir haben ihn verhaften lassen!
Nicht minder schrecklich ist, dass die drei sie zur Wache gebracht haben.
Das arme Ding, ich habe mal ein Buch gelesen, wo das auch mit einer Frau gemacht wurde, das war gar nicht schön.
Ich habe das Buch dann nicht zu Ende gelesen, weil es so grausam war.
Amarosch berichtet, dass sie bei der Wache ein Gespräch über mich gehört haben!
Ich habe mich bei den Anconitern verplappert und Herrn Eisinger erwähnt.
Oh weh, ich bin keine gute Spionin.
Ich will jetzt auf jeden Fall die Tänzerin besuchen.
Myrkon berichtet mir von einem blonden Mann, der sie erpresst hat.
Deshalb will er zum Hafen und die Wache liegt auf dem Weg.
Während wir das planen, rumpelt es nebenan.
Amir ist wohl auch endlich wach.
Amarosch berichtet, dass Amir fast ein ganzes Bier getrunken hat.
Das ist ganz furchtbar, weil er ja auch keinen Alkohol trinken darf – er ist ja auch zum Teil elfisch, wie ich.
Amarosch meint, es wäre gutes Bier gewesen – als ob das wichtig ist!
Wir schauen also, ob es Amir gut geht.
Das scheint nicht der Fall zu sein, das kenne ich.
Als Amarosch meint, ein Konterbier müsste helfen, muss sich Amir in den Nachttopf übergeben.
Wir bringen ihn in den Frühstücksraum.
Ich bestellte einen Tee für ihn und bin überrascht, dass Morco auch hier ist.
Ohje, wo soll ich nur hinschauen...
Morco empfiehlt Amir eine falsche Salzarele zu essen.
Während Amir vorsichtig den Kräutertee trinkt und dazu die eingelegte Gurke isst, kommt Eisinger herein.
Er erklärt, dass er stolz auf uns ist und dass morgen schon die Gerichtsverhandlung sein soll.
Er bezeichnet Al'Fessir als Sandfresser.
Das finde ich nicht in Ordnung, aber erstmal muss ich ihm wegen etwas anderem widersprechen.
Wegen Myrkons Geschichte muss meiner Meinung nach erst ermittelt werden, ob das alles wirklich rechtens ist.
Eisinger meint, dass wäre schon alles in Ordung.
Myrkon erklärt sehr poetisch, dass es seinen Tag trüben würde, wenn ein Unschuldiger angeklagt würde.
Ich pflichte im bei und Eisinger wirkt ehrlich überrascht, dass die Angelegenheit noch kompliziert wird.
Dann berichtet Amir, dass er letzte nacht mit einem Bettler gesprochen hat.
Amarosch meint, dass Amir noch seine Aussage bei der Wache machen muss.
In dem Moment wird Amir wieder gesund.
Er erschrickt, hustet und ist hellwach.
Wir diskutieren, dass viele Hinweise auf den Honigtopp zeigen.
Das ist der Ort, wo ich auch den Hehler finde, der meine Bücher gestohlen hat.
Morco möchte nicht, dass ich zum Honigtopp gehe.
Was bildet der sich ein?
Nur weil er micht...
Egal, da sind mein Bücher und ich bin schon groß.
Wir gehen also zur Wache.
Amarosch und Myrkon machen unterwegs Witze darüber, dass Amir aussagen soll.
Das finde ich gemein von ihnen, Amir hat seine Aufgabe ganz toll gemacht.
Ich sage Amir das auch und dass er unbedingt ehrlich sein soll.
Bei der Wache begrüßt uns Weibelin Gefina und lässt Amir seine Aussage machen.
Ich will noch die Tänzerin besuchen, weil ich mir Sorgen um sie mache.
Aber ihr geht es gut.
Sie berichtet mir noch einmal alles, was sie den anderen erzählt hat.
Das ist wirklich eine abenteuerliche Geschichte.
Ich mag, wie sie das R rollt, wenn sie spricht und wie weich sie die Worte macht.
Dann wollen wir zum Hafen gehen.
Unterwegs fällt mir ein, dass ich im Siechenhaus erfahren habe, dass die Hübscherlin im Hafen erschlagen wurde und nicht vergiftet.
Myrkon geht zu einer Frau, die da mit einigen anderen rumsteht und redet mit ihr.
Ich komme einfach mit und verstehe, dass sie wohl auch so eine Hübschlerin ist.
Sie ist tatsächlich ganz hübsch, aber warum sie deshalb hier rumstehen muss wird mir erst später klar.
Auf jeden Fall berichtet sie uns, dass Eisinger sich gestern hier mit einem Mann getroffen.
Das war ganz geheimnisvoll, denn der Mann hatte eine Kapuze auf und die beiden habe sich in einer dunklen Ecke getroffen.
Myrkon gibt ihr ein paar Heller dafür.
Ich frage, ob ich sie auch etwas fragen darf und sie meint, dass sie heute noch nichts gegessen hat.
Also reiche ich ihr einen Apfel und frage nach der erschlagenen Hübschlerin.
Sie meint, dass die Antwort mehr bedarf als einen Apfel und ich gebe ihr einen Silbertaler.
Den hält sie erst Myrkon vor die Nase und dann berichtet sie.
Calda hieß die Tote.
Einer ihrer Freier hatte ihr Pilze gegeben, weil sie Spaß haben wollte.
Es waren aber die falschen Pilze.
Sie selbst hat Calda am Morgen in ihrem Erbrochenen gefunden.
Ich umarme die Frau zum Trost, sie ist ganz dankbar dafür.
Sie weiß auch nichts über die Gerüchte, dass das Gift für Calda von Al'Fessir stammen soll
Über den anderen Toten im Torkelnden Einhorn weiß sie nichts.
Da müssten wir die Edeldirnen fragen, die dort tätig sind.
Ich erwähne, dass ich gestern Abend auch dort war, was mir einen seltsamen Blick einbringt.
Amarosch fragt nach sie dem dem großen Brenn.
Sie fragt Amarosch, ob er den Dicken Brenn meint und Amarosch meint, dass es eben jener wäre.
Dann lacht sie und erklärt, der dicke Brenn ist ein ausgedachter Name.
Dann fragt Amarosch, ob wir im Honigtopp auffallen würden.
Sie meint, man müsste zu einem gewissen Schlag gehören, um dort zu verkehren.
Amarosch zeigt auf Amir und er hätte wohl Chancen, dort hineinzugelangen.
In den Honigtopp will Amarosch nicht mitkommen.
Er nimmt meine Sachen mit und geht auf den Übungsplatz hinter dem Rondratempel.
Mir Myrkon und Amir laufe ich in Richtung Honigtopp.
Wir organisieren heruntergekommene Kleidung für Myrkon.
Unterwegs verwandle ich mich in einen Raben und setze mich Myrkon auf die Schulter.
Myrkon will Oro jetzt genannt werden, warum auch immer.
Ich konnte mir schon "Callan Müller" nicht merken.
Amir und Myrkon handeln aus, wie sie auftreten wollen, während wir zum Honigtopp laufen.
Also ich nicht, ich sitze auf Myrkons Schulter.
Es ist ein sehr widerliches Stadtviertel.
Eng, schmutzig, dunkel.
Und es stinkt, mir wird ganz übel.
Es wäre unmöglich, hier zu leben.
Dann gehen wir hinein in den Honigtopp.
Im halbdunklen Raum sind leere Fässer als Tische.
Alles ist sehr schäbig.
Als wir den Raum betreten wird es schlagartig still.
Alle starren uns an, als wären wir Elfen, die in Lowangen den Orkkrug betreten.
Ich fühle mich überhaupt nicht wohl.
Amir diskutiert mit dem Wirt und erfährt, dass eine gewisse Vipka auf der Blauen Salzareele ist eine mögliche Quelle für uns sein könnte...