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Albenhus, 25. Ingerimm 1023 BF

Nachdem uns Amir mit dem Buch ganz schön überrascht hat, meint die Bedienung, dass heute der "Giftmischer" vor Gericht steht.
Ich sage zu ihr, dass er hoffentlich frei kommt, weil er unschuldig ist.
Das beeindruckt sie wenig – ich hoffe, sie steht nie unschuldig vor Gericht und die Leute interessieren sich dann so wenig dafür wie das bei ihr gerade der Fall ist.

Ich will ihr das gerade sagen, als ein Gardist zu uns an den Tisch kommt.
Er meint, dass Weibel Seiler uns in der Garnison sprechen möchte.
Wir frühstücken schnell zu Ende und gehen dann direkt hin.

Seiler meint, wir sollten wegen unserer Erkenntnisse vielleicht mit der Vikarin sprechen.
Ihre Wohlgeboren heißt Gilda von Hardenfels und ist eine Cousine der Gräfin.
Seiler möchte uns zu ihr begleiten, weil sie dann vielleicht eher ein offenes Ohr für uns hat.
Wir zeigen ihm das Buch, das Amir "gefunden" hat und Seiler meint, er könne darin nichts lesen.

Auf dem Markt kaufe ich noch einen Blumenstrauß für die wohlgeborene Dame.
Den meisten adligen Damen würde so eine kleine Aufmerksamkeit gefallen.
Dann betreten wir mit Seiler das Rathaus.
Ich frage Myrkon noch, ob meine Robe ordentlich ausschaut.
Er meint, es ist akzeptabel.
Das Loch, das der Bolzen verursacht hat, ist deutlich zu sehen, vor allem, weil das Gift einen gelben Rand hinterlassen hat.
Amarosch meint, er hat schon schäbigere Lumpen gesehen.

Wir stehen vor der Türe des Büros der Vikarin.
Seiler will gerade anklopfen, als die Türe sich öffnet und Eisinger herauskommt.

Er ist genauso überrascht wie wir und sehr kurz angebunden.
Außer einem knappen "Guten Tag" hat er uns nichts zu sagen.
Ich wünsche mir, dass er ein angemessen schlechtes Gewissen hat, und berichte Seiler von unserem Rauswurf.
Er meint, dass sei nicht in Ordnung gewesen.

Dann kündigt er uns bei der Vikarin an.
Wir dürfen eintreten und uns kurz vorstellen.
Ich übergebe ihr den Blumenstrauß und sie ist erfreut über die Aufmerksamkeit.

Myrkon berichtet ihr von unseren Erkenntnissen und bis auf kurze Zwischenfragen hört sie aufmerksam zu.
Wir zeigen ihr auch das Buch mit den Namen, aber auch sie kann darin nichts lesen.
Es gibt auch niemandem im Rathaus der eine Geheimschrift lesen kann oder genug Ahnung von Mathematik hat, um den Code zu knacken.
Die Namen Ellgiv und Vipka tauchen mehrfach in dem Buch auf, Eisinger nur einmal.
Vipka kennen wir bereits und Ellgiv ist ein zwergischer Schreiber, der auf der anderen Flussseite in Alben lebt.

Wir dürfen das Buch bis zur Gerichtsverhandlung behalten und versuchen, es zu entschlüsseln.
Ich vermute, sie traut uns das wohl nicht zu und sieht wenig Chancen dafür, dass das ganze Eisinger schaden könnte.
Er hat ihr gesagt, dass er eine normale Geschäftsbeziehung zum Dachs hat.
Dieser hat wohl Hol- und Bringdienste gemacht, was nichts ungewöhnliches ist und Eisinger hat das ganz normal verbucht.

Ich frage, ob es in Albenhus so üblich ist, dass man derlei Dienste des Nachts im Hafen abwickelt.
Wir diskutieren kurz über die Beweislage und ich finde ihre Ansicht falsch – gerade für eine Richterin sollte sie gewissenhafter sein.
Ich sage ihr, dass sie es sich einfach macht.
Sie vertritt die Ansicht, dass jede:r etwas behaupten könne und nur Beweise zählen.
Ich meine, dass solche Beweise nichts wert sind, wenn sie gefälscht sind und man in ihrem Schreibtisch auch etwas verstecken könnte.
Sie meint, wenn jemand in ihrem Schreibtisch Gift versteckt, dann sollte sie auch verurteilt werden.
Ich weiß gar nicht mehr, was ich sagen soll – das ist aus so vielen Gründen keine korrekte Anwendung der Rohalslehre!
Aber bevor ich das mit ihr diskutieren kann, unterbricht Amarosch mich.

Die Vikarin verweist uns des Zimmers.
Wir verabschieden uns und gehen.
In der Türe bleibe ich noch kurz stehen und meine, dass ich noch eine letzte Frage habe.
Sie schaut genervt hoch und ich frage: "Euer Wohlgeboren, stand in den Aussageprotokollen, die Ihr gelesen habt, auch niedergeschrieben, dass wir explizit angewiesen wurden, in unseren Aussagen Herrn Eisinger nicht zu erwähnen?"
Sie schaut irritiert, aber ich warte keine Antwort ab sondern nicke noch einmal und schließe die Türe hinter mir.

Auf dem Marktplatz schlage ich vor, uns aufzuteilen.
Meiner Meinung nach könnte Amarosch im Honigtopp jemanden finden, der diesen Code entschlüsseln kann.
Die anderen halten das für eine schlechte Idee.
Wir diskutieren noch einmal die Erkenntnisse.
Eine neue Sache haben wir von der Vikarin erfahren – ohne, dass sie weiß, dass das für uns nützlich ist!
Sie meinte, Al'Fessir hatte nur einen Schlüssel für seinen Schreibtisch.
Die Tänzerin hatte aber auch einen Schlüssel, hat sie uns erzählt.
Ich schreibe zwei Seiten aus dem Buch ab – einem mit Namen, die Amarosch haben möchte und eine ohne Namen.
Da muss man nicht gleich das ganze Buch offenlegen...

Also teilen wir uns auf: Amir und Amarosch gehen in die Garnison, Myrkon und ich suchen Ellgiv.
Wir überqueren den Fluss und fragen uns im anderen Stadtteil zu Ellgiv durch.
Ein so bekannter Schreiber sollte leicht zu finden sein.
Die Häuser sind hier in Alben anders: Die meisten haben nur eine Etage oder sind deutlich in zwergischem Stil gebaut.

Ein Bürger zeigt uns den Weg zu Ellgiv und warnt uns: Wir sollen uns vor seiner Frau in acht nehmen.
Ellgiv mag Wein, aber sie lässt ihn keinen trinken.
Wie ungewöhnlich das alles ist...

Bei Ellgiv unterhalten wir uns kurz.
Er ist vielbeschäftigt, was wenig erstaunlich ist.
Viele Leute können ja nicht lesen und schreiben.
Ich lege ihm eine der Seiten vor, die ich abgeschrieben hatte (die Seite ohne Namen darauf!).
Mit zwei Dukaten schaffe ich es, ihn zu überzeugen, unseren Auftrag mit Priorität zu behandeln.
Ellgiv verspricht, in zwei Stunden eine Einschätzung zu haben.

Myrkon und ich besorgen für Amir noch eine Fledermaus, die er sich gewünscht hat.
So eine komsiche Waffe.
Warum wollen alle immer Waffen haben...?

Da wir noch viel Zeit haben, kehren wir auf den Markt zurück und treffen die anderen.
Wir erzählen was uns passiert ist – aber Amarosch und Amir haben auch spannendes zu berichten:
Al'Fessirs Schreibtisch war noch vom VorbesitzerVorbesitzer.
Als der verstorben war, ist der Dachs in das Haus eingebrochen.
Er hat eine ganze Menge mitgehen lassen und dervom hatteSchlüssel nochfür den Schreibtisch einen zweitenZweitschlüssel Schlüssel!anfertigen lassen.
DerDen hat der Dachs hattedann denDelilah Schlüssel von ihm bekommengegeben.
Amarosch und Delilah übergeben.
Die beidenAmir haben es sogar geschafft, ein Geständnis vom Dachs schreiben lassen.
Das bringt Seiler zur Vikarin.
Mit Al'Fessir haben die beiden auch noch gesprochen und erklärt, dass wir ihm helfen wollen.
Er war wohl am Anfang sehr misstrauisch.

Ich bin jetzt sehr optimistisch, dass wir ihm helfen können.
Amir freut sich über seine Fledermaus und Myrkon und ich müssen zurück zu Ellgiv.