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Ein wirklich sehr höfliches Haus... (15.06.2026)

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Ein wirklich sehr höfliches Haus...

Elfische Magie ist doch tatsächlich erstaunlich.
Dieses Haus scheint mehr zu beherbergen als wir angenommen haben.

Angefangen hat alles mit einer ominösen Kiste im Keller. Diese hat bei unseren magiekundigen Damen eine plötzliche und unerwartete Reaktion ausgelöst.
Eine Art gruseliges Kribbeln. Jeder hat ja schon mal eine Traviahaut bekommen, wenn er eine Vorahnung von Gefahr verspürte, jedoch sollte man dann doch umgehend das Weite suchen. Nicht jedoch meine neuen Gefährten.

Aves sei Dank, entpuppte sich diese Kiste letztlich nur als Versteck für irgendwelche seltenen Knollen, welche nach Aussage von Calarel die Libido entfachen sollen, wenn man aus ihnen einen Trank braut.

Bredo und Ich haben daraufhin entschieden, uns doch lieber in der oberen Etage einmal genauer umzuschauen, um sicher zu gehen, dass dort nicht doch vielleicht die Besitzer des Hauses in ihren Betten liegen und vielleicht durch unser umherstreifen aufgeschreckt werden.
Einen Tumult direkt hier vor dem Platz der Sonne, mit den dort wachenden Orks wäre nämlich fatal.

Auf dem Weg nach oben erschreckte uns der junge Zahori Brenno, den die anderen im Schlepptau mit in die besetzte Stadt gebracht hatten. Ein guter aber äußerst neugieriger Junge, der die Gefahr offenbar nicht scheute.
Ihn beauftragten wir, am offenen Fenster im Erdgeschoss Wache zu halten und bei einer Annäherung von Orks Alarm zu schlagen.

Oben angekommen erschloss sich uns als erstes, dass die Besitzer des Herrenhauses, einen ausgeprägten Hang zur Tulamidischen Kultur haben. Sowohl die Einrichtung, als auch die dort vorhandenen Gegenstände ließen zweifelsfrei darauf schließen.

Als ich bei der weiteren Untersuchung, den benachbarten, sehr luxuriösen Schlafraum betrat, wurde mir schlagartig bewusst, wie lange ich schon auf den Beinen war und dies wohl langsam seinen Tribut forderte.
Denn als ich Bredo mitteilen wollte, was das für ein Zimmer ist, stellte ich plötzlich unvermutet fest, dass ich wohl eine weitere Treppe nach oben übersehen hatte.

Ihm ging es ähnlich, denn auch er hatte dies zuvor nicht bemerkt. Ein aufmerksamer Streiter für das Gute braucht nun einmal genug Schlaf, um in seinem Tun erfolgreich zu sein. Diesen wollte ich alsbald in einem der äußerst bequemen Betten nachholen.
Aber zuerst stiegen wir die Stufen zum Dachboden hinauf.


In der Zwischenzeit hatte Jadwiga nach der Kellereskapade, ihre Neugierde für den im Garten beheimateten Springbrunnen entdeckt. Ihre Affinität für Dämonisches und die damit verbundene Gefahr, wird uns noch einmal Kopf und Kragen kosten.
Dort vollführte sie wohl auch so eine Art Ritual, in dem sie aus Sternen und Knochen die Zukunft las, wie sie uns später mitteilte.

Bredo und ich hatten zwischenzeitlich einen Raum erreicht, der eigentlich der Dachboden sein sollte.
Wir stellten dort jedoch unvermutet fest, dass dies nicht sein kann, denn die Wände waren hoch und gerade und nicht schräg, wie es eigentlich bei einer Dachkonstruktion der Fall sein müsste.
Der Illusionist vermutete daher einen ähnlichen Zauber wie in der Fuchshöhle, den Lancorian gewirkt hatte und seitdem aufrecht erhält.

In dem Raum gab es außerdem diverse akkurat angeordnete Bücherregale mit ausnahmslos Tulamidischen Werken. Ein Kontrast zu denen in der Behausung des Magistraten, wie er größer nicht sein könnte
Außerdem noch zwei kleine Kemenaten mit äußerst gemütlich aussehenden Betten.
Uns erstreckte sich auch ein Ausblick durch die gegenüberliegenden Fenster, direkt auf den Platz der Sonne und auf der anderen Seite in den verwilderten Garten.
Daher beschlossen wir, als die anderen endlich den Weg zu uns hinauf gefunden hatten, herauszufinden, ob man von Außerhalb diesen Raum oder die Fenster überhaupt erkennen konnte.

Gesagt, getan und das Ergebnis war durchaus überraschend. Wenn man aus dem Garten hinauf sah, konnte man nur die Fenster der ersten Etage sehen. Dieser Raum war vor den Augen neugieriger Besucher geschützt.

Somit hatten wir die Ruhe und die Möglichkeit mit ausreichend Licht die Bücher unter die Lupe zu nehmen.
Calarel war aus unserer Gruppe die Einzige, welche die Tulamidischen Buchstaben lesen konnte und so übersetzte sie unverständliche Titel wie Sphärisches Blablabla und irgendein Elementares Kauderwelsch aber auch Werke, die wohl einem gewissen Humor nicht entbehrten.
Praiosgefällige Schamanen Rituale und irgendetwas mit Nekromantie.

Bredo und Calarel schienen aber tatsächlich so großes Interesse an diesen Büchern zu haben, dass sie sich ihrer bemächtigen wollten.
So musste ich ihnen noch einmal nachdrücklich erklären, dass wir Gäste in diesem Hause sind, selbst wenn wir uns auch selber eingeladen haben. Und die Höflichkeit verpflichtet uns, den Besitz der Elfenbergs zu respektieren.
Manchmal habe ich das Gefühl, die eine Kindergruppe gegen eine andere eingetauscht zu haben.


Jadwiga erzählte uns dann von ihrer kryptischen Prophezeiung.

"Wenn der geblendete Blender siebenstrahlig Schatten wirft, wird sich die Kunde verbreiten von seiner künftigen Macht, und wird glorreich Einzug halten in die hehren Hallen"

Als ich in die ahnungslosen Gesichter der anderen schaute, entschloss ich mich ihnen eine meine These zu diesen Worten näher zu bringen.
Natürlich Vergebens. Man verlachte gar meine Deutung zu diesem geblendeten Blender.
Wenigstens glaubte man mir, als ich über die Zahl Sieben sinnierte. Denn ich hatte auf meinen Reisen mitbekommen, dass die Magierschaft hinter vorgehaltener Hand manchmal über einen gewissen Borbarad gesprochen hatte. Im selben Atemzug wurde auch dieser Rohal erwähnt, aber an genaueres konnte ich mich nicht erinnern. Diese Geschichten sollten ja auch schon Jahrhunderte her sein.
Auch die legendäre Klinge Siebenstreich von Geron dem Einhändigen, fiel mir bei der Zahl ein.
Ein Heiliger der Rondra Kirche, welcher mit dieser Waffe sieben abscheuliche Ungeheuer erschlagen haben soll.

Jadwiga und Calarel begannen daraufhin irgendwelche Analyse Zauber zu wirken. Jadwigas schien jedoch nicht so richtig funktioniert zu haben, denn sie riss auf einmal ihre Hände vors Gesicht und schrie vor Schmerzen auf.
Calarel hingegen erklärte uns nach dem Wirken ihrer Magie, dass hier absolut alles verzaubert wäre. Dieses Haus schien vollkommen aus Magie zu bestehen.

Dann jedoch geschah etwas, mit dem man wahrlich nicht rechnen konnte.
Ein leises Blubbern war zu vernehmen und als wir unsere Aufmerksamkeit darauf richteten, sahen wir, dass der Tulamidische Samuwar ohne unser Zutun begonnen hatte, einen wohlriechenden Tee aufzusetzen.
Während die anderen noch über die überraschende Situation diskutierten, wie das überhaupt möglich wäre, nahm ich das freundliche Angebot dankend an und genoss den exquisiten Pfefferminztee des überaus höflichen Hauses.