Skip to main content

Meine neuen Gefährten

1.jpg

2.jpg

Aves steh mir bei.

Greifenfurt könnte wohl meine letzte Reise gewesen sein, wenn das so weiter geht.
Ich mag ja diese Söldnerseelen noch nie in ihrer Gänze verstanden haben, aber sollte nicht auch eine Mietklinge oder ein magiebegabter Mensch so etwas wie einen Selbsterhaltungstrieb besitzen?
Vielleicht lässt mich die Situation, in der wir uns derzeit befinden, etwas überreagieren aber ich fürchte in dieser Stadt, welche von Schwarzpelzen nur so wimmelt, nun mal um mein Leben.

Großer Mut mag ja durchaus eine zwölfgöttliche Tugend sein, aber ein gesundes Maß an Vorsicht ist schließlich Phexgefällig und dem stehe ich nun mal näher als Rondra oder Kor. Auch wenn wir uns in einem Kriegsgebiet befinden.

Daher schreibe ich diese Zeilen in der Hoffnung sie dem Wandelsterntempel in Belhanka persönlich übergeben zu können und nicht im Zuge meines Nachlasses zukommen zu lassen.

Der Magistrat Glombo Brom scheint durch die Belagerung, einem Aufenthalt in einem Noioniten Haus immer näher zu kommen.
Er wirkt fahrig, unkonzentriert und weit entfernt von seiner ehemaligen Berufung als Oberhaupt der Stadt.
Seine Behausung birgt wie erwartet viele Folianten, Schriftrollen und Bücher, die Aufschluss über die Einwohner Greifenfurts geben, jedoch würden jedem Bibliothekar die Fußnägel hochklappen, ob der Ordnung mit der sie hier aufbewahrt werden. Keine Ordnung und Struktur in den von uns gesichteten Texten. Wenigstens eine aktuelle Karte der Stadt konnten wir auftreiben.

In Ermangelung weiterer lohnenswerter Funde, haben wir uns daher entschlossen, unserer Nachforschungen auf die Familie Elfenberg zu konzentrieren, dessen Residenz sich genau gegenüber auf der anderen Seite des Platzes der Sonne befindet.

Mit Ausnahme dieser Jadwiga Schneetod, denn diese Morbide Dame scheint ein großes Interesse am Tod und seinen mannigfaltigen Formen zu haben.
Sie schien einen Narren am Henker Greifenfurts und seiner Behausung gefressen zu haben.
Die Aussage, dass dieser beim Angriff auf die Stadt mit seinem Richtschwert gar zwanzig der Orks niedergemacht hat, hat bei ihr sogar eine gar gruselige körperliche Reaktion ausgelöst.
Insgesamt scheint diese Frau einen Hang zur Grausamkeit und dessen einhergehenden Methoden zu haben.

So überredete sie uns, am alten und halb zerstörten Turm des Henkers vorbeizugehen, um ihre abnorme Neugierde an diesem zu stillen. Unter meinem stillen Protest natürlich.
Ich schien gemeinsam mit Bredo Flammenglanz der einzige zu sein, der jeden Moment damit rechnete, auf eine der zahlreichen Orkpatrouillen zu treffen und gefangen genommen zu werden.
Und als wären meine Nerven nicht schon angespannt genug, flatterte plötzlich auch noch eine riesenhafte Eule mit einem Totenschädel-Gesicht auf Jadwigas Arm.

Caralel, Jadwiga und Bredo untersuchten also den alten Turm und wenig überraschend stießen sie dort auf zwei Skelette, die in einem Bett lagen. Ein Erwachsener und ein Kind.
Die Novadi Magierin Calarel ließ doch tatsächlich ihren Stab heller als ein Efferdfeuer aufleuchten, um die gruselige Szenerie noch intensiver zu betrachten.
Besser hätte man wirklich nicht auf uns aufmerksam machen können.
Bisher dachte ich immer, Hesinde ist die Göttin der Weisheit, nun jedoch stelle ich diese Erkenntnis langsam in Frage.

Aber der Listige hatte Erbarmen mit uns und es wurde niemand auf uns aufmerksam.
Trotz weiterer ausufernder Untersuchungen der Ruine, fanden wir dort nichts interessantes.
Ich hatte also wohl mit meiner Vermutung recht, dass der Henker entweder bei der Verteidigung der Stadt nach seiner Heldentat getötet worden ist oder sich aus dem Staub gemacht hat, um der Rache der Schwarzpelze zu entgehen.

Unbeschadet an der Villa der Familie Elfenberg angekommen, bot sich uns ein skurriles Bild der Hausfassade.
Man weiß ja von der Affinität der Elfen zu Bäumen, aber dass sie sie nutzen um die Fassade eines steinernen Hauses Einbruchsicher zu gestalten, hat mich doch überrascht.
Eine Tür aus dicker Steineiche ohne Schloss und Türring, gewachsene hölzerne Fenster mit verästelten Gittern verwehrten uns den Eintritt.

Den Magiebegabten unserer kleinen Gemeinschaft fiel im Garten ein Springbrunnen ins Auge, den sie näher untersuchen wollten.
Währenddessen machten Jadwiga und ich uns daran, einen anderen Weg ins Haus zu finden.
Und wie es sich für einen Zugvogel des Schicksalswebers gehört, hatte ich natürlich einen Kletterhaken und ausreichend Seil in meinem Rucksack.

Damit ging es hinauf aufs Dach und durch den Kamin wieder Hinab ins innere des Hauses.
Und was soll ich sagen. Dies war völlig unversehrt. Keine Spur von Plünderungen oder Verwüstung.
Entweder haben es die Orks nicht bis ins innere der Villa geschafft oder die Familie Elfenberg hat sich mit den Besatzern arrangiert wie wir ursprünglich vermutet haben.

Draußen machten Bredo und Calarel inzwischen eine für Magier interessante Entdeckung. Dieser Brunnen wurde wohl Opfer eines dämonischen Rituals.
Denn wie sie uns später mitteilten, ließen Blutspuren im inneren, geschmolzenes Wachs und Brandflecken wie von einem explodierenden Lagerfeuer auf der Umliegenden Rasenfläche darauf schließen.
Calarel konnte sogar den Dämon, welcher hier beschworen wurde, mit Namen benennen.
Diese Dame sollte man im Auge behalten, zumal sie sich sogar positiv über die Sündenpfuhlstadt Brabak geäußert hat.
Nun stellt sich die Frage wer diesen beschworen hat und warum? Und vor allem, wo ist diese Ausgeburt der Niederhöllen jetzt?

Erwähnenswert ist noch, dass sich die Familie Elfenberg wohl nicht mehr in ihrem Haus aufzuhalten scheint, denn nach einer oberflächlichen Untersuchungen konnten wir weder Elfen oder irgendjemand anderen zutage fördern.

Daher beschlossen wir den Keller in Augenschein zu nehmen. Ich bin schon sehr gespannt was uns dort erwartet...




Erster Eintrag:
Das von Orks besetzte Greifenfurt, 1012 BF

Wohin hat der Schicksalweber meine Schritte nur gelenkt.
Das meine Anwesenheit in dieser, von den Schwarzpelzen besetzten Stadt für die Waisenkinder eine Hilfe war, ist unbestritten.
Ob ich jedoch der Richtige bin, um einen Widerstand gegen die Besetzen anzuzetteln, das vermag ich nicht zu sagen.

Die vom Militär hierher geschickten Kämpfer, machen auf den ersten Blick allerdings ebenfalls nur bedingt den Eindruck, bereits schon einmal in einer solchen Situation gesteckt zu haben.

Dieser Bredo Flammenglanz scheint zwar zu wissen was er tut, jedoch habe ich in den Büchern, welche ich seinerzeit in Belhanka, während meiner Ausbildung verschlungen habe, noch nie von einem Scharlatan gelesen, welcher irgendwelche Heldentaten irgendeiner Art vollbracht hat.
Jedoch hat er ein Faible für Kinder und das spricht für ihn.

Die Angroscha namens Agmorra scheint, so wie es alle Zwerge die ich auf meinen Reisen kennenlernen durfte, sich durchaus ihrer Haut erwehren zu können.
Sie an der Seite in einem Kampf zu haben, scheint mir eine gute Idee zu sein.

Dann ist da noch diese Jadwiga Schneetod. Eine in der Tat schwer einzuschätzende Frau.
Eine Halbelfe. Allerdings liegt eine dunkle Wolke über ihrem Gemüt.
Ihre furchteinflößende Aura ist sicher nicht hilfreich, wenn es darum geht andere Stadtbewohner für unsere Sache zu gewinnen.
Aber ihre Fähigkeiten, richtig eingesetzt, könnten natürlich sehr hilfreich sein, um den Besetzern das Leben schwer zu machen.
Sie strahlt eine Skrupellosigkeit aus, die sicher auch den Orks eine Traviahaut den behaarten Rücken runter laufen lassen würde.

Und dann ist da noch diese Tulamidische Adepta namens Calarel.
Man sagt ja den Novadi einen gewissen Pragmatismus nach, allerdings ist scheint diese Magierin mit den Gepflogenheiten des Mittelreiches noch nicht allzu vertraut zu sein.

Aber vielleicht ist ja diese außergewöhnliche Konstellation von Charakteren, die eine unkonventionelle Lösung dieser ausweglosen Situation herbeiführen kann.

Ich vertraue voll und ganz auf den Herrn der Horizonte, schließlich hat er mich schon oft durch anfangs Ausweglose Situationen geführt.

Bisher haben wir das augenscheinlich wichtigste bereits erreicht. Nahrung für uns und die Kinder.
Mit der Option sogar noch mehr davon zu stehlen zu können, macht das die Aussicht hier noch länger zu verweilen, ein wenig erträglicher.
Auch können wir dadurch potentiellen Mitstreitern das Gefühl vermitteln, dass es sich lohnt unsere geplanten Ziele zu unterstützen, wie es sich bei dem Magistraten von Greifenfurt gezeigt hat.

Unsere Priorität liegt momentan darauf, herauszufinden warum die Orks so interessiert daran sind, sich durch den Boden des geschändeten Praios Tempels zu buddeln.
Im Zuge dessen haben wir uns im Hause dieses Glombo Brohm umgesehn und Kartenmaterial gesichtet.
Jetzt können wir unsere heimlichen Streifzüge durch die Stadt besser planen.
Die umfangreiche Büchersammlung des Magistraten ließe jedoch jedem Bibliothekar die Fussnägel hochklappen ob ihrer Sortierung. Hier nützliche Informationen zu dem alten Tempel herauszufinden, ist eine nahezu unmögliche Aufgabe, ob des Zeitaufwandes den wir dafür benötigen würden.

Daher haben wir beschlossen unser Augenmerk auf eine alt eingesessene Familie namens Elfenberg zu legen.
Es hat sich herausgestellt, dass diese wohl keine Kollaborateure sind, wie zuerst vermutet.
Vielmehr handelt es sich wohl um ein altes Elfengeschlecht, dass bereits seit Generationen hier in Greifenfurt wohnt.

Das Lagerhaus in dem wir die Nahrungsmittel akquiriert haben, gehört wohl, wie vermutet doch nicht ihnen, sondern einem Bäcker aus der Stadt.
Somit wird das in Kontakt treten mit der Familie wohl etwas einfacher werden als zuerst vermutet.

Somit wird unser Weg uns zuerst zu einem zwergischen Schmied namens Darak führen, der ungewöhnlicher Weise Interesse an der Tochter des Elfengeschlechts zu haben scheint.
Diesen müssen wir für unsere Sache gewinnen.
Ich bezweifle jedoch, dass eine Hartwurst den gleichen Effekt auf ihn haben wird, wie bei dem Magistraten.
Vielleicht wird Agmorra ihren Teil dazu beitragen, den Schmied von unseren hehren Zielen zu überzeugen.

Ich denke an die Worte meines Lehrers.

"Du hast deine Füße, dein Herz und deinen Verstand. Nutze sie und erfreue den Ewigen Pilger.

Mach deine Art, dein Wesen ihm zum Geschenk. Dann wird er dich zum Horizont geleiten und vielleicht darüber hinaus."