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14. Ingerimm, 1023 BF, Nachtrag

Wir sind also in diese Binge geklettert – ich bin geflogen – und die drei Herren durchsuchen den Raum.
Um mich kümmert sich niemand.
Naja, Amir wedelt mich immer weg, der versteht wohl nicht, dass ich eine Taube bin.
Ich will meine Klamotten wieder haben! M-y-r-k-o-n!

Nach einer Weile setzen sie sich und machen Mittagessen.
Ich bin immer noch eine Taube.
Immerhin wirft Myrkon mir etwas Brot zu, das ich aufpicke.
Als Taube schmeckt trockenes Brot gar nicht so übel.
Wenn es mal wieder nur Brot zu essen gibt, sollte ich mich vorher einfach in eine Taube verwandeln...

Nach dem Essen lande ich hinter einer Säule und verwandle mich zurück.
Ich schaue um die Ecke und rufe Myrkon, ob es mir meine Robe bringen kann.
Er soll aber nicht gucken, sonst lacht er noch über meine Sommersprossen.
Freundlicherweise reicht er mir dann die Robe und guckt woanders hin.
Ich bedanke mich artig und richte alles wieder so, dass ich mitkommen kann.
Dann rufe ich meinen Stab, der liegt noch oben am Eingang.

Zwischenzeitlich hat Norrigea einen Sack mit Kram runtergeworfen.
Alles unnützes Zeug, mit dem ich nichts anfangen kann.
Amir und Amarosch sind aber ganz begeistert.
Wie kann man nur so versessen darauf sein, in stickigen Gemäuern unter der Erde nach Kram zu suchen, wo es doch Bibliotheken gibt...?

Naja, wir stapfen dann los, ich bleibe immer hinter Myrkon, er kann mich vielleicht beschützen, wenn es schwierig wird.
Amir und Amarosch klopfen die ganze Zeit auf den Boden, um Fallen zu finden.
Ich frage, ob es wahrscheinlich ist, dass es noch aktive Fallen gibt, wo doch offensichtlich jemand vor uns dieses Weg öfter gegangen ist.
Aber solche logisch-strukturierten Gedanken wie die meinen überfordern die beiden.

Stück für Stück kommen wir vorwärts, immer schön langsam und ich immer hinter Myrkon.
So ein Rücken kann entzücken...
Ach, was denke ich da!
Weg, weg, weg.
Ich locke eine der Fledermäuse an, die Amir gerade aufgescheucht hat und lasse sie auf meiner Hand landen.
Das ist ein putziges Tierchen.

Wir erreichen einen Raum mit einem Brunnen.
Unten hört man Wasser rauschen und ich werfe einen Heller rein.
Das bringt ja Glück. Es dauert 7 Herzschläge bis es "Platsch!" macht.
Das ist tieeeef!
Während ich noch in den Brunnen gucke, fängt Amir neben mir an hineinzupinkeln.
Der hat wirklich keine Manieren.
Andere trinken vielleicht aus dem Brunnen!

Ich gehe entrüstet weg und sage ihm, er soll sich danach die Hände waschen.
Hygiene ist wichtig, wenn er sich schon nicht benehmen kann.

Wir laufen weiter bis zu einer riesigen Treppe.
Die ist wirklich riesig.
Die geht noch weiter hinab als der Brunnen.
Und wir müssen nach oben.
Auf einer Wendeltreppe ohne Geländer, dafür mit einem schwarzen Schacht in der Mitte.
Ich zittere wie Espenlaub und presse meinen Rücken an die Wand und steige vorsichtig nach oben.

Dann kommen wir an eine fehlende Stufe.
Die anderen springen da locker drüber, aber ich kann das nicht!
Myrkon springt zurück und überzeugt mich, dass er mich rüber bringt.
Er nimmt meine Hand und wir springen gemeinsam.
Oh, Myrkon!

Wir laufen weiter die Treppe hoch, also die anderen laufen, ich presse mich weiter an die Wand.
Dann kommen wir an einen Ausgang.
Ich setze mich erstmal und verschnaufe.
Das Zittern strengt ganz schön an.
Die drei laufen weiter nach oben und vergessen mich im Dunkeln.
Aber ich gehe nicht weiter die Treppe hoch, auf keinen Fall.
Dann kommen sie wieder, oben ist wohl nur ein alter Kran.

Sie wollen dann den Raum durchsuchen und wir schauen uns um.
Eine riesige Halle, völlig leer.
Am anderen Ende ist ein Tor, das ein Stückchen offen steht.
Wir schlüpfen durch und befinden uns in dem Raum, von dem Norrigea erzählt hat.
Hier stehen riesige Zwergenstatuen aus Stein.
Richtig unheimlich.
Da wir Norrigeas Axt holen sollen und wissen, wo sie ist, laufen wir los.

Als wir den Raum durchquert haben, denke ich noch: Alles gut gegangen!
Und dann erwacht plötzlich eine der Statuen und beweget sich auf uns zu...