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Albenhus, 22. Ingerimm, 1023 BF

Wir reisen weiter flussaufwärts und erreichen am 22. Ingerimm schließlich Albenhus.

Kurz vor der Stadt steht eine Kutsche am Wegesrand.
Der Wagen hat Schlagseite, vermutlich eine gebrochene Achse.
Ein Mann kniet davor und repariert ein Rad, ein zweiter Mann in edler Kleidung steht daneben.

Amarosch will helfen, kann aber die Kutsche nicht reparieren.
Der Kutscher namens Alrik meint, wir sollten die Kutsche anheben, was uns auch gerade so gelingt.
Alrik steckt das Rad wieder auf die Achse und macht es fest.
Ich erkläre ihm, dass er es nur so fest machen soll, dass es sich noch drehen kann.
Das ist wichtig, finde ich.

Der Herr in edler Kleidung stellt sich als Ebelfried Eisinger vor und lädt uns zum Dank zum Essen in sein Haus ein.
Er kommt aus Albenhus und ist ein Händler.
Wir dürfen mit ihm in der Kutsche fahren.
Amir sitzt auf dem Bock neben Alrik.
Amarosch und ich sitzen bei Eisinger in der Kutsche.

Unterwegs erfahren wir, dass Eisinger mit Koschbasalt handelt – wie schrecklich.
So ein netter Mann und dann macht er solche Sachen.
Immerhin hat er nichts gegen Magierinnen.
Es stellt sich heraus, dass Myrkon den Sohn von Eisinger kennt.
Gemeinsam mit Amarosch haben sie wohl zu dritt einige Abenteuer erlebt.

Dann erkläre ich Eisinger meine ganze Geschichte, das dauert bist Albenhus.
Ich habe aber auch jede Menge erlebt und achte immer auf die korrekten Details.
Den Hehler kennt er aber auch nicht.

Am Stadttor steht ein Mann, auf den die Beschreibung passt.
Er wird gerade von den Wachen kontrolliert und schimpft und meckert in einer mir unbekannten Sprache.
Zwischendurch ruft er immer wieder "Rastullah!" – ein Novadi!
Eisinger spricht kurz mit der Wache und wir dürfen passieren.
Ich sage Eisinger, dass das ganz bestimmt der Hehler ist und er gibt den Wachen Bescheid.
So ein netter Mann, der Herr Eisinger.

Als wir durch das Stadttor kommen, muss ich feststellen, dass die Stadt ganz fürcherlich riecht.
Ich ziehe mir unauffällig ein Tuch vor die Nase.
Eisinger zeigt uns ein paar Sehenswürdigkeiten, den Traviatempel und das Siechenhaus.
Dann kommen wir bei seinem Haus an – ein prächtiges Haus, sehr groß und ganz aus Stein gebaut.
Diener kommen und nehmen uns unser Gepäck ab.
Was für ein Luxus!
Ich wäre so gerne Händlerin.
Aber nicht mit Koschbasalt oder Waffen...

Wir werden in ein riesiges Esszimmer gebracht, wo ein Tisch für 12 Personen steht.
Amir fühlt sich offensichtlich sehr unwohl in dieser Umgebung.
Der arme Junge.
Nachdem wir uns gesetzt haben, wird eine Dame hereingeführt.
Sie ist blind und Eisinger stellt sie als seine Mutter vor.
Danach kommt Morko, Eisingers Sohn – er küsst mir die Hand und hält sie etwas länger als notwendig.
So ein charmanter und eleganter junger Herr, ganz wie der Vater!
Eisingers Mutter wirkt etwas verbittert.
Als Eisinger berichtet, dass sie das Geschäft an ihn abgetreten hat, wird ihr Gesicht kurz sehr unzufrieden.
Ich stelle mich der Dame vor, Amir ebenfalls.
Er holt einen Stab aus seinem Rucksack – eine Flöte!
Seine Begrüßung der alten Dame ist die längste Wortfolge, die ich bisher von Amir gehört habe.

Er bietet an, ihr etwas vorzuspielen und Eisinger ist begeistert.
Amir spielt seine Flöte, ich wusste gar nicht, dass er das kann!
Und er spielt so toll – alle klatschen, nur die alte Dame nicht.
Sie ist wohl mit nichts zufrieden.
Wir trinken gemeinsam etwas – Amir und ich Tee, die anderen Wein.
Nach einer kurzen Weile werden uns unsere Zimmer gezeigt.

Ich bekomme ein riesiges Zimmer ganz für mich allein.
Es gibt ein großes Himmelbett für zwei Personen, große Fenster und sogar eine Türe zu einem Nachbarzimmer für Diener.
Natürlich habe ich keine Diener, aber ich muss kurz daran denken, wie es wäre, wenn Myrkon oder Morko mich nachts durch diese Türe überraschen würden – oh, wie aufregend solche Häuser sind!

Die halbe Stunde bis zum Essen nutze ich, um mich von der Reise frisch zu machen und meine Robe zu säubern.
Ich habe nur die Reiserobe dabei, es war ja nicht geplant, dass ich irgendwelche hohen Herrschaften besuche auf meiner Reise.

Zum Essen gibt es Nordmaker Pastete.
Eisinger fragt uns nach unseren Geschichten – mich zuerst und ich erzähle alles noch einmal sehr genau.
Morko hängt an meinen Lippen, er ist wirklich ein sehr guter Zuhörer.
Auch die anderen berichten, woher sie kommen und was sie erlebt haben.

Als das Essen vorbei ist, lädt Morko uns ins Admiral Sanin ein.
Die Taverne hat uns Eisinger schon gezeigt, als wir in der Kutsche durch Albenhus gefahren sind.
Dann bittet uns Eisinger, ihn morgen nochmal zu besuchen.
Er meint, er hätte einen Auftrag für uns.
Hach, Aufträge, ich habe doch schon einen Auftrag.
Aber die anderen versprechen es ihm und ganz ohne sie mag ich nun auch nicht mehr reisen...