Eslamsroden, 22. Phex 1012 BF
Wie erwartet, liegt Eslamsroden in Trümmern.
Die anderen wollen trotzdem in die Stadt, um Erkundigungen einzuholen.
Sie haben alle noch keinen Krieg gesehen, die gebrochenen Existenzen sind kaum zuverlässige Quellen für militärische Informationen.
Vor allem wüssten meine Begleiter gar nicht, wonach sie fragen sollten.
Die Anzahl der Orks in Greifenfurt – die kann sich ein Dutzend Mal geändert haben, seit sie geflohen sind.
Die Lage in der Stadt – wird kaum besser sein als hier, das ist ohnehin klar.
Ich lasse mich schließlich breitschlagen, in die Stadt zu reiten.
Erwartungsgemäß müssen wir wieder Wegezoll an die Orks entrichten.
DIesmal erleichtern sie Bredo um eine Seife und einen Zinkbecher.
In der Stadt sehen wir die Grausamkeit des Krieges in ihrem ganzen Ausmaß.
Ich hätte den anderen den Anblick gerne erspart, aber vielleicht ist es sogar gut, wenn sie sehen, was wir in Greifenfurt verhindern sollen.
Wir schauen uns um und ich für meinen Teil kann niemanden ausmachen, der auch nur im geringsten so wirkt, als könne er oder sie zu einem Widerstand gegen die Orks gehören.
Eslamsroden ist am Ende, die Menschen und Zwerge, die hier leben, sind nur noch ein Schatten der einstigen Pracht.
Menschen werden von den Orks misshandelt, es ist grauenvoll.
Ich dränge darauf, die Stadt zu verlassen – Greifenfurt wartet auf uns und dort wird die Lage nicht besser sein.
Jadwiga besteht darauf, ein Gebäude zu besuchen, das wohl mal eine Taverne war.
Agmorra begleitet sie, immer auf der Jagd nach Bier.
Zwerge.
In der Taverne befinden sich drei Orks und ein Wirt, wie ich später erfahre.
Der Wirt flüchtet, als die beiden die Taverne betreten und ein wenig später verjagt Jadwiga auch die drei Orks.
Sie kann schon was, wenn sie nur noch vernünftig wird, hätte sie wirklich Potenzial.
Brenno hat unter der Taverne einen Keller mit Vorräten entdeckt.
Meine Begleiter können natürlich nicht widerstehen und plündern die Vorräte.
Ich halte das aus mehreren Gründen für falsch, aber ich bin nicht mehr ihr Weibel.
Wieder bemerke ich, wie falsch Krieg ist und wie falsch Zivilisten sich in dieser Situation verhalten.
Jadwiga versucht mich die ganze Zeit zu ärgern, sie versteht nicht, in welcher Lage wir uns befinden.
Am Ende verlassen wir Eslamsroden mit 10 Rationen mehr im Wagen.
Nicht, das wir sie im Moment bräuchten.
Ich bin mir sicher: die Leute in Eslamsroden werden sie vermissen.
Mehr als den Kopf über meine Begleitung schütteln kann ich aber derzeit nicht tun.
Nachdem wir noch ein gutes Stück Strecke gen Greifenfurt hinter uns gebracht haben, schlagen wir ein Lager für die Nacht auf.
Jadwiga gibt Bredo irgendwelche Kräuter um besser zu schlafen.
Ich danke, dass wir eine gute Chance haben, morgen Greifenfurt zu erreichen.
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