Der Rakula folgend, 23. Rahja 1023 BF
Da bin ich, an diesem Fluss, weit weg von meiner Heimat, begleitet von einem Hund, drei Månnern, einem Pferd und einem Esel.
Neben mir ein Schiff, das nach Tod riecht und eine tote Hand aus dem Wasser, die nach mir greift.
Ich springe zurück und ziehe meinen Bogen.
Die anderen drei eilen heran, um die Wasserleichen, die sich erheben, zu erschlagen.
Es sind zwei, die uns angreifen, Schwänin, stehe uns bei!
Der Kampf ist schnell vorüber, Amarosch, Amir und Myrkon sind effektive Kämpfer.
Die beiden Wasserleichen, die uns angegriffen haben, vergehen im Sonnenlicht.
Ich klettere auf das Schiff, es ist wirklich jenes, mit dem wir fast gefahren wären.
Hätten wir das verhindern können?
Wäre es unsere Pflicht gewesen, den Menschen hier beizustehen?
Oder hat Angrosch Amarosch geleitet und ihn vom Fluss ferngehalten?
Auf dem Wrack finde ich drei weitere Wasserleichen und drei Tote.
Während ich für die Toten einen Grabsegen spreche, ruft Amir, dass hinten im Schiff noch jemand lebt.
Ich eile zu ihm.
Der Mann ist verletzt, ein Bein ist in einem Netz verheddert.
Ich spreche einen Heilsegen für ihn und versorge seine Wunden.
In dem Netz regt sich noch etwas und tatsächlich ist eine der Wasserleichen darin gefangen.
Ich erschieße die unheilige Kreatur mit einem Pfeil.
Dann winke ich Myrkon heran, um den Verletzten vom Schiff zu heben.
Gemeinsam bringen wir ihn an Land.
Myrkon erkennt Kapitän Kollbarsch, mit dem er am Vortag noch gesprochen hat.
Wir diskutieren, was zu tun ist und wecken Kapitän Kollbarsch dann vorsichtigt.
Er kommt zu sich und berichtet, dass sie mit dem Netz Fische fangen wollten – und dann war die Wasserleiche darin.
Kapitän Kollbarsch möchte nach Salmingen, dort hat er eine Bekannte, die Heilerin ist.
Er meint, dass er sein Schiff auch später bergen kann, aber es ist nicht so sehr beschädigt, wie ich anfangs gedacht hatte.
Wir beschließen, es wieder auf den Fluss zu schieben und die Tiere und den Wagen darauf zu verladen.
Gemeinsam gelingt uns das.
Bevor wir ablegen, begraben wir die Toten.
Es sind fünf aus Kapitän Kollbarschs Mannschaft und drei Wasserleichen, die allesamt die Kluft Efferds tragen und ein Brandmal auf dem Handrücken tragen, wo eigentlich ihr Efferdmal, der springende Delfin, tätowiert sein sollte.
Die nächsten beiden Tage fahren wir Flussaufwärts.
Kapitän Kollbarsch erholt sich langsam ein wenig, während wir anderen abwechselnd rudern und die Pflanzen mit dem schwarzen Schleim vom Schiff wegstoßen, die uns flussabwärts entgegentreiben.
Bei einer Rast fragt mich Amarosch nochmals nach meiner Suche nach dem südlichsten Schwan.
Myrkon meint, es ist eine Reise zu mir selbst und vielleicht hat er recht.
Das werde ich sicher noch herausfinden.
Ein anderes Mal liefern sich die beiden ein spannendes Wortgefecht über Angrosch, Äxte und zwergische Philosophie.
Während wir flussaufwärts fahren, lerne ich, dass auf der einen Flussseite Garetien liegt und auf der anderen der Dunkelforst.
Auch die Baronie, deren Hauptstadt Salmingen ist, heißt Dunkelforst.
Die Rakula ist ein ruhiger Fluss und bildet die Grenze der Baronien.
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