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Am Abend des 3. Tag im Hause des Ahmed Abdul

Wir sitzen in den Waschzubern, um uns zu waschen.
Es tut gut, das Öl und den Rauch vom Körper zu wischen.
Anthelia kommt zu uns, sie hat das Feuer verpasst – ein Glück für sie.
Sie setzt sich zu Hallah in den Zuber.
Nera-Ma'ta macht sich gerade die Haare, als die Zalina hereinkommt.

Sie packt mich am Arm und zerrt mich aus dem Zuber und aus dem Waschraum.
Abu, der Wache, die mit ihr gekommen ist, befiehlt sie, die anderen daran zu hindern, ihr zu folgen.
Sie zerrt mich über den Hof und die Treppe hoch.
Meine Versuche, mich zu entwinden, scheitern alle.
Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass Nera-Ma'ta ein Tuch nimmt und uns folgen will.
Abu packt sie am Arm und hält sie auf.
Anthelia will Abu deshalb treten und er schafft es nicht, sie auch noch zu halten.
Dann hat Zalina mich so weit gezerrt, dass ich nichts mehr sehen kann.

Als wir weiter oben auf der Treppe sind, hören wir Kampfgeräusche aus dem Hof und Zalina schaut über das Geländer.
Dort bedroht Abu Anthelia und Hallah mit einem Säbel.
Ich rufe ihnen zu: Bitte hört auf! und wundere mich, was sie da machen – und warum.
Nera-Ma'ta will Abu überreden, aufzuhören, aber eine weitere Wache, Arram, tritt zu ihr und befiehlt ihr, ebenfalls nach oben zu gehen.
Abu befiehlt Anthelia und Hallah auch, nach oben zu gehen.
Das haben sie davon.

Zalina zerrt mich aufs Dach und sperrt mich in einen eisernen Käfig.
Erneut scheitere ich mit dem Versuch, mich zu wehren.
Unter anderen Umständen würde mich das stören, aber mit der Fußfessel ist mir das Eisen egal.

Dann kommen die anderen, zuerst Nera-Ma'ta, von Arram grob am Arm gepackt.
Sie versucht, Zalina zu überreden, dass alles ein Missverständnis ist.
Zalina geht nicht darauf ein und sperrt sie zu mir.
Zuletzt kommen Anthelia und Hallah, sie werden von Abu mit einem Säbel in den Käfig dirigiert.
Dann verschließt Zalina den Käfig.

Nun sitzen wir zu viert in dem Käfig auf dem Dach.
Ich bin nackt und noch nass, wie Zalina mich aus dem Zuber gezerrt hat.
Mein Arm, wo sie mich gepackt hatte, tut höllisch weh.
Nera-Ma'ta reicht mir ein Tuch, damit ich mich wenigstens bedecken kann.
Ich nicke ihr dankbar zu.

Es folgt eine kurze Diskussion darüber, wer Schuld ist, dass wir alle im Käfig sitzen.
Ich bin das Risiko bewusst eingegangen.
Warum die anderen gefolgt sind, weiß ich nicht und kann es auch nicht nachvollziehen.
Ich hätte es nicht getan.
Hallah heult, Anthelia schimpft, Nera-Ma'ta schweigt.
Wir sitzen in einem Eisenkäfig.
Lächerlich.

Es beginnt zu regnen.
Irgendwann betrachtet Nera-Ma'ta Anthelias verletzen Knöchel und spuckt darauf, um ihn zu heilen.
Es funktioniert, aber Anthelia und Hallah sind etwas irritiert.
Hallah beginnt, den Käfig zu untersuchen und im Dreck zu wühlen.
Ich weiß nicht, warum sie das tut, vermutlich ist sie einfach von der Situation überfordert.
Anthelia beginnt zu singen und Nera-Ma'ta tanzt.
Ich schließe mich Nera-Ma'ta an.
Tanzen erscheint mir das sinnvollste zu sein, was ich tun kann.
Hallah erklärt, dass sie ein kleines Ding braucht, um das Schloss zu knacken.
Nera-Ma'ta schlägt vor, das Yaya ihr dabei helfen kann, so etwas zu finden.
Leider ist Yaya zu weit weg, um den Ruf zu hören.

Irgendwann lässt der Regen nach und Wind kommt auf.
Wir frieren jämmerlich, sogar Anthelia hört auf zu singen.
Zu viert kuscheln wir uns zusammen und schlafen irgendwann zitternd ein...

Am nächsten Morgen erwachen wir vom Sonnenschein.
Die anderen drei hängen ihre Kleidung auf – ich habe nur das kleine Tuch und möchte es behalten.
Hallah gibt mir ihre Sandalen, das finde ich sehr nett von ihr.
Ich sage den dreien, sie sollten ihre Kleidung lieber anbehalten, nicht dass sie ihnen noch weggenommen wird.

Sie ziehen sich gerade rechtzeitig an, bevor Zalina mit Ruscha und Alrik kommt.
Die beiden schleppen einen Bottich und Zalina weist sie an, uns mit Wasser zu übergießen.
Erneut sind wir klatschnass.
Dann lässt uns Zalina den Käfig verlassen.

Sie führt uns in den Hof, wo wir mit einem Seil gefesselt und dann bei den Palmen abgestellt werden.

Patme saba Ahmed kommt vorbei und ist erstaunt, was mit uns passiert ist.
Sie bietet uns Essen an, ich lehne das aber ab.
Nicht, dass die Kleine noch Ärger bekommt – oder wir.
Anthelia ist deswegen jedenfalls sauer auf mich.

Ahmed Abdul ben Sharif kommt zu uns und fragt: "Ihr werdet mir keine Schade bereiten?"
Ich verneine das und dann lässt er uns von Abu wie Hunde an einer Leine aus dem Haus zerren.
Eine weitere Wache begleitet uns, ebenso wie Laila und Alrik.
Wir laufen die Straße entlang durch das Novadi-Viertel, es ist still und sauber hier.
Als wir das Novadi-Viertel ändert sich dieser Eindruck.
Die Stadt ist bunt und laut und überall sind Bilder von Mungos und Füchsen.
Wir erfahren, dass ein Fest zu Ehren von Phex gefeiert wird.
Menschenmassen sind unterwegs, währen wir zum Marktplatz laufen.

Wir kommen vor einem prächtigen Haus an und Ahmed Abdul ben Sharif meint, dass er für uns Lose gekauft hat.
Die Lose sind kunstvoll geschnitzte Holzbretter mit edlen Verzierungen.
Auf Anthelias Frage, warum er Lose für uns hat, weiß ich keine Antwort.
Ahmed Abdul ben Sharif betritt mit uns das Gebäude und drinnen sind viele gut betuchte Leute.
Früher wären viele von ihnen meine Kunden gewesen, aber heute bin ich nichts mehr.
Ansonsten laufen Diener mit Fuchsmasken durch den Raum.
Das Haus ist offenbar ein Casino, die Spieltische sind zur Seite geräumt.
In der Haupthalle ist ein großer Kelch aufgestellt.

Ich spüre, dass wie sehr es Ahmed Abdul ben Sharif quält, dass er uns die Lose gekauft hat.
Er möchte das nicht, muss aber sein Gesicht wahren und sich auf den Zirkus einlassen, der hier dargeboten wird.
Dann gibt es uns die Lose.
Hallah bekommt die 5, Nera-Ma'ta bekommt die 13, ich bekomme die 22.
Anthelia bekommt kein Los, Ahmed Abdul ben Sharif schaut sie verwirrt an und scheint erst jetzt zu realisieren, dass sie uns begleitet hat.
Hallah schafft es irgendwie, dass einer der Diener uns etwas zu Essen und zu Trinken reicht.
Das ist nach dieser Nacht auch bitter nötig.
Ahmed Abdul ben Sharif schaut sie deswegen böse an, unternimmt aber nichts.

Dann beginnt die Glücksfee an dem Kelch zu sprechen.
Mir fällt auf, dass es sich um Melyssa di Zeforika handelt, eine der schönsten Frauen Aventuriens.
Ihr Vater, der Vogtvikar von Chorhop, ist auch einer der reichsten Männer Aventuriens.

Anthelia unterhält sich mit zwei Herren, die neben uns stehen und erfährt, dass ein Los 100 Dublonen kostet.
Das ist eine Menge Geld.
Vielleicht hat Ahmed Abdul ben Sharif doch verstanden, dass wir sein Haus gerettet haben.
Sie erfährt auch, dass mit den Losen die Herren der Stadt bestimmt werden, die ein Jahr lang regieren sollen.
Anthelia meint, dass sie kein Los hat und brüskiert damit Ahmed Abdul ben Sharif.
Ich finde das beinahe amüsant.
Er hat es in gewisser Weise verdient.
Ahmed Abdul ben Sharif erklärt ihr, dass wir drei die Lose erhalten haben, weil wir das Feuer gelöscht haben und dass Anthelia nur versehentlich mit hierher genommen wurde.
Ich biete Anthelia mein Los an, aber sie lehnt ab.
Stattdessen gibt sie Hallah, ein paar Zahnstocher, um sie zu verstecken.

Melyssa di Zeforika eröffnet die Lotterie zum Tag des Glücks.
Es werden einige Posten besetzt, zuerst der oberste Kadi mit Norikoni, was den Novadis nicht passt, weil er aus ihrer Sicht ein Ungläubiger ist.
Norikoni erhält, wie die anderen auch, ein monatliches Entgeld von 100 Dublonen.
Schutzprätorin wird Fetaka, Marizia Delaplana wird Meisterin der Kloake und Leon ya Pestero Meister der Spiele.
Phex ist Hallah gewogen, denn sie wird ebenfalls eine Schutzprätorin – die Kommandantin der Stadtwache.

Hallah geht zu Melyssa di Zeforika und legt einen peinlichen Auftritt hin.
Dann erklärt sie Ahmed Abdul ben Sharif, dass sie mit ihm handeln will, um uns frei zu kaufen, aber er nimmt sie nicht ernst.
Wozu auch?
Dann kommt Leon ya Pestero zu ihr, der später noch zum Meister der Spiele gelost wird.
Er bietet Hallah an, uns freizukaufen, wenn sie ihm danach einen Gefallen schuldet.
Hallah lässt sich darauf ein.
Dummes Ding.

Leon ya Pestero und Ahmed Abdul ben Sharif verhandeln und wir wechseln erneut den Besitzer.
40 Dublonen lässt sich Ahmed Abdul ben Sharif für uns ausbezahlen – kein schlechtes Geschäft.
Dann verlässt uns Ahmed Abdul ben Sharif frustriert und meint zum Abschied "Ihr seid auf euch gestellt".
Unsere Situation ändert sich schnell.
Jetzt wird uns offen Essen angeboten und wir greifen natürlich zu.

Melyssa di Zeforika kommt zu uns und meint der Listige wäre mit uns.
Er hätte uns zunächst alles genommen und jetzt alles gegeben.
Ich weiß, dass ich Phex egal bin und die, die mir alles genommen hat, in Wahrheit Tsa ist, die ich verraten habe.
Sie lässt einen Mann kommen, der Hallah mit "Exzellenz" anspricht und uns zu ihrem Anwesen führt.

Anthelia bietet mir ihr Kleid an, aber ich lehne ab.
Sie wollte auch mein Los nicht und ich bin zu stolz.
Hallah erklärt Anthelia und Nera-Ma'ta die Situation, wir wären frei.
Ich beherrsche mich, um nicht loszulachen.
Hallah hat uns gekauft und hat uns in der Hand.
Sie erklärt auch, dass wir bei ihr wohnen werden – so viel zur Freiheit.

Das Anwesen ist nicht weit weg.
Ein schönes Stadthaus, aus Marmor gebaut, mit riesigem Portal und einem Garten.
Hallah erhält die Schlüssel und öffnet die Türe.
Drinnen begegnen wir einem Mann um die 60.
Er heißt Jasper und ist der Verwalter.
Hallah erklärt ihm, dass er sie nicht Exzellenz nennen soll.
Ich denke mir: Titel sind wichtig, ich will meinen auch wieder führen dürfen.
Anthelia stellt uns alle vor.
Jasper meint, dass noch noch 4 Männer und 2 Frauen im Haus arbeiten und Hallahs Sänfte tragen.

Hallah kommt – für mich erfreulich schnell – zur Sache und fragt Jasper, ob jemand da ist, der mir den Ring abnehmen kann.
Jasper meint, wir sollen ihm folgen und führt uns in den Stall.
Dort arbeitet ein Sklave, Privo, der diese Aufgabe übernehmen soll.
Privo bedeutet mir, mein Bein auf einem Amboss zu platzieren und benutzt Hammer und Meißel, um den Ring zu zerstören.
Er rutscht ab und rammt mir den Meißel ins Bein.
Aber der Ring ist ab.
Ich bemerke noch, dass Nera-Ma'ta mir auf die Wunde spuckt um sie zu heilen.
Dann bricht die astrale Kraft wie eine Sturmflut über mich.
Ich breche zusammen, fange an zu zittern, ich kann die Tränen nicht kontrollieren.
Ich weiß nicht, wer mich im Arm hält, als ich zitternd am Boden liege.
Ich sehe nichts, ich höre nichts, aber ich spüre, wie ich wieder in die Welt finde.