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Eine Stadt ohne Namen, Vermutlich Anfang Peraine 1020 BF

Ich bin zerstört, ohne Hoffnung, ich weiß nicht einmal wo ich bin. Tsa hat mich verlassen, mein Stab ist zerbrochen. Der fette Novadi, Omar der Berg, an den sie mich verkauft haben, hat mir die Haare scheren lassen. Das Gefühl der Leere ist schrecklich, jeder Schnitt hat mir mehr Magie entrissen. Ich weiß nicht, was schlimmer ist, die Fußfessel aus Koschbasalt, die mir Zornbrechts Magier verpasst hat, oder die Stoppeln auf meinem Kopf.

Ein weiterer Tag in Gefangenschaft, ich werde am frühen Morgen in das Zelt auf dem Basar gezerrt. Die Handlager Omars reißen mir die Kleider vom Leib, dann stehe ich in einer Reihe mit den anderen, die ich nicht kenne. Ein anderer Novadi kommt und die beiden unterhalten sich. Er will mich kaufen. Omar führt mich vor, demütigt mich. Er packt mich im Gesicht und zeigt meine Zähne. Ich muss meine Siegel zeigen. Dann fragt mich der andere, ob ich Echsenmagie beherrsche. Ich sage nein, aber ich bin mir nicht sicher, was er damit meint. Schließlich kauft er mich, als Lehrerin für seine Tochter. Er heißt Achmed, der Händler und hat eine Entourage von vier Leuten, zwei Waldmenschensklaven, die Waren schleppen, und zwei Wachen.

Ich bekomme ein Tuch, um mich zu bedecken, und dann werde ich an einer Leine hinter den anderen Sklaven von Achmed hergeführt. Meine Füße tun weh, die Steine der Straße schneiden und stechen. Ich habe keine andere Wahl, ich folge dem Zug, geführt an der Leine. Es wird noch schlimmer, Achmed kauft noch drei weitere Sklaven.

Einen Ziegendämon von den Zyklopeninseln, ein freches Mädchen und eine Waldmenschenfrau. Tsa hat mich endgültig verlassen. Mir die Freiheit auf diese Weise zu nehmen ist ihre gerechte Strafe für das, was ich getan habe.

Wir werden in das Anwesen von Achmed geführt und müssen warten. Nach eine Weile kommt eine Frau vorbei, die uns in eine Waschstube führt, wo wir uns reinigen sollen. Die Frau trägt goldenen Schmuck, wie ich ihn auch getragen habe. Ich berühre die Löcher in meiner Nase und meinen Ohren. Es ist fürchterlich. Das Wasser in den Zubern ist von anderen beschmutzt, da werde ich nicht hinein steigen. Also hole ich mir in einer Schüssel Wasser aus dem Brunnen im Hof und wasche mich. Danach gibt uns unsere Herrin Kleidung. Es ist keine Seide, es ist ein Kaftan aus groben Leinen. Immerhin erhalten wir Sandalen. Meine Füße sehen schrecklich aus, nachdem ich mich gewaschen habe, sind die Schnitte nur noch deutlicher zu sehen. Die Herrin fragt uns nach unseren Namen. Ich stelle mich vor, wie es sich gehört, mein Name und Titel stehen für Autorität. Aber nicht bei ihr, muss ich lernen. Tsa kennt keine Gnade mit denen, die sie sie verstößt.

Dann führt uns unsere Herrin in die Küche. Wir sollen hier arbeiten. Sie behandelt uns ganz selbstverständlich als Gruppe, dabei weiß ich nichts von den anderen. Ich versuche mich nützlich zu machen, so wie früher, als ich Illorius' Haushalt geführt habe. Als wie eine Pause haben, in der wir essen dürfen, versuche ich meine Fußfessel zu lösen. Es gelingt mir nicht, wie auch schon die Tage vorher.

Das blonde Mädchen, Hallah, will mir helfen, sieht aber ein, dass man eine Magierfessel nicht einfach öffnet. Ich könnte mir den Fuß brechen und aus dem Ring drehen, aber ich habe zu viel Angst vor den Schmerzen. Als Hallah mich fragt, warum es mich so beschäfigt, explodiere ich. Ich schreie sie an, dass ich nicht hierher gehöre, dass sie meinen Stab zerbrochen haben und dass Tsa mich verlassen hat. Vermutlich war das ihr gegenüber nicht fair, aber ich halte es nicht mehr aus.

Irgendwann beginnen wir mit unserer Aufgabe: Putzen. Als wir die Küche reinigen, bricht Chaos aus. Die anderen schaffen es nicht, auch nur die kleinsten Arbeiten richtig zu machen. Ich kann sie nicht anleiten, wie auch? Früher habe ich das alles allein gemacht.

Die Ziegendämonin, Anthelia, kippt einen Bottich Wasser über die Regale, alles schwimmt. Eine andere Sklavin, Ruschan, hilft uns, aufzuräumen. Warum muss ich hier sein? Ich sollte Menschen heilen, ich sollte Menschen ein schöneres Lebensgefühl geben. Es gäbe so viele andere Wege, auf denen Tsa mich bestrafen könnte.

Nach den Küche müssen wir die Waschstube reinigen. Hier stellen wir uns alle brauchbar genug an, dass es nicht wie in der Küche zur Katastrophe kommt.

Später werden wir schlafen geschickt. Zusammen mit Ruschan und einer weiteren Frau teilen wir uns ein Zimmer. Während die anderen sich über ihre Sandalen und Neras Stamm unterhalten, versuche ich noch einmal, die Fessel loszuwerden. Noch einmal kommt Hallah zu mir. Sie versteht es nicht. Morgen werde ich mir den Fuß brechen. Dann habe ich das Ding endlich los.