Goldgier gegen Todesangst
Die Karte zeigte einen Ort namens Appelquell. Amir hatte sich bereits in der
Stadt durchgefragt; das Dorf lag weit den Großen Fluss hinauf. Das Schreiben
deutete auf einen weitaus größeren Schatz hin, als er heute Nacht ergattert
hatte. Seine Augen leuchteten auf.
„Amir sieht das Gold. Viel Gold in Appelquell“, murmelte er in der dritten
Person. Doch dann blickte er aus dem Fenster auf die dunklen, strömenden
Wassermassen des Flusses. Sein Herz hämmerte. Auf ein Schiff steigen?
Freiwillig?
Die Angst schnürte ihm die Kehle zu, doch die Goldgier war wie ein brennendes
Feuer in seiner Brust, das selbst die Kälte des Flusses übertönte.
„Amir mag das Wasser nicht. Wasser ist nass und tief und hungrig“, flüsterte er
und presste die Karte an sich. „Aber Amir mag Gold mehr. Amir wird das Schiff
besteigen. Amir wird nach Appelquell fahren.“
Am nächsten Morgen suchte er sich einen Kahn, der flussaufwärts Richtung Norden
stieß. Mit bleichem Gesicht, den Blick starr auf die Planken gerichtet, um das
Wasser nicht sehen zu müssen, betrat er das Deck. Sein Abenteuer auf dem Großen
Fluss hatte begonnen.
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